{"id":6638,"date":"2016-02-17T12:13:57","date_gmt":"2016-02-17T11:13:57","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=6638"},"modified":"2017-02-06T16:13:34","modified_gmt":"2017-02-06T15:13:34","slug":"der-holocaust-im-horrorcomic-der-1950er-jahre-ein-zeitdokument","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=6638","title":{"rendered":"NS-Konzentrationslager im Horrorcomic der 1950er Jahre &#8211; ein Zeitdokument?"},"content":{"rendered":"<h3>Gastbeitrag von Ralf Palandt<\/h3>\n<p><i>Der Autor ist Experte f\u00fcr politische Comics und der Meinung, dass Comicerzeugnisse das gesellschaftliche Geschehen ihrer Zeit wiederspiegeln.<br \/>\nMit Einschr\u00e4nkungen kann man Comics als historische Quellen betrachten.<br \/>\nIm Folgenden gibt uns Palandt einen <b>Abriss \u00fcber Darstellungen der Verbrechen in NS-Konzentrationslagern in US-Comicheften (haupts\u00e4chlich Precode-Horrorhefte)<\/b> und behandelt dann schwerpunktm\u00e4\u00dfig den Fall der Gattin des Kommandeurs des KZ Buchenwald, Ilse Koch, die, so hie\u00df es damals, Objekte gefertigt aus Menschenhaut sammelte.<br \/>\nDer mediale Wiederhall ihrer Grausamkeit schlug sich auch in einigen Comicgeschichten nieder. Diese trugen das Thema in fiktiver Aufbereitung weiter \u2013 oder schlachteten es sensationsgierig aus, je nach Sichtweise.<br \/>\n<\/i> <em>Palandt diskutiert zum Schluss seines Beitrags noch die <b>psychoanalytische Wirkung von Horror<\/b> an sich.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Texte \u00fcber Comics und Holocaust beginnen mit <b>\u201eMaster Race\u201c<\/b> von Al Feldstein (Skript) und<b> <\/b>Bernard Krigstein (Zeichnung).<br \/>\nDer US-Comic erschien 1955 in der ersten Ausgabe der Heft-Serie \u201eImpact\u201c des f\u00fcr seine Horror-Comics bekannten EC Comics-Verlags.<br \/>\nDie Geschichte \u00fcber die Konfrontation des KZ-Kommandanten Carl Reissman mit einem ehemaligen Opfer <b>thematisiert<\/b> u.a. die B\u00fccherverbrennung, die Reichsprogromnacht, <b>die Konzentrationslager mit ihren Gaskammern<\/b> und menschenverachtenden medizinischen Experimenten bis hin zu Lampenschirmen aus Menschenhaut (Online <a href=\"https:\/\/cacb.wordpress.com\/2008\/12\/03\/ec-comics-master-race\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6642\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4.jpg\" alt=\"MasterRace4\" width=\"1057\" height=\"973\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4.jpg 1057w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4-300x276.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4-1024x942.jpg 1024w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace4-624x574.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1057px) 100vw, 1057px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Doch <b>NS-KZs und die dort ver\u00fcbten Verbrechen waren schon VOR \u201eMaster Race\u201c Thema<\/b> in US-amerikanischen Comics.<\/p>\n<h3><b>NS-Konzentrationslager in US-Comics der 1940\/50er Jahre<\/b><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs sind es vor allem die Super- und Action-Helden-Comics, in denen KZs genannt und gezeigt werden.<br \/>\nIn \u201eNational Comics\u201d #30 (Quality, M\u00e4rz 1943) befreit der Superheld <b>The Unknown<\/b> Gefangene aus dem KZ Dachau (<em>das komplette Heft findet sich online <a href=\"http:\/\/comicbookplus.com\/?dlid=19886\" target=\"_blank\">HIER<\/a>, bitte Seite 24 ansteuern<\/em>).<br \/>\nWeitere Beispiele stellt Bernhard Schaffer in \u201eAdolf und die Propaganda. Das Dritte Reich im Spiegel der Zeitungscomics Amerikas\u201c vor (1994, S. 89-91).<\/p>\n<p>Nach dem Krieg erz\u00e4hlen Comics auch \u201ebiographische\u201c Leidensgeschichten. In <b>\u201eHero. A True Story\u201c<\/b> (in \u201eBoy Comics\u201c #24, Lev Gleason, Okt. 1945) schreibt der Russe Valentin Yelchishev die erlebten Greultaten in NS-Arbeitslagern auf (<em>das komplette Heft findet sich online <a href=\"http:\/\/comicbookplus.com\/?dlid=21425\" target=\"_blank\">HIER<\/a>, bitte Seite 25 ansteuern<\/em>).<\/p>\n<p>In <b>\u201eEscape from Maidenek\u201d<\/b> (in \u201cStamps Comics\u201d #4, Youthful Magazines, April 1952) kann Eli Panyck, ein politischer Gefangener aus Polen, dem KZ Majdanek entfliehen und sp\u00e4ter vor Gericht Zeugnis ablegen \u00fcber Gaskammern und gegen Nazi-M\u00f6rder (<em>das komplette Heft findet sich online <a href=\"http:\/\/comicbookplus.com\/?dlid=10769\" target=\"_blank\">HIER<\/a>, bitte Seite 22 ansteuern<\/em>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6646\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1.jpg\" alt=\"CityOfSlaves1\" width=\"410\" height=\"601\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1.jpg 1140w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1-205x300.jpg 205w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1-699x1024.jpg 699w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CityOfSlaves1-624x913.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/a>In <b>\u201eCity of Slaves\u201d<\/b> (in \u201eBattlefield\u201c #9, Atlas, M\u00e4rz 1953) wird der Franzose Alain in das KZ Dachau deportiert und erf\u00e4hrt von den Menschenversuchen in Unterdruckkammern. Als Tenor dieser Geschichten sei ein Satz aus dem Anfangstext des ersten Panels von \u201eCity of Slaves\u201d zitiert: \u201eThe murdered, maimed and tortured must be avenged and the guilty must bear their guilt for their crimes to humanity!\u201c<\/p>\n<p><strong>Doch oft m\u00fcssen die (toten) Opfer selbst f\u00fcr Gerechtigkeit sorgen.<\/strong><br \/>\nHier ein paar Beispiele:<\/p>\n<p><b>\u201eA Gravedigger\u00b4s Terror!\u201d<\/b> (in \u201eMysterious Adventures\u201c #11, Story Comics, Dez. 1952) beginnt 1942 mit dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich. Der Dorf-Totengr\u00e4ber Franz Gerlui kollaboriert und foltert Gefangene, von seiner Frau Frieda ekstatisch zu mehr Grausamkeit angetrieben.<br \/>\nSo wird sie Aufseherin im KZ-Bereich der Frauen. Auf der Flucht vor der US-Armee entdeckt Gerlui das Geheimnis der\u00a0 Blutgier seiner Frau: Sie ist eine Vampirin. Sie t\u00f6tet ihn und st\u00fcrzt &#8211; von der Leiche eines Folteropfers verfolgt &#8211; in einen t\u00f6dlichen Zaunpfahl (<em>komplette Geschichte online <a href=\"http:\/\/thehorrorsofitall.blogspot.de\/2008\/01\/gravediggers-terror.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a><\/em>).<\/p>\n<p>In <b>\u201eThe Butcher of Wulfhausen!\u201d<\/b> (in \u201eKent Blake of the Secret Service\u201c #14, Atlas,<br \/>\nJuli 1953) flieht Colonel Kurt von Richter, der als Kommandant des KZs Wulfhausen Gefangene pf\u00e4hlen lies, 1952 aus der US-amerikanischen in die sowjetische Zone. Secret Service Agent Barry Stone verfolgt ihn bis zum ehemaligen KZ, wo der gesuchte Kriegsverbrecher \u00fcber eine Skeletthand in ein Massengrab stolpert (oder gezogen wird?!) und von einem seiner Pf\u00e4hle aufgespie\u00dft wird (<em>komplette Geschichte online <a href=\"http:\/\/timely-atlas-comics.blogspot.de\/2013\/05\/a-history-of-atlas-war-comics-1950-1960.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>, jedoch muss man sehr weit herunterscrollen, besser Suchfunktion &#8211; Str\/F oder Cmd\/F &#8211; nach &#8222;Wulfhausen&#8220; eingeben<\/em>).<\/p>\n<p>In<b> \u201eThe Dead Remember!\u201d <\/b>(in \u201eForbidden Worlds\u201c #25, American Comics Group, Jan. 1954) trifft sich nach dem Krieg Hans Krause, ehemaliger \u201eWachtmeister\u201d der SA, mit weiteren Altnazis, um Hitlers Geburtstag zu feiern. Auf dem R\u00fcckweg, am ehemaligen KZ vorbei, ziehen ihn die Geister seiner Opfer unter die Erde mit den Worten: \u201ePerhaps some of the living have forgotten \u2026 but the dead remember!\u201c (<em>komplette Geschichte online<\/em> <a href=\"http:\/\/thehorrorsofitall.blogspot.de\/2008\/03\/dead-remember.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im Comic \u201eA Gravedigger\u00b4s Terror!\u201d das<b> <\/b>Zahngold get\u00f6teter H\u00e4ftlinge angesprochen wird, thematisieren andere Horror-Comics die unmenschlichen Experimente.<\/p>\n<p>In <b>\u201eTerror of the Stolen Legs\u201c<\/b> (in \u201eDark Mysteries\u201c #18, Master Comics, Juni 1954) spritzt Dr. Franz Burch in einem Linzer KZ ohne Erfolg H\u00e4ftlingen ein Serum, das Tote wieder zum Leben erwecken soll. Als bei einem Opfer das Experiment gelingt, wird der Untote verscharrt. Doch Nacht f\u00fcr Nacht entsteigt das Skelett seinem Grab und sucht den Arzt heim (<em>komplette Geschichte<\/em> <em>online <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-ugly\/terror-of-the-stolen-legs\" target=\"_blank\">HIER <\/a>auf FIFTIES HORROR<\/em>).<\/p>\n<p>In<b> \u201eThe Living-Dead\u201d<\/b> (in \u201eDark Mysteries\u201c #20, Master Comics, Okt. 1954) verirrt sich Ivor, Sohn des Nazi-Wissenschaftlers Dr. Klaus Blau, in ein Haus im Schwarzwald. Er verliebt sich in Vania, doch sie und weitere KZ-\u00dcberlebende hatte sein Vater f\u00fcr seine Experimente missbraucht.<br \/>\nEin Serum sollte die blutleeren Opfer heilen, so wie sp\u00e4ter verblutete Soldaten. Aber Blau fl\u00fcchtete vor der US-Armee und seine Opfer blieben als Zombies zur\u00fcck. Um sterben zu k\u00f6nnen, holen sie sich jetzt das Blut Ivors, dem sein Vater das Serum gespritzt hatte (<em>komplette Geschichte<\/em> <em>online <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/just-crazy\/the-living-dead\" target=\"_blank\">HIER <\/a>auf FIFTIES HORROR<\/em>).<\/p>\n<h3><b>Comics als Zeitdokumente<\/b><\/h3>\n<p>Die Bez\u00fcge zu realen NS-Verbrechen in den Beispielen werfen die Frage auf, <b>ob Comics an sich mehr als reine Unterhaltung<\/b> sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/DeadRemember.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6649\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/DeadRemember.jpg\" alt=\"DeadRemember\" width=\"360\" height=\"530\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/DeadRemember.jpg 600w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/DeadRemember-203x300.jpg 203w\" sizes=\"(max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/a>1990 pl\u00e4dierte der Historiker Michael Scholz in seinem Aufsatz \u201eComics \u2013 eine neue historische Quelle?\u201c f\u00fcr eine neue Perspektive: \u201eComics sind Produkte und somit Spiegel der Gesellschaft. [\u2026 ] Mit der Zurkenntnisnahme der <b>Comics als historische Quelle<\/b> erh\u00e4lt der Historiker interessantes Material zur Geschichte der Mentalit\u00e4ten; sowohl ihr als auch den Comics wird in Zukunft mehr Aufmerksamkeit beizumessen sein.\u201c (S. 1008 und 1010)<\/p>\n<p>Vier Jahre sp\u00e4ter stellte der Historiker und Geschichtsdidaktiker Hans-J\u00fcrgen Pandel in seinem Aufsatz \u201eComicliteratur und Geschichte\u201c in einer ersten Typologie f\u00fcr Geschichtscomics die Kategorie <b>\u201eQuellencomic\u201c<\/b> vor:<br \/>\n\u201eDer erste Typ ist der Comic als Quelle. Beim Quellencomic ist es <b>nicht wichtig, ob der dargestellte Inhalt empirisch triftig ist oder nicht<\/b>; verb\u00fcrgt muss aber die Herkunft und Entstehungszeit sein. Quellencomics m\u00fcssen Zeugen ihrer Zeit sein.<br \/>\nIm Grunde ist <b>jeder Comic eine historische\u00a0 Quelle f\u00fcr seine Zeit, da er immer auch die eigene Zeit verarbeitet<\/b>, auch wenn er sich thematisch in noch so entlegene Zeiten und R\u00e4ume begibt. Allerdings gibt es auch beim Comic wie bei historischen Quellen generell aussagekr\u00e4ftige und solche, die auch bei noch so kr\u00e4ftigem Pressen [wenig] hergeben.\u201c (1994, S. 22)<\/p>\n<p>Nachfolgende Autor_innen nahmen den Gedanken auf und betonten, dass der Quellencharakter von Comics eine eigene, \u00fcbergeordnete Dimension bildet, unabh\u00e4ngig von inhaltlichen (Geschichts-)Darstellungstypen (siehe Munier 2000, S. 107; Mounajed 2009, S.\u00a0 46; Dolle-Weinkauff 2014, S. 30-31).<\/p>\n<p>Aus der Sicht der Kommunikationswissenschaft stellt sich die diesbez\u00fcgliche Beziehung zwischen Comics und Zeitgeschichte f\u00fcr mich wie folgt dar: Comics sind Produkte unserer Kultur und eingebunden in gesellschaftliche Prozesse. <b>Comics greifen Themen der gesellschaftlichen Diskussion auf und verarbeiten sie<\/b> \u2013 manche mehr und manche weniger direkt \u2013 manche anspruchsvoll und manche trivial. So oder so, <b>sie sind Zeitdokumente<\/b>. Sie wirken in die Gesellschaft hinein und spiegeln diese gleichzeitig.<\/p>\n<p>Soweit die Theorie. Doch l\u00e4sst sich die allgemeine Beobachtung durch die Betrachtung eines konkreten Falls st\u00fctzen? Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass sich von Fall zu Fall Darstellungen in Comics auf bedeutsame Ereignisse der Zeitgeschichte und gesellschaftliche Reaktionen zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Um die Hypothese auf Stichhaltigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, werden<\/p>\n<p>1. eine Auswahl an Darstellungen in Comics als Materialbasis bestimmt,<\/p>\n<p>2. entsprechende Vorkommnisse sowie<\/p>\n<p>3. Verbindungen der Comic-Macher_innen zu den Vorkommnissen gesucht, und<\/p>\n<p>4. eine Erkl\u00e4rung des Vorgefundenen versucht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/PalandtPic.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6640\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/PalandtPic.jpg\" alt=\"PalandtPic\" width=\"900\" height=\"497\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/PalandtPic.jpg 900w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/PalandtPic-300x165.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/PalandtPic-624x344.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><b>Darstellungen in Comics: Objekte aus Menschenhaut<\/b><\/h3>\n<p>Blickt man auf die US-Comics der 1950er Jahre zum Thema NS-Konzentrationslager, fallen Comics auf, deren Geschichten sich um <b>Objekte aus Menschenhaut<\/b> drehen oder diese zumindest ansprechen.<\/p>\n<p><b>\u201eCorpses of the Jury\u201c<\/b> (in \u201eVoodoo\u201d #5, Skript\/Zeichnung: Iger Shop, Ajax\/Farrell, Jan. 1953, Reprint in \u201eTales of Voodoo\u201d Vol. 2 #4, Eerie Publications, Sep. 1969) beginnt in einem KZ Anfang 1945: Colonel Karl Bucher holt ein M\u00e4dchen aus einer Gruppe, die in die Gaskammer gehen soll, und will sich an ihr vergehen. Sie wehrt sich und <strong>ein Untergebener macht aus der Haut ihrer H\u00e4nde Handschuhe<\/strong> f\u00fcr Bucher. Als zwei Wachen das noch lebende M\u00e4dchen in die Leichengrube werfen, verflucht sie den Colonel.<br \/>\nDieser flieht gegen Kriegsende \u00fcber die Schweiz nach New York. Dort tr\u00e4gt er weiterhin die Handschuhe aus Menschenhaut und arbeitet an einer neuen Nazi-Partei unter seiner F\u00fchrung. Eines Nachts erscheint der Geist des M\u00e4dchens und fordert die Haut zur\u00fcck. Sie l\u00e4sst Leichen in die Wohnung, die Bucher bei lebendigen Leib die Haut abziehen (<em>komplette Geschichte online<\/em> <a href=\"http:\/\/thehorrorsofitall.blogspot.de\/2010\/04\/corpses-of-jury.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p>In <b>\u201eThe Tattooed Heart!\u201c<\/b> (in \u201eBeware Terror Tales\u201c #6, Zeichnung: Harry Harrison?, Fawcett, M\u00e4rz 1953) steht Ludwig Stern (mit Herz-T\u00e4towierung auf der Brust) vor Gericht, u.a. <strong>angeklagt wegen Lampenschirmen aus Menschenhaut<\/strong>. Der KZ-Kommandant erinnert sich: Bei einer Inspektion hatte er die Frau eines H\u00e4ftlings mitgenommen und aus ihrer Haut einen weiteren Lampenschirm f\u00fcr seine Sammlung machen lassen. Ihr Mann wird erschossen und verflucht sterbend den Kommandanten.<br \/>\nAls die amerikanische Armee anr\u00fcckt, <strong>verbrennt Stern seine Menschenhaut-Lampenschirme<\/strong> und flieht. Doch die Geister seiner Opfer treiben ihn zur\u00fcck in die Arme der US-Armee. Der folgende Prozess endet dank gef\u00e4lschter Beweise mit Freispruch. Stern kauft sich mit dem Geld, das er zur Seite geschafft hatte, ein Schloss. Dort erwarten ihn die Geister und nehmen Rache. Auf sein Schreien hin st\u00fcrzen zwei Helfer ins Schloss. Ihnen f\u00e4llt aber nichts auf, auch nicht der neue Lampenschirm aus Menschenhaut mit Herz-T\u00e4towierung (<em>komplette Geschichte online<\/em> <a href=\"http:\/\/thehorrorsofitall.blogspot.de\/2014\/12\/the-tattooed-heart.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/tattooedHeart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6652\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/tattooedHeart.jpg\" alt=\"tattooedHeart\" width=\"1000\" height=\"463\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/tattooedHeart.jpg 1000w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/tattooedHeart-300x138.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/tattooedHeart-624x288.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In <b>\u201eOut of the Grave\u201d<\/b> (in \u201eHaunted Thrills\u201d #11, Skript\/Zeichnung: Iger Studios, Ajax\/Farrell, Sep. 1953) t\u00f6tet Colonel Eric von Grimm, Kommandant des italienischen Dorfes Basilo, eigenh\u00e4ndig Partisanen, w\u00e4hrend seine Frau Helga sich einen <strong>Lampenschirm aus Menschenhaut<\/strong> anfertigen l\u00e4sst (\u201eThat horrible Gretchen Smutcher has one, and I couldn\u00b4t let her get ahead of me!\u201c).<br \/>\nZu ihrem Bedauern prangt auf dem Lampenschirm eine T\u00e4towierung. Das bringt Colonel von Grimm auf die Idee, im nahegelegenen Gefangenenlager einen jungen Mann zu erschie\u00dfen und einen Schuhmacher aus dessen Haut neue Stiefel machen zu lassen. Der Schuhmacher erkennt anhand der t\u00e4towierten Gefangenennummer, dass es die Haut seines Sohnes ist. Er versieht die Stiefel mit explosiven Schnallen. Als ein General zu Besuch kommt, schl\u00e4gt der Colonel in seinen neuen Stiefeln die Hacken zusammen und rei\u00dft alle Nazis ringsherum mit in den Tod (<em>komplette Geschichte online<\/em> <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-ugly\/out-of-the-grave\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p>In <b>\u201eThe Torture Master\u201c<\/b> (in: \u201eMen&#8217;s Adventures\u201c #24, Zeichnung: Russ Heath, Atlas, Nov. 1953) operiert Heinrich von Brenner, Kommandant des KZ Kesselwald, H\u00e4ftlinge (ohne Narkose) und nimmt ihre Haut f\u00fcr Lampenschirme her. Als Heinrich Himmler auf der Suche nach einem Verr\u00e4ter zu Besuch kommt, gelingt es den Gefangenen, ihren Peiniger als US-amerikanischen Spion erscheinen zu lassen. Als t\u00f6dliche Strafe wird er den H\u00e4ftlingen \u00fcberlassen (<em>komplette Geschichte online<\/em> <a href=\"http:\/\/pappysgoldenage.blogspot.de\/2011\/03\/number-918-torture-master-its-testament.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/p>\n<p>Im April 1955 folgte die Ver\u00f6ffentlichung der eingangs genannten Comic-Geschichte <b>\u201eMaster Race\u201c<\/b>, die von Al Feldstein urspr\u00fcnglich f\u00fcr \u201eCrime SuspenStories\u201c #26 geschrieben und vom Zeichner Bernard Krigstein im April 1954 im EC Comics-Verlag abgeliefert worden war (siehe Sadowski 2002, S. 177 und 179).<\/p>\n<p><b>Das Aufgreifen von Objekten aus Menschenhaut scheint als ein herausragendes Motiv geeignet zu sein, f\u00fcr die Suche nach zeitnahen Ereignissen und gesellschaftliche Reaktionen als m\u00f6gliche Bezugsquelle.<\/b> Und nat\u00fcrlich kommt einem gleich Ilse Koch in den Sinn, die Ehefrau des KZ Buchenwald-Kommandanten Karl Koch, die als die \u201eHexe von Buchenwald\u201c traurige Ber\u00fchmtheit erlangte.<\/p>\n<h3><b>Ereignisse und gesellschaftliche Reaktionen: \u201eIlse Koch, die Lady mit dem Lampenschirm\u201c <\/b>(N.N. 1950, S. 12)<\/h3>\n<p>So lautete 1950 die \u00dcberschrift eines Artikels \u00fcber die sogenannte <b>\u201eKommandeuse von Buchenwald\u201c<\/b> im Nachrichtenmagazin \u201eDer Spiegel\u201c (N.N. 1950, S. 12-16, ganzer Artikel im Online-Archiv <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-44447388.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>), in Anlehnung an die angebliche \u00dcberschrift in einer Ausgabe des US-amerikanischen \u201eLife\u201c-Magazines. Der \u201eSpiegel\u201c-Artikel handelt u.a von der Befreiung des KZs Buchenwald durch die US-Armee. Mit den Soldaten kamen Kameram\u00e4nner und Kriegsberichter der alliierten Presse und berichteten. <b>\u201eDie Geschichte der Ilse Koch, der \u201arothaarigen, gr\u00fcn\u00e4ugigen Hexe von Buchenwald\u2018 rauscht durch die Weltpresse.<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/IlseKoch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6654\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/IlseKoch.jpg\" alt=\"IlseKoch\" width=\"350\" height=\"482\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/IlseKoch.jpg 500w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/IlseKoch-217x300.jpg 217w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Die Berichte enthalten das, was die Befreiten teils aus eigenem Erleben, teils von \u201aallgemein im Lager bekannten Tatsachen\u2018 erz\u00e4hlt haben. Darunter auch, dass die <strong>Kommandeuse<\/strong> sich die Nummern von H\u00e4ftlingen mit besonders prachtvollen T\u00e4towierungen notierte, sie t\u00f6ten und <b>ihre T\u00e4towierungen zu Lampenschirmen, Buchh\u00fcllen, Photoalben und Handschuhen f\u00fcr sich verarbeiten lie\u00df<\/b>.\u201c (Ebd. S. 14.)<\/p>\n<p>Ein US-amerikanischer Bildberichter versammelte zum Fotografieren \u201ezwei nach Kopfj\u00e4germethode auf Faustgr\u00f6\u00dfe zusammengeschrumpfte Menschenk\u00f6pfe, mehrere St\u00fccke gegerbter t\u00e4towierter Menschenhaut und eine Tischlampe mit einem Pergamentschirm\u201c (ebd.) auf einem Tisch (<em>Foto siehe unten rechts<\/em>) &#8211; \u201eWenig sp\u00e4ter erscheint derselbe Lampenschirm in einem amerikanischen Dokumentarfilm und den Wochenschauen als der \u201a<strong>Lampenschirm der Ilse Koch<\/strong>\u2018.\u201c (Ebd.)<\/p>\n<p>(Die Bildgeschichte \u201eAtrocity Story\u201d zeigt \u201econcentration camp atrocity\u201c-Filmvorf\u00fchrungen im Comic-Heft \u201cBattlefield\u201d #2, Atlas, Juni 1952 (<em>komplette Geschichte online <a href=\"http:\/\/timely-atlas-comics.blogspot.de\/2013\/05\/a-history-of-atlas-war-comics-1950-1960.html\" target=\"_blank\">HIER<\/a>, jedoch muss man sehr weit herunterscrollen, besser Suchfunktion &#8211; Str\/F oder Cmd\/F &#8211; nach &#8222;Atrocity&#8220; eingeben<\/em>).<\/p>\n<p>Der \u201eSpiegel\u201c-Artikel behandelt auch die Verhaftung des Ehepaars Koch 1943 durch die SS wegen Mord und Unterschlagung. Der Prozess endete mit Karl Kochs Hinrichtung und Ilse Kochs Freilassung aus Mangel an Beweisen. Im Juni 1945 wurde sie von den US-Streitkr\u00e4ften als potentielle Kriegsverbrecherin verhaftet und im Dachauer Buchenwald-Prozess von einer US-amerikanischen Milit\u00e4rkommission <b>im August 1947 zu lebensl\u00e4nglicher Haft verurteilt<\/b> (vgl. \u201eThe Guilty: The butchers of Buchenwald hear the stern judgment of civilization\u201d in \u201eLife\u201d vom 25. Aug. 1947, S. 39: \u201eOne of the charges against her stated that she ordered specific prisoners killed so that she could have their tattooed skins for lamp shades and gloves.\u201d <em>Komplettes LIFE-Magazin online unter Google-Books <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=LUIEAAAAMBAJ&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de#v=onepage&amp;q&amp;f=false\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einsehbar.<\/em><b> <\/b><\/p>\n<p><b>1948 wandelte General Clay<\/b>, Kommandant der US-amerikanischen Besatzungsmacht, <b>die Strafe in eine vierj\u00e4hrige Haft um<\/b>. \u201eDiese Meldung entfesselt in Amerika einen selbst f\u00fcr amerikanische Verh\u00e4ltnisse<strong> h\u00f6llischen Skandal<\/strong>. Die Leitartikler der gro\u00dfen Zeitungen kennen nur noch ein Thema: Jeden Tag einen Koch-Artikel.\u201c (Ebd., S. 15. Vgl. \u201eWhy free Ilse Koch \u2013 Mistress of Buchenwald?\u201d von William D. Denson, Robert Lowe Kunzig und James O\u2019Donnell, in \u201eLook\u201d vom 4. Jan. 1949, S. 36-39) Demonstrationen und Boykotts sind die Folge.<\/p>\n<p>\u201eAls Clay f\u00fcr einige Tage in New York ist, fordern Hunderte \u201aIlse Koch\u2018-Plakattr\u00e4ger seine Absetzung. <b>Ilse Koch ist zum Symbol Nazi-Deutschlands geworden<\/b>. Als Walter Gieseking in New York ein Konzert geben will, tragen die Demonstranten vor der Carnegie-Hall Plakate: \u201aSpielt Ilse Koch n\u00e4chsten Sonnabend?\u2018 \u201c (Ebd.) \u201eDer Spiegel\u201c zeigt ein Demonstrationsfoto mit dem Schild \u201eHow much for Ilse Koch\u2019s lampshades?\u201c (Ebd., S. 16)<\/p>\n<p>In ihrem Aufsatz \u201eDer Bann eines Bildes. Ilse Koch, die \u203aKommandeuse von Buchenwald\u2039\u201c zieht Alexandra Przyrembel das Fazit, \u201edass die Resonanz auf die Urteilsminderung in der amerikanischen Presse bis auf einige vereinzelte Stimmen vernichtend war\u201c und sich \u201eIlse Koch, die eine Vielzahl von Klischees \u00fcber die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes zu best\u00e4tigen schien\u201c zur \u201eneuralgischen Figur des amerikanischen Umgangs mit den Kriegsverbrechern\u201c entwickelt hatte (2002, S. 253).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Fundstuecke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6655\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Fundstuecke.jpg\" alt=\"Holocaust\" width=\"407\" height=\"313\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Fundstuecke.jpg 484w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Fundstuecke-300x231.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 407px) 100vw, 407px\" \/><\/a>Ein Unterausschuss des US-Kongresses kam zum Ergebnis: \u201aDie Urteilsrevision war nicht gerechtfertigt &#8230;\u2018 (N.N. 1950, S. 16) Der \u201eSpiegel\u201c-Artikel endet mit der Freilassung Ilse Kochs aus US-Haft 1949 in erneute, diesmal westdeutsche Untersuchungshaft. Denn 1950 klagte der bayerische Staatsgerichthof sie beim Landgericht Augsburg an.<br \/>\n<b>Im Januar 1951 wurde sie der Anstiftung zum Mord und Misshandlung an deutschen Gefangenen f\u00fcr schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt<\/b> (vgl. \u201eEcho from Buchenwald: From her own people Ilse Koch gets life term\u201d in \u201eLife\u201d vom 29. Jan. 1951, S. 38. <em>Komplettes LIFE-Magazin online unter Google-Books <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=7UsEAAAAMBAJ&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Life+1951&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiP-eW_subKAhVCIA8KHaorBhU4FBDoAQghMAE#v=onepage&amp;q=Life%201951&amp;f=false\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einsehbar.<br \/>\n<\/em>Der Revisionsantrag ihres Anwalts wurde im April 1952 abgelehnt (siehe Whitlock 2011, S. 258).<\/p>\n<p>\u201eJedesmal, wenn sie einen Antrag auf Freilassung \u2013 so z.B. bei der europ\u00e4ischen Kommission f\u00fcr Menschenrechte 1955 \u2013 stellte, wurde dies als st\u00f6rende Erinnerung an diese noch lebende Frau aufgefasst. Der geringste Hinweis auf eine m\u00f6gliche Freilassung hatte immer eine Flut \u00f6ffentlichen Protestes zur Folge.\u201c (Smith jr. 1983, S. 226).<br \/>\nDas letzte <b>Gnadengesuch wurde im April 1967 abgelehnt<\/b>. Die interne Begr\u00fcndung des Bayerischen Justizministeriums lautete: <b>\u201aDer Name der \u201aKommandeuse\u2018 Ilse Koch ist in der Welt\u00f6ffentlichkeit untrennbar mit dem KZ-System verbunden<\/b>. Es gibt daher keinen pers\u00f6nlichen Fall \u201aKoch\u2018, sondern nur das Politikum \u201aKoch\u2018. Das ist das Geschick dieser Frau.\u2018 (zitiert in Meier 2013, S. 122 und 132). F\u00fcnf Monate danach beging sie in ihrer Zelle Selbstmord.<\/p>\n<p>Doch nicht nur Ilse Koch wurde zum Sinnbild unmenschlicher Grausamkeiten, sondern auch der Lampenschirm.<br \/>\nAlexandra Przyrembel: <b>Der \u201emit Koch verbundene Lampenschirm\u201c symbolisierte \u201eunmittelbar nach 1945 noch die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern begangenen Verbrechen\u201c<\/b> (2002, S. 264).<br \/>\nUnd Harry Stein, Kustos der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald: \u201eDie Erz\u00e4hlung vom Lampenschirm aus Menschenhaut war Bestandteil der Nachkriegserz\u00e4hlung und wurde von der Presse, besonders im Umfeld der zwei gegen Ilse Koch 1947 und 1950 gef\u00fchrten Prozesse, stark aufgegriffen. Obwohl man Frau Koch in dieser Hinsicht keine konkrete Schuld nachweisen konnte, blieb die Lampenschirm-Geschichte lange Jahre fester Bestandteil der Buchenwald-Erz\u00e4hlung (nicht nur in der DDR).\u201c<br \/>\n<em>Auf der Webseite der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald erz\u00e4hlt Kustos Dr. Stein die Geschichte des Lampenschirms, online <a href=\"http:\/\/www.buchenwald.de\/1132\/\" target=\"_blank\">HIER<\/a>).<\/em><\/p>\n<p>Arthur L. Smith jr. schlie\u00dft seine Betrachtung des Ilse-Koch-Falls mit der Feststellung: \u201eEs mag zwar ironisch anmuten, aber wenn General Clay das Urteil akzeptiert h\u00e4tte, dann w\u00e4re sie zusammen mit den anderen Kriegsverbrechern von einem der Nachkriegsrevisionskomitees in den f\u00fcnfziger Jahren freigesprochen worden. (37)<strong><br \/>\nBis Mai 1958 war jeder Gefangene, der von einem der US-Milit\u00e4rgerichte als Kriegsverbrecher verurteilt und in das Landsberger Gef\u00e4ngnis eingewiesen worden war, wieder in Freiheit!<\/strong><br \/>\nSogar Personen, die man f\u00fcr schuldig befunden hatte, Piloten der alliierten Streitkr\u00e4fte get\u00f6tet und Massenverbrechen in Konzentrationslagern begangen zu haben, wurden freigelassen. (38)\u201c (Smith 1983, S. 226-227, Fu\u00dfnote 37: John Mendelsohn, \u201eFrom Prosecution to Clemency for War Criminals\u201c. Unver\u00f6ffentlichter Vortrag auf dem Kongress der American Historical Association. San Francisco 1979, S. 26ff.; Fu\u00dfnote 38: A.a.O., S. 28-29). Dazu geh\u00f6rten auch SS-M\u00e4nner, die das US-Milit\u00e4rgericht in Dachau gemeinsam mit Ilse Koch &#8211; u.a. zum Tode &#8211; verurteilt hatte (siehe Meier 2013, S. 132-133).<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Comicproduzent_innen unter dem Einfluss des Zeitgeschehens:<\/b><\/p>\n<h3><b>\u201eMany Americans began to discuss the unspeakable crimes of the Holocaust, but most found it all too hard to believe.\u201d <\/b>(Jukovsky 1988)<\/h3>\n<p>Leider kann man die Herausgeber_innen, Zeichner_innen und Autor_innen der vorgestellten Comics nicht mehr pers\u00f6nlich dazu befragen, wie und was sie von den Berichten \u00fcber die NS-Konzentrationslager, den Fall Ilse Koch und die Objekte aus Menschenhaut mitbekommen haben, wie sie dazu standen und ob bzw. was sie mit ihren diesbez\u00fcglichen Comics ausdr\u00fccken oder gar bewirken wollten. <b>Vielleicht ging es auch nur darum, die aktuelle Sensationslust an dem Thema als Kaufanreiz auszunutzen? Doch selbst dann w\u00e4ren die Comics ein Spiegel der Gesellschaft und Zeitdokument.<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Gefangene.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6659\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Gefangene.jpg\" alt=\"Gefangene\" width=\"420\" height=\"308\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Gefangene.jpg 600w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/Gefangene-300x220.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a>Der Comic-Historiker Martin Jukovsky schrieb: \u201eMany Americans began to discuss the unspeakable crimes of the Holocaust, but most found it all too hard to believe.<br \/>\n<b>\u201aMaster Race\u2018 was therefore an exceptional undertaking<\/b>. [\u2026] American Jews were most conscious of what the Nazis had done, and it is perhaps no coincidence that the artist, editor, and publisher involved in \u201aMaster Race\u2018 were all Jews. [\u2026] Obviously, the creators of \u201aMaster Race\u2018 were reading the newspapers very closely (and personally) in the aftermath of the Holocaust in the late Forties.\u201c (1988. Jukovsksys Artikel ist online <a href=\"http:\/\/www.jukovsky.com\/masterrace.html\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einzusehen).<\/p>\n<p>Doch das ist eine Information aus \u201ezweiter Hand\u201c. Gehaltvoller w\u00e4ren pers\u00f6nliche Aussagen und biographische Bez\u00fcge. Zeichner <b>Bernard Krigstein<\/b> etwa war im Mai 1943 von der US Armee eingezogen worden, behauptete sich w\u00e4hrend der Grundausbildung gegen antisemitische Bemerkungen eines anderen Rekruten und <b>kam \u00fcber England an die Front<\/b> in Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland (siehe Sadowski 2002, S. 27-61).<br \/>\nWer solche Erfahrungen macht, hat sich vermutlich auch nach dem Krieg f\u00fcr das Thema Kriegsverbrecher_innen interessiert. Zumindest <b>sein Bild der KZ-Gefangenen hinter Stacheldraht<\/b> in \u201eMaster Race\u201c (<em>vierte Seite Mitte rechts, auch weiter oben zu sehen, bitte hinaufscrollen<\/em>) hatte eindeutig ein Foto nach der Befreiung des KZ Ebensee in \u00d6sterreich zur Vorlage (<em>siehe nebenstehend<\/em>).<\/p>\n<p><strong>1972 fand eine \u201eEC Fan-Addict Convention\u201c<\/strong> mit drei Gespr\u00e4chsrunden statt, bei denen EC Comics-Fans dem Verleger Bill Gaines und ehemaligen Mitarbeiter_innen Fragen stellen konnten: \u201eThe Horror Panel\u201c am Nachmittag und \u201eThe War Panel\u201c am Abend des 27. Mai sowie \u201eThe Science Fiction Panel\u201c am Nachmittag des 28. Mai 1972 (Benson u.a. 1978, S. 21-44).<br \/>\nAuf dem \u201eHorror Panel\u201c erz\u00e4hlte <strong>Al Feldstein<\/strong> (Zeichner, Autor und Redakteur), dass <strong>einige Comics gezielt gesellschaftspolitische Botschaften enthielten:<\/strong><\/p>\n<p><em>Question<\/em>: I just wanted to congratulate you on doing <b>stories on race and religion<\/b>. You were the first comics to do that.<br \/>\n<em>Gaines<\/em>: Yes, I think in these days that\u00b4s called \u201arelevance\u2019.<br \/>\n<em>Question<\/em>: Where did you get the ideas for them? And what was the reaction?<br \/>\n<em>Feldstein<\/em>: Being socially conscious is not relegated only to today\u2019s times. <b>We came out of World War II, and we all had great hopes for the marvelous world of tomorrow.<\/b> And when we started writing our comics, I guess one of the things that was in the back of our minds was to do a little proselytizing in terms of social conscience. So Bill and I would try to include, mainly in our science fiction, but I think we did it in the horror books too, <b>what we called \u201apreachy\u2019 stories<\/b> \u2013 our own <b>term for a story that had some sort of a plea to improve our social standards<\/b>. As far as the reaction was concerned, we never had any problems with them, and they were well received. And they did what we wanted them to do.\u201d (Ebd., S. 22)<\/p>\n<p>Im \u201eWar Panel\u201c sagte <strong>Harvey Kurtzman<\/strong> (Zeichner, Autor und Redakteur) \u00fcber die EC Kriegscomics: \u201e<strong>All our stories really protested war<\/strong>.\u201c (ebd., S. 31), und nannte das Magazin \u201eLife\u201c als eine seiner Bildquellen (ebd. S. 36). Und Verleger Bill Gaines erkl\u00e4rte im \u201eScience Fiction Panel\u201d: \u201e[\u2026] science fiction traditionally has been <b>a great vehicle for an author to try to teach a moral or ethical lesson<\/b>, and we certainly were doing that throughout the entire history of\u00a0 EC\u2019s science fiction stuff.\u201d \u00a0(Ebd., S. 37)<\/p>\n<p>Das sind zwar nur indirekte Hinweise, die aber immerhin in eine gewisse Richtung deuten. <b>Demnach k\u00f6nnte \u201eMaster Race\u201c eine \u201epreachy story\u201c, d.h. mehr als blo\u00dfe Unterhaltung gewesen sein<\/b> <strong>sollen<\/strong>. Vielleicht gibt es noch das eine oder andere Interview mit Bernard Krigstein und Al Feldstein, dass hier f\u00fcr mehr Klarheit und Eindeutigkeit sorgen kann?<\/p>\n<div id=\"attachment_6666\" style=\"width: 1110px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6666\" class=\" wp-image-6666\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3.jpg\" alt=\"MasterRace3\" width=\"1100\" height=\"512\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3.jpg 1100w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3-300x139.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3-1024x476.jpg 1024w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/MasterRace3-624x290.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6666\" class=\"wp-caption-text\">Mehr als blo\u00dfe Comic-Unterhaltung? Bilderreihe aus Krigsteins &#8222;Master Race&#8220;<\/p><\/div>\n<p>Und wie verh\u00e4lt es sich bei den Beteiligten der anderen Comic-Geschichten um\/mit Menschenhaut-Objekten?<\/p>\n<p>Die Comic-Macher_innen haben die Objekte aus Menschenhaut in ihre Geschichten eingebaut oder ihre Geschichten um die Objekte herum aufgebaut. Sie mussten also vorher von diesen erfahren haben. Um hier Licht ins Dunkel der Verbindungen zu bringen, <b>bitte ich die Leser_innen von FIFTIES HORROR um Unterst\u00fctzung.<br \/>\nWer kennt diesbez\u00fcgliche Aussagen der Herausgeber_innen, Autor_innen und Zeichner_innen der betreffenden Comics <\/b>und kann die Fundstellen nennen? Bedauerlicherweise konzentrieren sich die Interviews, die ich bisher gefunden habe, auf Erz\u00e4hl- und Zeichentechniken, und ignorieren den zeitgeschichtlichen Hintergrund und die gesellschaftspolitische Bedeutung der NS-Konzentrationslager-Geschichten.<br \/>\nUnd kennt jemand vielleicht Zitate aus Leser_innen-Briefe oder Presse-Berichte, die Effekte auf die Rezipient_innen schildern?<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Zwischenbilanz: <\/b><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center\"><b><br \/>\nDass Nazi-Verbrecher_innen ihre \u201egerechte\u201c Strafe bekommen \u2013<br \/>\nsogar wenn die get\u00f6teten Opfer daf\u00fcr selbst sorgen m\u00fcssen \u2013<br \/>\nist das gemeinsame Sujet der oben vorgestellten US-Comics.<br \/>\nDoch warum wurde dieses Sujet in der fr\u00fchen Nachkriegszeit \u00fcberwiegend als Horror-Comic umgesetzt?<\/b><\/h3>\n<p>Eine m\u00f6gliche Antwort stellt Hans D. Baumann in seinem Buch \u201eHorror. Die Lust am Grauen\u201c vor: <b>\u201eBeim Horror geht es darum, das Grauen in fiktionaler Weise aufzubereiten, um es partiell genie\u00dfbar zu machen.\u201c<\/b> (Baumann 1989, S. 217)<\/p>\n<p>Er betrachtet die Faszination von Horror-Filmen aus psychoanalytischer Perspektive und kommt zu Erkl\u00e4rungen, die f\u00fcr alle Horror-Werke gelten k\u00f6nnen bzw. sollen. \u201e<b>Horror wirkt durch die Erzeugung des mittelbaren Grauens.<\/b> Stellvertretend f\u00fcr uns, die Rezipienten, werden die Protagonisten in entsetzliche Situationen gehetzt, und die <b>Gef\u00fchle<\/b>, welche die Produzenten dabei in ihnen aufsteigen lassen, <b>\u00fcbertragen sich auf uns<\/b>, w\u00e4hrend wir ihren fiktionalen Erlebnissen zusehen oder dar\u00fcber lesen.\u201c (Ebd, S. 285)<\/p>\n<p>\u201eEs mag uns noch so bewusst sein, aus welchen urt\u00fcmlichen Winkeln unseres Geistes wir den erleichterten Beifall vernehmen, wenn das Monster endlich zur Strecke gebracht worden ist \u2013 wir kommen um ein Aufatmen nicht herum, wenn die Bedrohung gebannt ist; endg\u00fcltig, [\u2026]. Das gelingt freilich nur, wenn wir uns mit den \u201aRichtigen\u2018 identifizieren. [\u2026] <b>Es sind die, die im ersten Teil als Opfer leiden m\u00fcssen, um im zweiten Teil unserer Anteilnahme als T\u00e4ter gewiss sein zu d\u00fcrfen.<\/b> Damit wir ihren Triumph am Ende teilen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie am Anfang stellvertretend f\u00fcr uns dem Grauen gegen\u00fcbertreten.\u201c (Ebd., S. 137)<\/p>\n<div id=\"attachment_6667\" style=\"width: 539px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6667\" class=\" wp-image-6667\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury.jpg\" alt=\"CorpsesJury\" width=\"529\" height=\"524\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury.jpg 918w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury-150x150.jpg 150w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury-300x297.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/CorpsesJury-624x618.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 529px) 100vw, 529px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6667\" class=\"wp-caption-text\">Das Grauen in bunten Bildchen. Die gefolterte Frau wird zum Sterben in die Leichengrube geworfen. Bildfolge aus &#8222;Out of the Grave&#8220;.<\/p><\/div>\n<p>Horror-Werke k\u00f6nnen dabei dort mit einer <b>Kritik am Bestehenden<\/b> ansetzen, \u201ewo es nicht so sehr um die Monster geht, welche von Wissenschaft und Technik hervorgebracht werden, sondern um das br\u00fcchige Weltbild \u00fcberhaupt.\u201c (Ebd., S. 216) Im vorliegenden Fall entsteht ein Bruch durch <b>die reale Grausamkeit der NS-Kriegsverbrecher_innen,<\/b> in einigen Comics symbolisiert\u00a0 durch Objekte aus Menschenhaut und <b>erst durch die \u00dcberzeichnung als Fiktion zu ertragen<\/b>.<\/p>\n<p>Ein Riss in der Alltagswirklichkeit (ebd., S. 77) entsteht aber auch durch die ausbleibende strafende Gerechtigkeit, sei es aufgrund von Flucht, Spurenverwischung oder der Strafreduzierung und \u2013Verschonung, d.h unter Umst\u00e4nden \u201emit Billigung (oder gar auf Veranlassung) des Staates\u201c (ebd., S. 151).<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich eine inhaltliche Aufgabe f\u00fcr Horror-Werke: \u201e<b>Ziel ist die\u00a0 Wiederherstellung des Ausgleichs<\/b>, die b\u00f6se Tat verlangt nach S\u00fchne, das Prinzip funktioniert nach der alttestamentarischen Auge-um-Auge-Regelung.\u201c (Ebd., S. 278) Zu diesem Zweck kann es n\u00f6tig sein, dass <b>die r\u00e4chenden Kr\u00e4fte aus dem Reich des \u00dcbernat\u00fcrlichen kommen<\/b> oder wirken, denn \u201eder Horror vertraut jedenfalls nicht auf die staatlichen Institutionen des Rechts, die auf unterschiedliche Weise ihre Unf\u00e4higkeit oder Korrumpierbarkeit offenbaren\u201c (ebd., S. 278-279).<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, <b>wenn in der Wirklichkeit die Gerechtigkeit versagt, dann biegen Horror-Werke im Fall der F\u00e4lle die Moral wieder gerade<\/b> und bringen Macher_innen und Rezipient_innen seelische Erleichterung. Das ist nur eine von verschiedenen m\u00f6glichen, bewusst oder unbewusst wahrgenommenen Funktionen und Wirkungen, wegen derer Horror-Werke geschaffen und rezipiert werden (vgl. ebd., S. 13-15).<\/p>\n<p>Eine andere w\u00e4re, dass <strong>Comic-Figuren stellvertretend in der Fiktion Aggressionen ausleben, die in der realen Gesellschaft ge\u00e4chtet sind<\/strong> und sanktioniert werden. Daher schlie\u00dft Hans D.\u00a0 Baumann nicht aus, dass \u201e<b>der Darstellung des Grauenvollen die reinigende Wirkung der Katharsis zukommen kann<\/b>\u201c (ebd., S. 111).<\/p>\n<p>So oder so, \u201evorrangige <b>Aufgabe des Horrors ist nicht das Umschiffen oder Brechen von Tabus<\/b>, sondern <b>das Erzeugen mittelbaren Grauens<\/b> \u2013 im g\u00fcnstigsten Fall mit dem Effekt, durch diese Vorf\u00fchrung leichter\u00a0 mit den eigenen \u00c4ngsten umgehen zu k\u00f6nnen\u201c (ebd., S. 234).<\/p>\n<h3><b>Das (vor\u00fcbergehende) Ende der Horror-Comics<\/b><\/h3>\n<p>Die EC-Horror-Comics erschienen ab 1950 und waren Pioniere in ihrem Genre: \u201eZur damaligen Zeit gab es im Comic-Bereich keine Horror-Geschichten, die diesen Namen auch verdient h\u00e4tten. Feldstein und Gaines etablierten nach den von anderen Verlagen erfolgreich initiierten Genres Crime, Western, und Romance einen neuen Trend, [\u2026].\u201c (Langhans 2015, S. 6)<\/p>\n<p>Doch sie f\u00fchrten auch zum (vor\u00fcbergehenden) <b>Ende des Horror-Genres<\/b>: \u201e1954 geriet EC unter Beschuss, zum einen durch Fredric Werthams Buch <i>Seduction of the Innocent<\/i>, das einen Zusammenhang zwischen gewaltt\u00e4tigen Comic-Storys und Jugendkriminalit\u00e4t herstellte und durch zahlreiche EC-Panels illustrierte, zum anderen durch die Saubermannkampagne des auf die Pr\u00e4sidentschaft erpichten Senators Estes Kefauver, welche die Einf\u00fchrung des selbstzensierenden Comics Code zur Folge hatte.\u201c (Ebd. S. 9-10)<\/p>\n<p><i>Vertiefungsartikel zu \u201eSeduction of the Innocent\u201c unter <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/wissen\/seduction-of-the-innocent\" target=\"_blank\">DIESEM LINK<\/a> auf FIFTIES HORROR.<\/i><\/p>\n<p>Am 7. Sep. 1954 schlossen sich Comic-Verleger zur \u201eComics Magazine Association of America\u201c (CMAA) zusammen, um dem Druck der Politik und \u00d6ffentlichkeit nachzugeben und staatlichen Ma\u00dfnahmen zuvorzukommen. In ihrem Auftrag leitete der Richter Charles F. Murphy eine \u201e<b>Comics Code Authority<\/b>\u201c (CCA), <b>die Comics vor deren Ver\u00f6ffentlichung auf ihre Jugendtauglichkeit hin \u00fcberpr\u00fcfte<\/b>, anhand der selbstentwickelten Comic-Code-Regeln von Fall zu Fall Zensur-Ma\u00dfnahmen zur Bedingung machte und am Ende das Werk mit einem briefmarken\u00e4hnlichem Pr\u00fcfsiegel (\u201eApproved by the Comics Code Authority\u201c) freigab. (Siehe Nyberg 1998, S. 110-111). <strong>Und ohne Pr\u00fcfsiegel wurden die Comics in der Regel vom Zeitschriftenhandel nicht mehr verkauft<\/strong> (siehe ebd., S. 127).<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem den Genres \u201eCrime\u201c (\u201eGeneral Standards Part A\u201c) und \u201eHorror\u201c (\u201eGeneral Standards Part B\u201c) <b>wurden Bedingungen zur Auflage gemacht, die eine Fortsetzung der Crime- und Horror-Comics im Grunde unm\u00f6glich machte<\/b>, sofern Verleger das Pr\u00fcfsiegel bekommen wollten (siehe \u201eComics Code 1954\u201c in: Ebd., S. 166-169). Ein Beispiel: \u201eAll scenes of horror, excessive bloodshed, gory or gruesome crimes, depravity, lust, sadism, masochism shall not be permitted.\u201c (Ebd., S. 167)<\/p>\n<p>In ihrem \u201ecomicbookattic\u201c-Weblog vergleichen Paul Tumey und Frank Young die oben erw\u00e4hnte Comic-Geschichte <b>\u201eOut of the Grave\u201c<\/b> mit dessen Nachdruck <b>\u201eFair Exchange&#8220; <\/b>(in: Strange #5, Ajax\/Farrell, Jan. 1958) und dokumentieren die <b>grotesken \u00c4nderungen<\/b>, die vorgenommen wurden, um das Comic-Code-Siegel zu bekommen (o<em>nline <a href=\"http:\/\/comicbookattic.blogspot.de\/2011\/02\/insanity-of-censorship-ruth-roche-and.html\" target=\"_blank\">HIER <\/a>zu sehen, unten eine Seite im Vergleich als &#8222;teaser&#8220;<\/em>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-6664\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave.jpg\" alt=\"OutOfGrave\" width=\"1129\" height=\"872\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave.jpg 1129w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave-300x231.jpg 300w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave-1024x790.jpg 1024w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/OutOfGrave-624x481.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1129px) 100vw, 1129px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Die oben genannte Comics-Code-Regel blieb zwar wie viele weitere bis 1989 bestehen, doch \u00e4nderte sich mit den Jahren die Auslegung.<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>1978 erschien die Horror-Comic-Geschichte <b>\u201eGypsy Shade\u201d<\/b> (in: \u201eThe House of Mystery\u201d #261, Skript: Arnold Drake, Zeichnung: Jess Jodloman, DC Comics, Okt. 1978) \u00fcber Anna Klein, die <b>Witwe des Kommandanten des KZs Blucher<\/b>, das von der US-Armee befreit wurde. 30 Jahre nach Kriegsende sitzt die verwitwete US-Immigrantin als Angeklagte vor Gericht. Zeug_innen berichten, wie sie dem Appellstehen der H\u00e4ftlinge zusah, sich an deren Goldz\u00e4hnen und Schmuck bereicherte und den t\u00e4towierten Roma Tonio verschwinden lie\u00df.<\/p>\n<div id=\"attachment_6671\" style=\"width: 459px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6671\" class=\" wp-image-6671\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade.jpg\" alt=\"GypsyShade\" width=\"449\" height=\"661\" srcset=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade.jpg 935w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade-203x300.jpg 203w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade-695x1024.jpg 695w, http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2016\/02\/GypsyShade-624x918.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-6671\" class=\"wp-caption-text\">Ilse-Koch-Wiederg\u00e4ngerin Anna Klein ereilt die strafende Gerechtigkeit, als die T\u00e4towierungen auf dem Lampenschirm aus Menschenhaut lebendig werden! Seite aus &#8222;Gypsy Shade&#8220;.<\/p><\/div>\n<p>Die Aussagen als H\u00f6rensagen und Ger\u00fcchte abtuend, erreicht Anna Klein einen Freispruch. Zuhause geht sie zur Tischlampe, die das geraubte Gold enth\u00e4lt.<br \/>\n<b>Im Schein des Lampenschirms erscheinen die T\u00e4towierungen des Roma an der Wand, werden lebendig und treiben Anna Klein in den Tod<\/b>.<br \/>\nIhr Nachbar findet sie auf dem Boden liegend. Auf dem Arm tr\u00e4gt sie eine vorher nicht vorhanden gewesene KZ-H\u00e4ftlingsnummer, die im Panel davor auch auf dem Lampenschirm zu sehen ist. Ihr Nachbar: \u201eI\u2019ll bet when we check out that number, we\u2019ll find it belonged to \u2026 Tonio!\u201c.<\/p>\n<p>In<b> \u201eStolen Skin\u201d<\/b> (in: \u201eWeird War Tales\u201c #105, Script: Robert Kanigher, Zeichnung: Ruben Yandoc, DC Comics, Nov. 1981) von 1981 wurden dann die Dinge im Bild gezeigt und wieder beim Namen genannt: Adolf Hitler sei stolz auf die t\u00e4gliche Quote an vergasten Juden, l\u00e4sst Heinrich Himmler den <b>KZ-Kommandanten Hans Ulrich<\/b> wissen. Der fragt sich, angesichts der nahenden US-Armee, vor den genannten Objekten stehend: \u201e<b>How can I explain the lampshades made of human skin?<\/b> \u2026 The hair of jewish women used to stuff mattresses? \u2026 Gold teeth to be melted into bullion to support the war effort?\u201d<\/p>\n<p>Der SS-Arzt <b>transplantiert ihm das Gesicht eines prominenten j\u00fcdischen H\u00e4ftlings<\/b> und t\u00e4towiert ihm dessen H\u00e4ftlingsnummer. Mit dieser Identit\u00e4t wird er nach dem Krieg Nazi-J\u00e4ger und behauptet, dem Mossad bei der Entf\u00fchrung Adolf Eichmanns geholfen zu haben. Er kommt nach Brasilien, angeblich auf der Spur nach Josef Mengele, doch tats\u00e4chlich will er, noch immer Nazi, zu seinen Gesinnungsgenossen. Die entf\u00fchren ihn, den j\u00fcdischen Nazi-J\u00e4ger, in ein KZ im Urwald. Er stirbt in der Gaskammer und am Schluss steht <b>ein Lampenschirm aus seiner Haut samt der H\u00e4ftlingsnummer<\/b> im Zimmer eines Nazis, der Adolf Hitler gleicht (<em>komplette Geschichte online <a href=\"http:\/\/thehorrorsofitall.blogspot.de\/2009\/04\/stolen-skin-out-of-grave.html\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einzusehen).<br \/>\nAnm. von FIFTIES HORROR: Wobei mir \u00fcbel aufst\u00f6\u00dft, dass der flotte 70er Jahre-Look des Artworks das Thema zu verharmlosen, wenn nicht gar zu diskreditieren scheint, man beachte den hippie-artig frisierten Hitler<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><b>Fazit<\/b><\/h3>\n<p>Die <b>Thematisierung von NS-Konzentrationslagern<\/b> und Objekten aus Menschenhaut in US-Comics der 1950er Jahre, das \u00f6ffentliche Aufsehen in den USA bis hin zu Demonstrationen betreffs des Falls Ilse Koch <b>und die psychoanalytische Betrachtung von Horror-Werken<\/b> auf m\u00f6gliche, wenngleich unbewiesene Effekte hin, <b>ergeben ein stimmiges Gesamtbild von Comics als Spiegel der Gesellschaft<\/b> bzw. als Zeitdokument, das jedoch, solange die Verbindungen der (Horror-)Comic-Macher_innen zu den Vorkommnissen sowie ihre Einstellungen und Absichten nicht aufgedeckt sind, noch keine ausreichende Stichhaltigkeit aufweist.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz kann das der Betrachtung zugrunde gelegte Modell dazu dienen, weitere F\u00e4lle durchzuspielen, um bei besser dokumentierten Verbindungen die Eigenschaft von Comics als historische Quellen \u00fcberzeugend aufzuzeigen.<\/p>\n<p><i>(Grundlage des Aufsatzes ist der Vortrag \u201eComics and the Processing of current History\u201d, gehalten am 2. <\/i><i>Okt. 2015 auf der Tagung \u201eComics and Satire \u2013 Cultural History Records &amp; Cultural Heritage?\u201d an der Uppsala University \u2013 Campus Gotland, Visby.<i> Hervorhebungen im Text durch <\/i><i>FIFTIES HORROR<\/i>.)<\/i><\/p>\n<p>Einen ausf\u00fchrlichen \u00dcberblick \u00fcber <b>\u201eEarly Representations of Concentration Camps in Golden Age Comic Books&#8220; <\/b>wird Markus Streb in einer der n\u00e4chsten Ausgaben des Online-Magazin \u201e<a href=\"http:\/\/sjoca.com\/\" target=\"_blank\">Scandinavian Journal of Comic Art<\/a>\u201c (SjoCA) bieten. An dieser Stelle ihm, Tillmann Courth von FIFTIES HORROR und Merle Koch herzlichen Dank f\u00fcr viele Hinweise.<\/p>\n<h4>Nachtrag Januar 2017:<br \/>\nDer erw\u00e4hnte Artikel von Markus Streb ist nun online einsehbar. Klicken Sie <a href=\"http:\/\/sjoca.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/SJoCA-3-1-03-Streb.pdf\">HIER<\/a>, es \u00f6ffnet sich ein PFD-Viewer.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><i><span style=\"text-decoration: underline\">Zur Person: Ralf Palandt<\/span><\/i><\/strong><\/p>\n<p><i>M.A. in Kommunikationswissenschaft, ist <strong>Gr\u00fcndungsmitglied der Gesellschaft f\u00fcr Comicforschung<\/strong> (ComFor, Internetpr\u00e4senz <a href=\"http:\/\/www.comicgesellschaft.de\/\" target=\"_blank\">HIER <\/a>zu finden) und geh\u00f6rt der Fachgruppe Visuelle Kommunikation der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich politischer Comics.<br \/>\nPalandt ist Herausgeber des Standardwerks \u201c<a href=\"http:\/\/shop.jugendkulturen.de\/publikationen-des-archivs\/74-rechtsextremismus-rassismus-und-antisemitismus-in-comics.html\" target=\"_blank\">Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitusmus in Comics<\/a>\u201d. <\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Literatur<\/b><\/p>\n<p>Foto 1: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Ilse_Koch.jpg\">Ilse Koch<\/a>,\u00a0 (As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.)<\/p>\n<p>Foto 2: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Buchenwald_Human_Remains_74066.jpg\">Buchenwald Human Remains<\/a>,\u00a0 (As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.)<\/p>\n<p>Foto 3: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Ebensee_concentration_camp_prisoners_1945.jpg\">Ebensee concentration camp prisoners 1945<\/a>,\u00a0 (As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Baumann, Hans D.: \u201eHorror. Die Lust am Grauen\u201c. Psychologie heute: Sachbuch. Weinheim, Basel: Beltz Verlag, 1989.<\/p>\n<p>Benson, John u.a.: \u201eThe Transcripts: 1972 EC Convention\u201d, in: \u201eSqua Tront\u201d #8 von 1978. Hrsg. John Benson. N.Y. \u201eThe Horror Panel\u201c S. 21-30, \u201eThe War Panel\u201c S. 31-36, \u201eThe Science Fiction Panel\u201c S. 37-44.<\/p>\n<p>Dolle-Weinkauff, Bernd: \u201eWas ist ein \u201aGeschichtscomic\u2018?\u201c, in: \u201eComparativ\u201c Heft 3: \u201eVerflochtene Vergangenheiten: Geschichtscomics in\u00a0 Europa, Asien und Amerika\u201c. Leipzig: Leipziger Universit\u00e4tsverlag, 2014, S. 29-46.<\/p>\n<p>Jukovsky, Martin: \u201e <a href=\"http:\/\/www.jukovsky.com\/masterrace.html\" target=\"_blank\">\u201aMaster Race\u2019 and the Holocaust<\/a>\u201d, in: \u201eImpact Reprint\u201d. West Plains\/Missouri: Russ Cochran, 1988.<\/p>\n<p>Langhans, Heiko: \u201eDie EC-Story. Klassiker wider Willen\u201c, in: \u201eComic Reddition. Zeitschrift f\u00fcr Graphische Literatur\u201c #62. Barmstedt: Verlag Volker Hamann \/ Edition Alfons, 2015, S. 4-10.<\/p>\n<p>Meier, Andr\u00e9: \u201eIlse Koch \u2013 Die Hexe von Buchenwald\u201c, in: \u201eGeschichte Mitteldeutschlands. Von Herrschern, Hexen und Spionen\u201c. Dresden: Sandstein Verlag, 2013, S. 120-33.<\/p>\n<p>Mounajed, Ren\u00e9: \u201eGeschichte in Sequenzen\u201c. Frankfurt a.M.: Peter Lang Verlag, 2009.<\/p>\n<p>Munier, Gerald: \u201eGeschichte in Comics\u201c. Hannover: Unser Verlag, 2000.<\/p>\n<p>N.N.: \u201e<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-44447388.html\" target=\"_blank\">Ilse Koch, die Lady mit dem Lampenschirm<\/a>\u201c, in: \u201eDer Spiegel\u201c Heft #7 vom 16. Feb. 1950, S. 12-16.<\/p>\n<p>Nyberg, Amy Kiste: \u201eSeal of Approval. The History of the Comic Code\u201d. Jackson\/MS: University Press of Mississippi, 1998.<\/p>\n<p>Pandel, Hans-J\u00fcrgen: \u201eComicliteratur und Geschichte\u201c, in: \u201eGeschichte lernen\u201c #37. Velber: Friedrich Verlag, Jan. 1994, S. 18-26.<\/p>\n<p>Przyrembel, Alexandra: \u201eDer Bann eines Bildes. Ilse Koch, die \u203aKommandeuse von Buchenwald\u2039\u201c, in: \u201eGed\u00e4chtnis und Geschlecht. Deutungsmuster in Darstellungen des nationalsozialistischen Genozids\u201c. Frankfurt a.M.: Campus Verlag, 2002, S. 245-267.<\/p>\n<p>Sadowski, Greg: \u201eB.Krigstein. Volume One (1919-1955)\u201c. Seattle\/Wa.: Fantagraphics Books, 2002.<\/p>\n<p>Schaffer, Bernhard: \u201eAdolf und die Propaganda. Das Dritte Reich im Spiegel der Zeitungscomics Amerikas\u201c. Wien: Edition Comic Forum, 1994.<\/p>\n<p>Scholz, Michael: \u201eComics \u2013 eine neue historische Quelle?\u201c, in: \u201eZeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaft\u201c Heft 1. Berlin: VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1990, S. 1004-1010.<\/p>\n<p>Smith jr., Arthur L.: \u201eDie \u201aHexe von Buchenwald\u2018. Der Fall Ilse Koch\u201c. K\u00f6ln: B\u00f6hlau Verlag, 1983.<\/p>\n<p>Stein, Harry: \u201e<a href=\"http:\/\/www.buchenwald.de\/1132\/\" target=\"_blank\">Stimmt es, dass die SS im KZ Buchenwald Lampenschirme aus Menschenhaut anfertigen lie\u00df?<\/a>\u201c, ohne Datum.<\/p>\n<p>Tumey, Paul; Young, Frank: \u201e<a href=\"http:\/\/comicbookattic.blogspot.de\/2011\/02\/insanity-of-censorship-ruth-roche-and.html\" target=\"_blank\">The Insanity of Censorship \u2013 Ruth Roche and The Comics Code in the 1950s<\/a>\u201d, vom 11. Feb. 2011.<\/p>\n<p>Whitlock, Flint: \u201eThe Beasts of\u00a0 Buchenwald\u201c. Brule\/Wisconsin: Cable Publ., 2011.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Ralf Palandt Der Autor ist Experte f\u00fcr politische Comics und der Meinung, dass Comicerzeugnisse das gesellschaftliche Geschehen ihrer Zeit wiederspiegeln. Mit Einschr\u00e4nkungen kann man Comics als historische Quellen betrachten. Im Folgenden gibt uns Palandt einen Abriss \u00fcber Darstellungen der Verbrechen in NS-Konzentrationslagern in US-Comicheften (haupts\u00e4chlich Precode-Horrorhefte) und behandelt dann schwerpunktm\u00e4\u00dfig den Fall der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":3594,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"page-templates\/full-width.php","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6638"}],"collection":[{"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6638"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7432,"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/6638\/revisions\/7432"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3594"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}