The Nameless Terror Of Twin Dunes

(aus “Dark Mysteries” Nr. 1, im Juni 1951 von Master Comics veröffentlicht)

Das Aufregendste an der beschaulichen Kleinstadt Twin Dunes ist die elegante Witwe Mrs. Moulton, auf die die Herren Fenley und Conlon ein Auge geworfen haben. Bald jedoch wird klar:
Die Lady ist ein Vamp…ir!

„Nameless Terror“ ist größtenteils eine rammdösige Klischee-Ansammlung (man beachte den aus dem Nichts auftauchenden Lastwagen auf Seite 5).
Dennoch geschehen hier Dinge, wie ich sie noch nie zuvor im Horrorcomic gesehen habe.

Finden Sie sie – in unserer FIFTIES HORROR-Vollscan-Weltpremiere?!

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Interessant ist, dass der „splash“ (die Eröffnungsseite) keine Vorschau auf kommende Sensationen darstellt, sondern eine Szene aus der Vergangenheit der Vampirin (auf welche im Verlauf der Geschichte verbal Bezug genommen wird).

Ebenfalls beachtenswert ist die behäbige Erzählerfigur, ein Kleinstadtbürger, der uns von seiner Bekanntschaft mit einer Vampirin und deren grausigem Ende berichtet.
Krass herausgestellt ist das brutale Pflöcken der Kreatur mit einer Spitzhacke.

Aber am Allerabgefahrensten und total over-the-top und durch-die-Decke sind die beiden monströs großen Bildeinschübe, die NICHT zur Geschichte gehören. Die von einem Dolch durchstochene Dämonenhand auf Seite 6 und (sowas hab ich sonst noch NIE gesehen!) die Ogerfratze auf Seite 4. Offensichtlich hat sich der Unhold in die Comicseite selbst hineingefressen und verweist somit auf eine Metaebene.

Hinter dieser Geschichte lauert das Grauen, wir haben es hier im Bild für Sie eingefangen!
Das ist absolut sinnlos, aber höchst beeindruckend.

Diese Seite 4 stellt alles in den Schatten, was der Verlag in den nächsten Jahren an Ausschmückungen  und Horror-Marginalien zwischen die Panels kritzeln lässt.
Oft tauchen unmotiviert mitten im Bild Totenköpfe auf (hier auf Seite 3).
Der Master-Verlag versucht anscheinend auf eher rührende Art und Weise, die Minderwertigkeit seiner Produkte durch solche grafischen Horror-Hingucker aufzuwerten bzw. irgendwie in Gang zu halten. Peinlich hoch drei.

NamelessTerrorCoverDiese Seite 4 hingegen protzt aufdringlich mit „Meta-Horror“, zu aufdringlich.
Ich erwartete beim Durchblättern der Seiten, dass der Dämon in der Geschichte vorkommt – und freute mich auf einen interessanten Ausflug in Paralleldimensionen.

Maßlos enttäuscht war ich dann, als ich einem visuellen Schwindel aufsaß.
Wahrscheinlich haben andere Leser oder die Redakteure schnell gemerkt, dass dieser „Kunstgriff“ einer ins Klo war.

„Nameless Terror“ ist übrigens die Horrorgeschichte, die uns auf dem stylishen Cover dieser Erstausgabe der DARK MYSTERIES versprochen wird.

Eine Kollaboration von Joe Orlando und seinem Lehrmeister Wally Wood, kurz bevor sie endgültig zur Konkurrenz von EC wechseln.

 

Und schauen Sie sich die Seite 4 noch mal für sich an.
Nur die Seite 4.
Vollkommen krank.

Aber sie spricht Bände über den manchmal fehlgeleiteten Pioniergeist dieser Jahre.
Einfach mal was ausprobieren, lautete die Devise.

 


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