Fleshless Horror

(aus “Strange Mysteries” Nr. 3, im Januar 1952 von Superior Comics veröffentlicht)

Und wir schalten wieder hinein in die Frühzeiten des Horrors aus dem Iger Studio. Zeichner ist wahrscheinlich Robert H. Webb, der diese Phase des IGER HORROR prägende Künstler. Sein sachlich-drolliger Stil, der immer an Romance Comics erinnert, lässt diese eigentlich grauenhafte Begegnung einer Reporterin mit einem skelettierten VIP aussehen wie einen Schüleraustausch.

Worum geht es? Meg Sims, eine Jungreporterin, soll ein Interview mit der zurückgezogen lebenden Society Lady Leda Marsh beschaffen.
Schon auf Seite 2 gibt uns Miss Marsh einen handfesten Grund dafür, weshalb sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat – ihr fehlt das Gesicht!
Immerhin kann sie mit dem Skelettschädel noch sehen und ohne Lippen, Zunge und Stimmbänder auch noch nett parlieren. Da macht die Paparazza die Augen, die ihr Miss Marsh sogleich entfernen will.
In einem Frankensteinschen Heimlabor auf den Tisch geschnallt, lässt Miss Sims überaus fatalistisch jede Hoffnung fahren – da geschehen gleich mehrere Wunder!

Es mag eitel klingen, aber auch diese Geschichte ist eine FIFTIES-HORROR-Online-Weltpremiere:

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Und? Die Wunder mitgezählt?

Es ereignet sich aus heiterem Himmel 1.) eine Explosion, welche 2.) Miss Sims befreit, ohne sie 3.) zu verletzen. 4.) ist Miss Marsh wieder die Alte und 5.) ebenfalls unverletzt.  6.) bekommt die Reporterin noch ihr Interview, und 7.) hält der Redakteur sie für ein Genie.

Das 8. Wunder ist natürlich das Genre des Precode-Horrorcomics, in dem man solch prächtigen Unfug jahrelang ungestraft veranstalten konnte!

 


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