Food For Thought!

(aus “Dark Mysteries” Nr. 10, im Dezember 1952 von Master Comics veröffentlicht)

Der im Dschungel abgestürzte Pilot Phil Stewart wird von der Dschungelschönheit Kadira gerettet. Sie verlässt den Kannibalenstamm, bei dem sie lebt und zieht als Mrs. Stewart mit Phil in den „Big Apple“, New York natürlich. Doch Kadira mag sich nicht von Obst ernähren und nimmt des Nachts öfter mal geheimnisvoll Reißaus. Phil vermutet einen Liebhaber, bis er ihr heimlich folgt und feststellt, dass seine Gattin Jagd auf Menschen macht.
So weit, so normal. Partner haben eben unterschiedliche Essgewohnheiten. Was macht Phil? Er sperrt seine Frau ein, um sie solcherart „umzuerziehen“. Kann das gutgehen?!

Ich liebe Kannibalengeschichten. Weil die in den 50er Jahren immer unfassbar albern, schräg und peinlich geraten! So auch „Food For Thought!”, ein weiterer Menschenfresser-„baddie“ aus dem Hause Master/Story. Die noch blödere Variante finden Sie HIER. Aber lesen Sie doch erstmal diese…
Der deutsche Horrorcomicsammler „Whitewolf61“ ließ mich diese bisher ungezeigte Geschichte fotografieren:

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Ich zeige „Food For Thought!” auch deshalb, weil ich Zeichner D’Agostino des Kopierens bei EC verdächtige. Der Erzähler im Auftakt-Panel auf Seite 1 sieht aus wie eine Mixtur aus „Vault Keeper“ und „Old Witch“. Die Nacht-Szenen aus Seiten 4 und 5 scheinen mir in ihrer Schattentechnik von EC-Zeichner Johnny Craig beeinflusst. Dann das Finale: Die Kannibalin, die sich selber verspeist, ist auch das „twist ending“ einer schönen EC-Geschichte.

Halt, stimmt nicht (ganz)! Hab’s grad gefunden: In „Two Of A Kind“ in VAULT OF HORROR Nr. 26 vom August 1952 zeichnet Johnny Craig die Romanze zwischen einem Kannibalen und einer Vampirin. Die werden in einer Berghütte eingeschneit und verzehren sich (weil sie sich lieben) selber – statt gegenseitig. Sie saugt ihr eigenes Blut, er isst Teile seines Arms.

Lag ich doch fast richtig. Aber exakt so arbeiteten manche Redaktionen dieser Zeit. Mal schauen, was die Konkurrenz macht.
Aha. Ein verliebter Menschenfresser. Fährt in Skiurlaub mit einer Vampirin. Naja, bisschen drüber. Sagen wir lieber, ein Pilot trifft im Dschungel auf eine Menschenfresserin. Exotik, Tarzan, wunderbar. Dann gehen beide in die Stadt, aber sie braucht Menschenfleisch.
Er verdächtigt sie des Seitensprungs, das bringt noch sexuelle Spannung rein, super. Er entdeckt ihr schreckliches Geheimnis, aber weil er sie liebt, sperrt er sie ein! Dann verzehrt sie sich selber. Fertig!
Können wir den Plot noch den Kollegen von MY INSIPID ROMANCE verticken? Nein? Schade.

 


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