Till Death Do Us Part (Atlas, 1954)

(aus “Astonishing” Nr. 33, im Juni 1954 von Atlas Comics veröffentlicht)

Nachtklub-Tänzerin Terry will nur eines vom Leben: Luxus und Reichtum. Als ein indischer Maharadscha ihr den Hof macht, kann sie nicht ablehnen. Doch ihr Gangster-Verehrer Mike folgt ihr nach Indien und ist bereit, einen Mord für Terry zu begehen.

Tauchen Sie ein in die Welt des käuflichen Glücks!

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Ui! Wer hat’s kommen sehen? Ich erst im drittletzten Panel.

„Till Death Do Us Part“ ist eine Crimestory mit Schocker-Ende. Der klischierte Plot ist peinlich in all seinen Darstellungen, aber überrascht mit seinem brutalen Finale. Wird hier gepostet, weil es ein seltenes Schocker-Ende ist. Witwenverbrennung, ist ja krass! Der englische Begriff dafür ist „suttee“, angelehnt an das indische „sati“.

Dies ist das einzig mir bekannte Vorkommen einer Witwenverbrennung in einem Comic überhaupt!

Und absolut horrend ist dieser Vorgang ja (wer mag, schlage nach bei Wikipedia). Seit 1600 offenbar im nördlichen Bundesstaat Rajasthan beinahe an der Tagesordnung. Natürlich längst verboten (1830 durch die Engländer), doch ab und zu flammt diese grausame Zeremonie noch auf (Gruselgag). 1953 verbrannte die letzte Sati aus dem rajasthanischen Königshaus (fand ausführliche Presseverbreitung und ist womöglich Inspiration für diese Geschichte).

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Sogenannte Sati-Steine, Memorabilien von Witwenverbrennungen in Form von Handabdrücken der Opfer, an der Festung Junagarh in Rajasthan.

Witwenverbrennung war in der Mitte des 20. Jahrhunderts auch präsenter in der Popkultur. Kommt im Kinoschlager „Der Tiger von Eschnapur“ (1959) nicht auch eine solche Szene vor? Ich bitte um mail@fifties-horror.de, wer mir Funde nenen kann …

Die Verheiratungs-Endformel „Till Death Do Us Part“ wurde übrigens sechsmal als Titel einer Precode-Horrorgeschichte benutzt, allein dreimal von Atlas!

Wir posten die Geschichte nicht nur des Themas, sondern auch des Artworks wegen: Wieder mal Shelly Moldoff, die alte Gurke. Drollige Bilder schenkt er uns: die unglaublich flexibel hingefläzte Tänzerin auf Seite 2 oben, der Jabba-the-Hut-artige Alien (pardon: Inder) auf Seite 2 unten (der auf Seite 3 gleich viel schlanker wirkt), die irre guckenden Tiger auf Seite 4 und das rotgelbe Flammenmeer auf Seite 5.

 

2 Gedanken zu „Till Death Do Us Part (Atlas, 1954)

  1. Jasper Bark

    Another great hidden gem Tillman. Did you know that Moldoff was the guy who purportedly gave Gaines the idea to go into horror comics in the first place? „This Magazine Is Haunted“ was his baby and was originally to have been published by EC. However at the last minute Gaines stiffed him and offered him unlimited work in recompense. Moldoff refused his offer and walked, taking his comic to Fawcett.

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