Kiss And Kill

(aus “Witches Tales” Nr. 20, im August 1953 von Harvey Comics veröffentlicht)

Liebe auf den ersten Blick beutelt John Barrows derartig, dass er einen Rivalen kaltblütig mit dem Auto totfährt. Die schöne Heather Lee willigt in seinen Heiratsantrag ein, obwohl er ihr den Mord gesteht. Kaum sind die beiden verheiratet und über die Schwelle der ehelichen Wohnung getreten, fallen die Masken.

„Augen auf beim Partnerkauf!“ lautet deshalb das Motto unserer FIFTIES HORROR-Vollscan-Präsentation:

KissKill1 KissKill2 KissKill3 KissKill4 KissKill5

Ha! Gleich und gleich gesellt sich gern. Am Ende bekommt jeder den Partner, den er verdient.

Schreiten wir zu analytischen Spekulationen. John und Heather fühlen sich zueinander hingezogen, doch erst muss ein Nebenbuhler beseitigt werden. Macht sie dieser Vorgang zu Monstren? Oder waren sie schon immer Monster, die über Leichen gehen?

Als Ehepaar jedenfalls dürfen sie ihrer Monstrosität freien Lauf lassen – und der Sexus reckt sein hässliches Haupt. Wieder eine lustfeindliche Geschichte: „Na, John, willst du deine Frau nicht küssen?“. Nach der Hochzeit hat der Spaß anscheinend ein Ende. Die Jagd ist vorüber, der Rivale in freier Wildbahn erlegt, die Frau erobert.

Andere Lesart: Der Mann triumphiert und demaskiert sich als Unhold, hat dabei aber die Rechnung ohne seine Frau gemacht – die sich ebenfalls als Scheusal entpuppt. Die 50er Jahre-Ehe als höllisches Kammerspiel.
Wir verweisen bei der Gelegenheit auf Sebastiano Trebastonis Betrachtungen zur Soziologie und Psychologie des Horrorcomics (hier: Kapitel 2: Die Darstellung von Sexualität und Partnerschaft). HIER einsehbar (bitte ein wenig herunterscrollen).

Das Artwork zu „Kiss And Kill“ kommt natürlich von… FIFTIES HORROR-Stammgäste erkennen ihn vielleicht mittlerweile schon… Bob Powell. The one and only.

 

2 Gedanken zu „Kiss And Kill

  1. comicrichy

    Tja, und das Tatwerkzeug ist ein Mercedes !
    Bob Powell. The one and only. Er ist einfach ein Leuchtturm.

  2. Fifties Horror Artikelautor

    Danke an unseren „car spotter“ comicrichy.
    Bob Powell war ein in der Tat ein Autofreak, besaß selber Sportwagen und hat auch Autorenn-Comics gezeichnet (zum Beispiel die HOT ROD COMICS für den Verlag Fawcett).

Kommentare sind geschlossen.