Revenge Of The Haunted

(aus “Hand Of Fate” Nr. 21, im Dezember 1953 von Ace Comics veröffentlicht)

Ein skrupelloser Monsterjäger ist nur an Geld interessiert. Er beschafft einem Zirkus einen leibhaftigen Werwolf (mit dem Netz gefangen, dann betäubt). Der Zirkusdirektor verspricht ihm mehr Geld, wenn er einen Vampir besorgen kann. Der Jäger zieht gleich drei Vampire auf sich. Die drei wollen sich ihr Opfer teilen, doch das kann die Vampire bequatschen, sich untereinander zu bekämpfen, bis nur noch einer geschwächt übrig bleibt (schwitzend, mit zerfetzten Flügeln). Der Zirkus reagiert jedoch entsetzt, hatte den Auftrag als Spaß verstanden, denn „we thought vampires lived only in fantasy books“ (und der Werwolf, häh?!).

Der Jäger braucht neue Auftraggeber, marschiert in eine Meerestier-Ausstellung und beschwert sich, dass keine Meerjungfrau zu sehen sei. Aber die gibt es doch gar nicht, meint der Händler. Sagt der Jäger: „Lay 25 grand on the line, mister… and I’ll plop a real live mermaid into that tank within a month. Is it a deal?”  – schon hardboiled, oder? Doch kaum vier Bilder später hat der Jäger am Strand von Sizilien zwei Meerungeheuer angelockt, die ihn allerdings unter Wasser ziehen. Am Meeresgrund hockt tatsächlich die Meerjungfrau, sie will aber nicht mit nach oben kommen, obwohl ihr Versprechungen gemacht werden: „Let’s get out of this leaky dump. I’ll take you to New York, you’ll have pretty clothes, diamonds, a big car.” Sie lehnt dankend ab, woraufhin der Jäger sie rücklings mit einem langen Messer meuchelt und sich wieder an Land begibt.

Er spaziert in den Meereszoo, um von seinem Scheitern zu berichten, da stößt ihn die Hand des Schicksals in ebenjenes Wasserbecken, das bereits für die Meerjungfrau bereitsteht. (Dieser Comic heißt nicht nur „Hand of Fate“, es taucht auch in allen Geschichten das Schicksal in Gestalt eines mönchartig gewandeten Mannes auf, warnt die Übeltäter oder führt sie wie hier ihrer gerechten Strafe zu). Und jetzt der Twist: Schwupps und Hastunichgesehen verwandelt sich der Jäger in einen Meermann – sehr zur Freude des Aquariumsbesitzers.

Mehrere Dinge faszinieren an diesem irren Quatsch: die abgebrühte Gewissen- und Furchtlosigkeit des Jägers, das rasante Abgrasen gleich dreier Monsterklassen, das nie gesehene Duell der Vampire (die sich gegenseitig pfählen!) sowie die Tatsache, dass unser Anti-Held offenbar eine Amphibie ist. Denn er kann sowohl an Land wie auch am Meeresgrund problemlos atmen. Schön illustriert von Lou Cameron, da kann man nicht meckern.

(diese schöne Geschichte liegt ebenfalls als Vollscan auf unserer Schwesterseite ACE HORROR! bereit – bei Interesse bitte HIER klicken)

 


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