The Ghoul’s Revenge

(aus “Out Of The Night” Nr. 6, im Dezember 1952 von American Comics Group veröffentlicht)

Ein junges Pärchen wird zu einer Testamentseröffnung auf das Anwesen eines verstorbenen Onkels gebeten. Onkel Seth (nie ein sympathischer Name!) war mit den Mächten des Okkulten im Bunde und hat seiner kompletten Verwandschaft das Verderben versprochen. Man fährt trotzdem hin. Denn da ist zum Glück noch Onkel Otto, der gute Gegenpart zum bösen Seth.

Sinn ergibt das alles nicht, aber was nun auf Seiten 3 und 4 passiert, hat für einen pre-Code-Horrorcomic wirklich Schauwert. Der Geist von Seth rast durchs Haus und löscht die ganz Bagagge aus, indem er sie per Berührung zu Skeletten verwesen lässt. Das sticht vom Tempo her jeden Gruselfilm aus. Nur unser wackeres Pärchen und Onkel Otto bleiben übrig und sinnen auf Abhilfe.

Aber lesen Sie erstmal „Ghoul’s Revenge“ im FIFTIES HORROR-Vollscan:

(die Vokabel „ghoul“ meint hier nicht ein „leichenschändendes Monster“, sondern die allgemeinere Bedeutung „Mensch mit Hang zum Makabren“)

Auf den Seiten 5 und 6 fällt dieses waghalsige Soufflé einer Horrorgeschichte auch schon in sich zusammen. Onkel Otto opfert sich und tritt in der Arena der Untoten zum Entscheidungsmatch an. Der Hokuspokus mit dem Anti-Geister-Pulver ist ein unpassend harmloses Ende. Doch exakt so verlaufen die Geschichten aus dem Verlag ACG.

Redakteur und Autor Richard Hughes hatte seinen persönlichen Stil. In den Alltag normaler Menschen bricht das Grauen ein. Das geschieht durchaus spektakulär (wie auch hier), doch diese tüchtige Injektion von Action kann nie befriedigend aufgelöst werden. Entweder muss ein „deus ex machina“ eingreifen (weißmagische göttliche Kraft) oder der männliche Held lässt die Unholde seine Fäuste schmecken und kann sie gewitzt austricksen (schönes Beispiel dafür siehe HIER).

Begegnet man einer ACG-Geschichte von Hughes das erste Mal, ist das sehr erfrischend und erheiternd. Beim vierten Mal gerät es dann zur wiedererkennbaren Formel. Dennoch ist „Ghoul’s Revenge“ eine memorable Erzählung, denn die Gewalt schockiert und ist für einen Comic von ACG schon an der Obergrenze angesiedelt. Die Reihe „Out Of The Night“ überrascht auch mit vorzüglichen Titelbildern. Deshalb als Zugabe hier noch das Cover der Nummer 6, das sogar Bezug auf die Geschichte nimmt.


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