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Alles neu macht der Mai

Seit ca. einem Jahr ist FIFTIES HORROR online. Aus diesem Anlass habe ich mich ins Archiv begeben und in den ersten 50 Posts geblättert. Daraufhin habe ich vorhandene Scans gesichtet und mich entschieden, fünf der interessantesten Inhaltsangaben als vollständige Fassung im Re-Upload zu präsentieren. Jeden Mittwoch gibt es eine Komplettgeschichte, digital aufbereitet (wo immer das Bildmaterial von vornherein akzeptable Qualität aufwies). Den Beginn macht die textlastige, jedoch wundersam groteske Kunstmensch-Parabel “The Absent-Minded Professor”.

Ebenfalls neu eingestellt unter der Rubrik WISSEN ist ein Essay über erste Horrorversuche im Comic der Mittvierziger Jahre. DORT zu finden ist auch die erste Gruselgeschichte, die sich eines Hosts bedient (eine alte Hexe, wie sie uns in den 50er Jahren wiederbegegnen wird).

Meeting mit Jim Vadeboncoeur, Jr.

Nach unserem Mammutprojekt ACE HORROR habe ich mich erneut mit dem US-Comichistoriker Jim Vadeboncoeur, Jr. getroffen und einen weiteren kostbaren Schatz abgestaubt (leihweise, versteht sich!). In den nächsten Monaten werde ich sämtliche fehlenden Horrorhefte des STANDARD-Verlags (THE UNSEEN / OUT OF THE SHADOWS / ADVENTURES INTO DARKNESS) scannen und auf das Digital Comic Museum schießen. Selbstredend knapse ich für FIFTIES HORROR ein paar Schmuckstücke ab. Des weiteren bekomme ich fünf Gruselcomics des PREMIER-Verlags in die Finger, die noch nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat (na gut, wollte auch niemand, die sind nämlich “code-approved” aus den Jahren 1955/56) – vielleicht ist ja trotzdem was Hübsches dabei…

Wer ACE HORROR bislang ignoriert hat, dem sei ans Herz gelegt, dass auf DIESER SEITE fast 50 geniale Geschichten im Vollscan zu finden sind. Die besten, verrücktesten und interessantesten Werke aus 100 Heften.

 

2 Jahre “Digital Comic Museum”

Die größte und schönste Comic-Schatzgrube im Internet, das DIGITAL COMIC MUSEUM (DCM) ist seit genau zwei Jahren online. Eine unfassbar kurze Zeitspanne, wenn man betrachtet, was diese Webseite seitdem aufgezogen hat. Über 22.000 Mitglieder, verteilt rund um den Globus, schätzen und genießen dieses Archiv von Comicheften aus den Jahren 1935-1960. Bald 12.000 einzelne “comic books” lassen sich bequem und schnell am Bildschirm einsehen und geben einen faszinierenden Überblick über die wilden Pionierzeiten der Comickultur. Und das absolut kostenfrei (Spenden sind natürlich hochwillkommen!). Einfach mal stöbern gehen.

PS Artbooks erweitern Angebotspalette

Erst war ich begeistert (PS publiziert alle Horrorhefte von Harvey!), dann war ich schockiert (PS publiziert nebenher noch zwei Longseller der American Comics Group?) – jetzt bin ich nur noch sprachlos: PS publiziert auch die beiden anderen Gruselserien von ACG (SKELETON HAND & OUT OF THE NIGHT) und noch dazu ein Abenteuerheft (OPERATION PERIL). Und PS wäre nicht PS, wenn sie hier haltmachten. Sie nehmen obendrein die Reihe BLACK MAGIC von Prize ins Programm und den Golden-Age-Klassiker PLANET COMICS von Fiction House. Uff!

Da bin ich mal sehr gespannt, wie viele Bücher sie 2012 wirklich rausgebracht bekommen. Letztes Jahr waren es immerhin fünf (3 Harvey, 2 ACG). Kurze Rezensionen finden Sie in unserem Literatur- und Reprint-Guide unter “Wissen”, einen absolut steilen Online-Katalog HIER.

 

ACE HORROR ist online!

FIFTIES HORROR hat ein kleines (natürlich hässliches!) Schwesterchen bekommen: Am 14. Februar 2012 erblickte unser Gruselnachwuchs das Licht der virtuellen Welt. Danke an Hebamme Stefanie für das Aufhübschen des Balgs mit schickem Grafikdesign. Mit einem Geburtsgewicht von 420 Megabyte präsentiert ACE HORROR die Produkte aus dem Ace-Verlag. Da es sich um eine comichistorische Arbeit von internationalem Interesse handelt (for supernerds only), ist diese neue Webseite auf Englisch abgefasst. Uneingeschränkt jedermann und jederfrau empfehlen kann ich die LESEWIESE von ACE HORROR – sie heißt schlicht „Stories“ und präsentiert 49 grandiose Geschichten im  Vollscan!

Scary Movies

Hinweisen möchte ich auf ein deutsches Horrorfilm-Portal: SCARY MOVIES hat einiges zu bieten. Neben aktuellen Meldungen aus dem Filmgeschäft kann man sich über Ranglisten von Gruselfilmen amüsieren (oder gleich mitabstimmen). Des weiteren informiert ein Startkalender über Kinopremieren und DVD-Erscheinungen. Abgerundet wird das Angebot durch Trailer-Shows und eine Horrrorfilm-Datenbank. Kopf hinter “Scary Movies” ist der engagierte Dennis Niedernhöfer (schönen Gruß!), der so nett war, mit mir ein Interview über FIFTIES HORROR zu führen. Wer daran Interesse hat, kann sich nun dorthin klicken

 

R. I. P. Stanley Morse

Dieser Tage verstarb der Comicverleger Stanley P.  Morse, hochbetagt und berüchtigt dafür, die krassesten Horrorcomics der frühen 50er Jahre veröffentlicht zu haben: MISTER MYSTERY, WEIRD CHILLS, WEIRD MYSTERIES sowie WEIRD TALES OF THE FUTURE. Ein schmales Ouevre von 42 Heften, das es jedoch in sich hatte. Morse bleibt der Nachwelt als eiskalter Geschäftsmann im Gedächtnis, der seine eigenen Werke nie gelesen haben will. Dem es sogar egal war, wie geschmacksverletzend seine Autoren und Zeichner zu Werke gingen. Sein dazu passendes Zitat: „Keiner hat sich beschwert, also gaben wir den Leuten, was sie wollten – bis sie sich dann beschwert haben.“

Aus gegebenem Anlass präsentieren wir auf der Lesewiese das Machwerk „I Killed Mary“.

FIFTIES HORROR im Dezember

Neu aufgespielt in der Rubrik WISSEN sind ein Artikel über die “Shock Suspenstories” aus dem EC-Verlag sowie eine Vollscan-Beispielgeschichte aus den Zeiten der Zensur – in “Comics unter dem Code” beleuchten wir (mit größtmöglicher Fallhöhe!) die perverse Verniedlichung des einst so kreativen Gruselgenres.

Des weiteren gibt es um die Weihnachtstage herum ein kleines Artikelfeuerwerk. Habe hier noch Geschichten im Archiv herumfliegen… Alles muss raus!

An Heiligabend präsentiere ich einen Post, in welchem Federvieh einen Bauern schlachtet (Hey, ich bin für vegetarische Weihnachten!), am ersten Feiertag eine tränenrührige Weihnachtsgeschichte und am zweiten Tag veröffentlichen wir todsichere Tipps zum Abnehmen!

“Bob Powell’s Terror”

Frisch erschienen ist eine Hommage an den Comickünstler Stanley Robert Pawlowski, besser bekant als Bob Powell.

Schon das Durchblättern des 150 Seiten starken, prächtigen Hardcoverbandes macht schockierend deutlich: Dieser Mann gehört ganz weit nach oben, ist einer der fünf besten Zeichner der 50er Jahre.

“Bob Powell’s Terror” widmet sich ausschließlich seinem Precode-Horrorschaffen und versammelt alle seine Klassiker – von “Wall Of Flesh” über “Last Man On Earth” bis zu “Sewer Monsters”. Sahnehäubchen für Kenner: Einige Seiten wurden von Powells Originalzeichnungen reproduziert. Dermaßen unkoloriert wirken sie wunderbar präzise und in ihrer Ausführung berückend.

Zu beziehen (für ca. 20 Euro) über Comicfachhandel oder Amazon.

Mehr Bilder auf FIFTIES HORROR

Aus rechtlichen Gründen kann ich nicht ohne weiteres komplette Comics veröffentlichen. Ich bemühe mich jedoch, die Beispiel-Panels in Zukunft so zahlreich, so schön und so groß wie möglich einzustellen.

Ich habe einige Originalhefte erstanden, aus denen ich vollständige Geschichten präsentieren werde. Gerne auch solche, die sonst noch nirgendwo zu finden sind. Wer diese auf einen Blick sehen will, gebe in unserem Suchfeld den Begriff “Vollscan” ein. So bezeichne ich eigene Scans ganzer Geschichten.

Zudem scanne ich amerikanische Leihbestände für das Digital Comic Museum. Diese Arbeit wird im Jahre 2012 in eine “Schwesterseite” zu FIFTIES HORROR münden. Die Horrorhefte des Verlages ACE werden von mir journalistisch aufbereitet – und die interessantesten Stories in Gänze hochgeladen. Nur Geduld…

“Deutsche Woche” auf FIFTIES HORROR!

Um einmal die deutschen Nachdrucke alter Horrorcomics zu würdigen, veranstalte ich vom 1. bis 8. Oktober eine “Deutsche Woche” mit vier Bespielgeschichten, die in den frühen 70er Jahren vom heimischen Williams-Verlag veröffentlicht wurden.

Es handelt sich hierbei ausschließlich um Marvel-Produkte (bzw. Atlas, wie sie in den 50er Jahren firmierten). Die Übersetzungen scheinen mir hervorragend zu sein, das Lettering hingegen ist scheußlich.

Viel Vergnügen mit “Der Mann der auf Wasser ging!”, “Dunkelheit”, “Ein Mann blickt in die Zukunft” und “Ewig ist eine lange Zeit!”. Diese Auswahl erfolgte aus zehn Heften, die ich im Schrank gefunden habe. Mehr hab ich auch nicht.

Kopfschütteln über PS Artbooks

Vorletzten Monat zeigte ich mich an dieser Stelle begeistert darüber, dass PS Publishing aus England die komplette Horrorbibliothek des Harvey-Verlags auflegt (4 Heftreihen, insgesamt 94 Ausgaben, veröffentlicht in 15 Bänden).

Heute bin ich entsetzt, dass derselbe Verleger zeitgleich die Komplettausgabe von ACG (American Comics Group) stemmen will. Die Produkte dieses Verlags waren zwar als Pioniere zuerst auf dem Markt, sie gelten jedoch auch als brav und betulich, um nicht zu sagen: langweilig.

Der Horror besteht hier in der Menge, die PS herausgeben will: ADVENTURES INTO THE UNKNOWN – sämtliche 174 Ausgaben in 21 Bänden?! FORBIDDEN WORLDS -  sämtliche 145 Ausgaben in 16 Bänden?!

Ich habe Angst, dass sich PS damit übernehmen. Wer soll das alles kaufen, geschweige denn lesen? Die ACG-Bibliothek wird am Ende über 1.000 Euro kosten. Hätte da nicht eine clevere Kompilation (The Best of ACG) vollkommen gereicht?!

Wer sich mal erschrecken will, klicke HIER und sehe sich die meterlangen Regalfüller an…

FIFTIES HORROR auf YouTube und Facebook

Unser YouTube-Kanal präsentiert neben dem Filmprojekt-Trailer auch Clips zu den Entertaining Comics, zur Zensur in den 1950er Jahren sowie einen Blick in die Fachbücher FOUR COLOR FEAR und THE HORROR, THE HORROR! Und hier geht es zu FIFTIES HORROR auf YouTube.

Des weiteren ist seit heute eine “Gemeinschaft” auf Facebook eingerichtet. Diese Seite berichtet über neu eingestellte Geschichten der LESEWIESE, zeigt Bonusbilder, ein “Cover der Woche” und dient der weiteren Vernetzung und dem Austausch der Fans untereinander. Hier ist auch Platz für Kommentare abseits der Comicwissenschaft. Und hier geht es zu FIFTIES HORROR auf Facebook.

Harvey Horror Library

Nachdem EC seine Library schon seit langem draußen hat und auch Marvel in Zügen und Schüben dabei zu sein scheint, eine „Atlas Horror Library“ (MENACE, STRANGE TALES, JOURNEY INTO MYSTERY) aufzulegen, kommt endlich Bewegung in ein Projekt, das ich als „Harvey Horror Library“ bezeichnen möchte.

Der kleine englische Gruselverlag PS Publishing veröffentlicht im Juli schon den ersten Band der Harvey-Reihe CHAMBER OF CHILLS. In Gänze sollen außerdem folgen: WITCHES TALES, TOMB OF TERROR sowie BLACK CAT MYSTERY. Also das volle Horrorprogramm.

Und das zu bezahlbaren Preisen. Eine Nachricht, die den Fifties-Horrorfreund elektrisiert. Allerdings noch unklar sind Erscheinungszeitraum und –Rhythmus. Infos HIER.

Horrorcomics-Diashow

In Berlin und Köln gibt es die „Pecha Kucha Night“, eine Art Speed-Diavortrag. 20 Bilder im 20-Sekunden-Takt zu einem Thema freier Wahl. „Pecha Kucha“ kommt aus Japan und bedeutet „wirres Geplapper“.

DAS kann ich leisten, dachte ich mir. Erleben Sie im Netz meinen Vortrag zu „Horrorcomics und Zensur“. Zu finden unter: „PK Köln Vol. 10 – Die Vorträge – Tillmann Courth” (der mit dem „Mister Mystery“-Cover).

Ebenfalls dort präsentiert Rainer Bechtel einen umfassenden Bericht über die Welt des Donaldismus!

Madam Satan

Ron Goularts COMIC BOOK ENCYCLOPEDIA verdanke ich den Hinweis auf „Madam Satan“, eine Storyreihe in MLJs PEP COMICS, erschienen in deren Ausgaben 16 – 21. Ganze 36 Seiten Comic, weniger als ein Fliegenschiss in der Historie der Streifenbilder. Aber ein (vielleicht historisch erster?) Versuch in Sachen Horror.

Die schöne, aber skrupellose Tyra geht für Geld über Leichen und verliert in einem Handgemenge mit einem potentiellen Opfer ihr Leben. Satan höchstselbst schickt sie als seine „Botschafterin“ zurück ins Leben. Fortan soll sie unter dem Namen Iola Männer betören und mit einem Kuss des Todes ins Jenseits befördern.

Harry Lucey gestaltete Madam Satan von Juni – November 1941 (!) – anbei ein Bildnis der Teufelsdienerin. Was daran verblüfft, ist, dass zehn Jahre später Bill Everett eine sehr ähnliche Frau in ähnlicher Mission zeichnet (wer’s überprüfen mag, begebe sich auf unsere LESEWIESE, Kategorie „The Good“, Geschichte „The Face Of Death“)… Interesting, isn’t it?!

WEISSBLECH-Comics

Die Horror-Entdeckung aus Deutschland. In Raisdorf bei Kiel hockt Verleger Levin Kurio auf dem Lande und produziert feinste Gruselware. Im besten Stil der EC-Schule gelingen dem Weissblech-Team zeitgenössische Horrorstories, die keinen internationalen Vergleich scheuen müssen. Die Kurzgeschichtenreihe „Horrorschocker“ überzeugt durch präzise Kenntnis der klassischen Vorbilder, originelle „twists“ und subtile Ironie. Greifen Sie zu! Blick und Klick zum Weissblechverlag.

Danke für Ihre Kommentare

Liebe Besucher dieser Seiten.

Vielen Dank für Ihr Interesse und die aufmunternden Kommentare. Es freut mich sehr, wenn Sie Spaß an FIFTIES HORROR haben. Dazu ist es auch geschrieben. Bitte haben Sie jedoch Verständnis, wenn ich Ihren persönlichen Beitrag NICHT veröffentliche. Ich möchte den Platz auf dieser Webseite so konzentriert wie möglich am Thema halten. Lob und Grußworte kommen aber auf jeden Fall bei mir an.

Ich will ganze Geschichten lesen!

Aus rechtlichen Gründen veröffentliche ich auf FIFTIES HORROR nur solche Stories komplett, die ich persönlich aus Originalheften abgescannt habe. Das sind nicht viele, weil diese Hefte selten und teuer sind. Aber es liegen viele taugliche Scans im Internet vor. Daher zwei Tipps für alle Lesewütigen:

1. Arbeiten Sie sich durch den fabelhaften Blog THE HORRORS OF IT ALL. Der beginnt mit dem gelinkten Eintrag im Juli 2007. Der Betreiber “Karswell” (ein Pseudonym aus dem 50er Gruselfilm CURSE OF THE DEMON) hat seitdem weit über 1.000 Geschichten im Vollscan veröffentlicht.

2. Wer eine bestimmte Geschichte aus der “Lesewiese” nachprüfen möchte, merke sich, aus welchem Heft sie stammt – und suche dieses im DIGITAL COMIC MUSEUM. Die meisten liegen dort nämlich vor.

Meine EC-Lieblingszeichner

Craig, Kurtzman, Krigstein, Crandall

Von Johnny Craig und Harvey Kurtzman bin ich einfach fasziniert. Bei Craig ist es die Eleganz und feine Komposition, der unnachahmlich „cleane“ Look seiner Bilder. Mit Craig assoziiert man klassisches Hollywood-Kino: hochwertig, teuer, in Technicolor. Zum Vergleich wäre Jack Davis das schnell heruntergekurbelte schwarz-weiße B-Movie. Und tatsächlich war ja Davis der schnellste, Craig der langsamste Künstler im EC-Stall.

Bei Kurtzman ist es mir bis heute ein Rätsel, wie der Mann mit seinen zehn geschwungenen Strichen  so unglaublich viel ausdrücken konnte. Bei Kurtzman scheint kaum Tinte auf dem Blatt zu sein, aber diese paar Tupfer vermitteln dem Betrachter einen enormen Reichtum an Lebensfülle – so esoterisch das auch klingen mag. Ich bedaure, dass er nicht mehr gezeichnet hat bei EC (nachgezählt: 6 Horror / 13 Science-Fiction/ 11 Krieg/ 2 Crime/ 4 Humor), denn alle seine Geschichten sind sehenswert. Und seine Cover für MAD, FRONTLINE und TWO-FISTED sind legendär.

Krigstein war sicherlich der Künstler bei EC. Ich glaube, der hat beim Comiczeichnen nie an Comics gedacht. Der fährt mit jeder Geschichte seinen eigenen Film. Höchst eigen und beeindruckend, was Krigstein mit seinen Bildern anstellt. Spektakulär ist übrigens „Bringing Back Father“ aus MAD Nr. 17, eine Parodie auf den Comic-Klassiker „Bringing Up Father“. Hier teilen sich Krigstein und Elder die Seiten und lassen ganz bewusst ihre Stile aufeinander prallen. Der Kontrast allein ist atemberaubend.

Reed Crandall schließlich ist der wohl unterschätzteste Zeichner bei EC. Weil er sich keine Mätzchen leistet. Nicht cool wie Craig, nicht technophil wie Wood, nicht schräg wie Ingels, nicht krass wie Davis, nicht verspielt wie Williamson, sondern realistisch und dynamisch. Crandall bleibt stets sachlich, aber holt aus dieser Prämisse das Beste heraus. Was bei Ingels oder Orlando oft schief und theatralisch aussieht, das bringt Crandall auf den Punkt. Gestik, Mimik, Körper in Bewegung. Niemand zeichnet erschreckte Gesichter besser als Crandall.

Worum es auf diesen Seiten geht

FIFTIES HORROR zelebriert den Spaß an US-amerikanischen Comics der Jahre 1950–1955.

Sehen Sie bunte, krasse, naive, schöne und auch lächerliche Titelbilder! Lesen Sie haarstäubende und hanebüchene Geschichten! Erleben Sie eine Achterbahnfahrt zwischen hoher Kunst und tiefstem Trash!

Diese Seiten sind gemacht zum Schauen, Schmunzeln und Stöbern.

Viel Vergnügen
Tillmann Courth