Dirt of Death!

(aus “Tomb Of Terror” Nr. 4, im September 1952 von Harvey Comics veröffentlicht)

Ein erboster Kleingärnter ist das Sujet dieser abgedrehten Horrorfabel aus der vielleicht manischsten Phase des Harvey-Verlags. Der Plot bemüht keine literarischen Vorbilder, sondern ist aus dem US-amerikanischen Alltag entwickelt.

Rasenfreund Stelpsen reklamiert den Dünger, den er bei dem Kauz (und Rasenflüsterer?) Gargan gekauft hat. Dieser habe seinen Rasen ruiniert. Dabei sehen wir deutlich auf Seite 2, dass Gargan nur feinste Zutaten benutzt (das sieht mir doch sehr nach Menschenknochen aus, was oben in der Mühle liegt!). Es kommt zum Streit und die Dinge eskalieren…

Schütteln Sie Ihren Kopf bei der Lektüre – und bleiben Sie bloß vom Rasen weg!

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Der Dünger wirkt, der Rasen grünt – eigentlich eine Win-Win-Situation für alle, wenn sie nicht schon tot wären. So ist der Precode-Horror.

„Dirt of Death!“ ist ein Paradebeispiel für eine geradlinige Horrorerzählung. Prämisse, Konflikt, Katastrophe. Kein Schnickschnack,  keine Exkurse, keine Komplikationen. Ist zwar billig, aber auf fünf Seiten voll befriedigend.

Einen „grünen Daumen“ für Grusel beweist das Zeichnerteam Don Perlin und Abe Simon. Ihre Interpretation dieses lakonischen Skripts wartet mit brütender Fantastik auf: der gespenstische Splash, die surreale Örtlichkeit der Knochenmühle, die wabernden Schwaden und die nächtliche Stimmung verleihen „Dirt of Death!“ die Qualität eines Alptraums.

Auch ihre Darstellung der Gewalt ist fein dosiert; plakativ, aber nicht ekelerregend. Durchaus „filmische“ fünf Seiten, die uns Freude bereiten.

 

3 Gedanken zu „Dirt of Death!

  1. Jasper Bark

    What a great story, utterly bizarre, barely containing logic but what gruesome subject matter. A great return to form for 50s horror.

  2. Der Terrorfachmann

    Schöne Geschichte um das viel zu selten in Horrorgeschichten genutzte Thema Pflanzen. Und dass die Rache des Übernatürlichen in nur drei Panels so kurz und knackig erzählt wird, ist auch rekordverdächtig.

    1. T.Courth Artikelautor

      Sooo selten ist das Thema gar nicht. Allein FIFTIES HORROR präsentiert drei weitere Geschichten mit Gewächsgrusel. Zum Beispiel den irren Klassiker von 1954 – „Green Horror“. Die Geschichte mit dem wandelnden Killkerkaktus!
      http://fifties-horror.de/lesewiese/the-bad/green-horror
      Dann gibt es noch den Mörderbaum, „Green Killer“:
      http://fifties-horror.de/lesewiese/the-good/green-killer
      Sowie das triste Landleute-Drama „Fruit of Death“:
      http://fifties-horror.de/lesewiese/the-good/the-fruit-of-death
      Alles schön irre und auch sehr lustig!

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