Blood in the Sky

(aus “Haunted Thrills” Nr. 11, im September 1953 von Ajax-Farrell veröffentlicht)

Zwei Männer streiten um eine Frau. Südstaatenschönheit Lucybelle entscheidet sich für Tim, und der aufbrausende Lufe versinkt in Trunksucht und schwarzen Gedanken. Dann macht die Handlung einen absurden Sprung von mehreren Jahren, Lucybelle ist „out of the picture“, sie ist verstorben, und Tim hat Lufe als Partner in seinem Laden angestellt!

Vier Seiten lang plant der äußerst nachtragende Lufe nun seine Blutrache an Tim, zwei weitere plagt ihn sein schlechtes Gewissen…
„Country Death Song“ möchte man diese triste Ballade lieber betiteln, denn es dreht sich hier um wuchtig-gekränkte Machogefühle. Die Autoren und Zeichner des Iger Studios wühlen langsam und gründlich in der Schäbigkeit und dem existentialistischen Elend der Figur Lufe und ihrer Gefangenheit in biblischen Grausamkeiten.

Legen Sie bei der Lektüre was Langsames von Johnny Cash auf und denken Sie immer daran: Es ist Texas!

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In der Tat, seltsame Früchte baumeln von den Bäumen („strange fruit“). „Blood in the Sky“ fängt auf unheimliche Weise die Düsternis und Verlorenheit des Menschen in archaischen Landschaften ein. Gut, von Landschaft sehen wir nicht viel, aber die provinzielle Atmosphäre sickert durch diese Bilder wie das Blut der Gehängten, heh, heh…

Der blutige Regen verdient besondere Beachtung. Denn es gibt ihn wirklich! Natürlich regnet es kein Blut, es handelt sich um aufgewirbelten Wüstenstaub vermischt mit Mineralien (beglaubigtes Ereignis in Bexar County 2008).  Übermäßig gläubige Naturen und sonstige Hysteriker nutzen solche Vorkommnisse (Blutregen!) jedoch für Beschwörungen einer nahenden Endzeit.

Hören wir einen Augenzeugen: Wir schalten hinüber zu Iger-Forscher Michael H. Price und eine seiner respektlosen Retuschen! Price ist Texaner und hat eine besondere Beziehung zu „Blood in the Sky“.

„I grew up amidst such hysterics, provoked in NW Texas by ordinary rain mixed with windswept red dirt and organic matter”. Als Zeitungsreporter sei er durch den abergläubischen Süden der USA gefahren und habe Landeier in Panik interviewt.

FIFTIES HORROR präsentiert exklusiv die Michael H. Price-Version „Blood Rain!“, die sich über die klischierte Handlung lustig macht – und den überflüssigen Iger-Text über weite Strecken nur durch ein manisches Glucksen („Uh hyuck uh hyuck…“) ersetzt.

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Die Schwarzweiss-Fassung von “Blood Rain!” erschien 2011 in  „Horror Comics from the Gone World.“ Die kolorierte Version ist zum ersten Mal hier zu sehen! Wer Spaß hat an Price’s Iger-Parodien, klicke auf die folgenden Links, um zwei weitere Geschichten auf FIFTIES HORROR zu sehen:

The Avenging Corpse“ und “Kiss of the Wampire”.

Price hat seine Werke auch in Buchform herausgebracht. Etliche Bände sehen Sie gelistet unter dieser Übersicht auf Amazon USA. Zwei davon hab ich mir schon über Amazon Deutschland besorgt.

 


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Ein Gedanke zu „Blood in the Sky

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