Battle of the Monsters

(aus “Black Cat Mystery” Nr. 36, im Juni 1952 von Harvey Comics veröffentlicht)

Ingenieur Lapham verliert seine Frau und bleibt als Witwer mit seinem Sohn Donnie zurück. Monate später verfällt er auf die Idee, Leichen wiederzuerwecken – als Grundlagenforschung, um seine geliebte Gloria ebenfalls von den Toten auferstehen zu lassen.
Als erstes erschafft er eine Frankenstein-Kreatur, damit Donnie wen zum Spielen hat…

Lasset alle Logik fahren, liebe Leser, falls ihr euch traut, in diese Geschichte einzutreten:

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Deine Mutter ist tot, Donnie, aber ich bau dir einen Frankenstein zum Spielen! Achte nicht auf den Riesenbottich mit verfaulten Leichen auf Seite 4, Junge. Auch dass dein Vater auf Seite 3 oben frisch rasiert ist, obwohl er im Bild zuvor noch bärtig war, soll uns nicht von den perversen Experimenten im Labor abhalten. Heh, heh.

Continuity im Comicheft einzufordern ist ebenso zwecklos wie auf Story-Logik beharren zu wollen. „Battle Of The Monsters“ ist eine typische Konstruktion des Harvey-Verlags. Wir nehmen uns eine dramatische Exposition, dann hängen wir ein wenig kranke Scheiße dran, am Ende hetzen wir alle Protagonisten aufeinander, das gibt ein wildes Finale – und BUMM! Feierabend.
Ob das alles Sinn oder Zusammenhang hatte, sei mal ähhhmmm… egal.

Das macht gerade den Pre-Code-Horrorcharme solcher peinlicher Plotten aus. Das ist nahezu „Écriture automatique“, ein bewusstloses Zusammenfügen von Bildmotiven (das Frankenstein-Monster), Gefühlen (Verlust, Trauer, Macht) und sonstigen Versatzstücken (verrückter Wissenschaftler, kathartische wie orgasmische Explosion, Herstellung des Status Quo).

Das alles geschieht „ohne Eingreifen eines kritisches Ichs und Verzicht auf Sinnkontrolle“ (Wikipedia-Eintrag zu „Écriture automatique“). Klingt sehr nach Arbeitsweise der Comicindustrie, oder?

 


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