{"id":3627,"date":"2013-08-06T11:59:05","date_gmt":"2013-08-06T09:59:05","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3627"},"modified":"2016-07-02T17:11:35","modified_gmt":"2016-07-02T15:11:35","slug":"ace-horror","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3627","title":{"rendered":"ACE HORROR"},"content":{"rendered":"<p>Der Ace-Verlag ver\u00f6ffentlichte 102 Horrorhefte (4 davon noch unter dem Code 1955) und ist damit (nach Atlas und ACG) der <strong>drittgr\u00f6\u00dfte Pre-Code-Horror-Produzent<\/strong>.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist Ace ein Schwergewicht der Comiclandschaft zwischen 1940 und 1955. Umso erstaunlicher, dass Ace weder eine Forschergemeinschaft noch Fans aufweisen kann!<\/p>\n<div id=\"attachment_3433\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3433\" class=\"size-full wp-image-3433\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ACEIcon.jpg\" alt=\"ACEIcon\" width=\"224\" height=\"230\" \/><p id=\"caption-attachment-3433\" class=\"wp-caption-text\">Das schicke Logo des Ace-Verlags<\/p><\/div>\n<p>Das ist in h\u00f6chstem Ma\u00dfe ungerecht, denn die Hefte von Ace zeichnen sich durch<strong> solides Artwork und literarische Qualit\u00e4t<\/strong> aus. Sie waren eben nicht so rei\u00dferisch wie manch andere.<\/p>\n<p>Dummerweise waren sie auch nie Trendsetter, Marktf\u00fchrer oder hatten einen memorablen Superhelden im Stall (betrachtet man Serien wie FOUR FAVORITES oder SUPER-MYSTERY COMICS, beide aus den 1940er-Jahren):<br \/>\n\u201eMagno and Davey\u201c (den unvermeidlichen \u201akiddie sidekick\u2018)? Den magischen Schwertk\u00e4mpfer \u201eThe Sword\u201c? Den Detektiv \u201eMr. Risk\u201c? Den tollpatschigen Teenager \u201eChuck\u201c?<br \/>\nAlles leider nur Mitl\u00e4ufer. Jedenfalls haben sie sich in <strong>allen Genres<\/strong> versucht, und zwar t\u00fcchtig. Oft gingen die Bem\u00fchungen aber nach hinten los.<\/p>\n<p>Die Titelbilder ihrer Horrorserien sind zum Beispiel oft schockierend\u2026 langweilig.<br \/>\nZudem scheint die Redaktion davon besessen, ERKL\u00c4REN zu wollen, was auf dem Cover stattfindet. Ein gutes Cover braucht eben das NICHT. Die obligatorischen und vollkommen <strong>\u00fcberfl\u00fcssigen Sprechblasen<\/strong> auf den Ace-Covern tun ihr \u00fcbriges.<\/p>\n<p>Monologe wie <em>\u201eHimmel, haben Sie ein angsteinfl\u00f6\u00dfendes Kost\u00fcm! Gef\u00e4llt\u2019s Ihnen denn hier auf der Party? Also ich\u2026 Aaaaiiii! Hilfe!\u201c<\/em> ziehen den Comic ins L\u00e4cherliche, ehe man ihn \u00fcberhaupt ge\u00f6ffnet hat (<em>siehe Bildbeispiel unten<\/em>).<\/p>\n<p>Dabei sind die vier Gruselserien von Ace allesamt beachtlich:<\/p>\n<p><strong>THE BEYOND<\/strong><\/p>\n<p><strong>WEB OF MYSTERY<\/strong><\/p>\n<p><strong>BAFFLING MYSTERIES<\/strong><\/p>\n<p><strong>HAND OF FATE<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3434 alignleft\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover.jpg\" alt=\"BeyondCover\" width=\"288\" height=\"430\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover.jpg 1000w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover-200x300.jpg 200w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover-684x1024.jpg 684w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/BeyondCover-624x932.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/a>ACE HORROR bietet nach sturem Schema ausschlie\u00dflich Geschichten von immer 7 Seiten L\u00e4nge. Und die sind immer ausgekl\u00fcgelt, elaboriert und spannen oft eine gro\u00dfe Dramaturgie auf. Nat\u00fcrlich finden sich auch einige lachhafte Klamotten, aber Ace hat seine Leser nie mit fadenscheinigen 4-5-Seiten-\u201eQuickies\u201c abgespeist.<\/p>\n<p>Ace-Produkte sind um literarischen Anspruch bem\u00fcht und z\u00e4hlen mit den Heften von EC zu den<strong> skriptlastigsten Comics<\/strong> ihrer Zeit.<br \/>\nZudem gibt sich ACE HORROR klassisch, ohne jedoch zu langweilen. Die Geschichten spielen h\u00f6chst selten auf US-amerikanischem Boden, sondern entf\u00fchren die Leser in die traditionstr\u00e4chtigen L\u00e4nder Europas und Asiens.<\/p>\n<p><strong>ACE HORROR ist vornehmer Horror!<\/strong><\/p>\n<p>Es finden sich auch weder Schockgeschichten noch Geschmacklosigkeiten. Das mag man einseitig finden, aber ich breche, wo es geht, eine Lanze f\u00fcr den Ace-Verlag.<br \/>\nDie haben nie Schnickschnack, sondern immer Qualit\u00e4t geliefert. H\u00e4tten diese Zeichner bei EC gearbeitet, w\u00e4ren sie \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt worden und heute G\u00f6tter im Comic-Olymp.<\/p>\n<p>Damit kommen wir zu einem kurzen \u00dcberblick \u00fcber das Personal. Ace verf\u00fcgt \u00fcber (immerhin) einen Zeichner, der Insidern ein Begriff ist: <strong>Lou Cameron<\/strong>.<\/p>\n<p>Der ist aber zu Beginn noch ganz schlecht (und bekommt Rocco Mastroserio als Inker an die Seite gestellt). Erst im letzten Jahr bl\u00fcht Cameron zu ungeahnter Meisterschaft auf und wagt vor allem layouterisch atemberaubende Experimente.<\/p>\n<p>Die drei anderen Stammzeichner bei Ace hei\u00dfen<strong> Ken Rice, Louis Zansky<\/strong> und <strong>Jim McLaughlin<\/strong> \u2013 und sind zu entdecken! Parallel zu Cameron leisten Rice und McLaughlin im Jahre 1953\/54 Erstaunliches; Zansky ist eine Klasse f\u00fcr sich und arbeitet auf gleichbleibend hohem Niveau. Sein organisch-fl\u00fcssiger Stil ist mit Gene Colan und Bernard Krigstein verwechselt worden.<\/p>\n<div id=\"attachment_3437\" style=\"width: 370px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3437\" class=\" wp-image-3437\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf.jpg\" alt=\"ZANwolf\" width=\"360\" height=\"530\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf.jpg 1000w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf-203x300.jpg 203w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf-695x1024.jpg 695w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/07\/ZANwolf-624x919.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3437\" class=\"wp-caption-text\">Splash-Page von Louis Zansky<\/p><\/div>\n<p>Ich hatte die Ehre, ein wenig Pionierarbeit zu leisten und habe mit Hilfe von Jim Vadebonceour, Jr. alle (auch viele weitere) Zeichner identifizieren k\u00f6nnen. Interessant sind auch die K\u00fcnstler Lin Streeter, Sy Grudko, Chic Stone und Mike Sekowsky.<\/p>\n<p>Und es gibt noch eine verbl\u00fcffende Parallele zu EC. Alle Comics von Ace schwenken zum Jahresende 1952 von Handlettering auf <strong>Leroy Lettering<\/strong> um. Was EC schon seit Jahren praktiziert (und eigentlich nur, weil Bill Gaines den Letterer Jim Wroten von seinem Vater \u201egeerbt\u201c hatte).<\/p>\n<p>Aber ich komme schon ins Schwatzen. Wer mehr wissen m\u00f6chte, ist herzlich eingeladen, meine englische Webseite <a href=\"http:\/\/aces-of-ace.de\/\" target=\"_blank\">ACE HORROR <\/a>zu studieren.<br \/>\nAuf jeden Fall empfehle ich den Blick auf meine Auswahl von Ace-Horrorgeschichten (bunt gemischt), die ich ebendort unter dem Men\u00fcpunkt \u201eStories\u201c pr\u00e4sentiere.<br \/>\nJe l\u00e4nger ich mich mit Pre-Code-Horror besch\u00e4ftige, desto gr\u00f6\u00dfer wird mein Respekt vor Ace.<\/p>\n<p><em>(Diese Hefte haben tats\u00e4chlich kein Schwein interessiert, wahrscheinlich wegen der rotzd\u00e4mlichen Cover, die haben viel kaputtgemacht, schon gut, ich h\u00f6r ja auf\u2026)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ace-Verlag ver\u00f6ffentlichte 102 Horrorhefte (4 davon noch unter dem Code 1955) und ist damit (nach Atlas und ACG) der drittgr\u00f6\u00dfte Pre-Code-Horror-Produzent. \u00dcberhaupt ist Ace ein Schwergewicht der Comiclandschaft zwischen 1940 und 1955. 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