Bottoms Up

(aus “Mysterious Adventures” Nr. 18, im Februar 1954 von Story Comics veröffentlicht)

Der Barkeeper Lou Hendricks genehmigt sich zu oft selber einen Drink, verliert seinen Job und fristet sein Dasein als Trinker in den eigenen vier Wänden. Seine Frau geht arbeiten, der Mann kümmert sich mehr schlecht als recht um den gemeinsamen Sohn. Am Tag, als dieser eingeschult wird, putzt die Frau in einem Büro die Fußböden. Der Mann verspricht, den Jungen zur Schule zu bringen. Macht er das, hmmm? Ein Drama bahnt sich an.

Triste Trinkergeschichte, in der Prohibitionszeit angesiedelt. Vielleicht genehmigen Sie sich auch besser ein Gläschen zur Lektüre …

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Das Schlußbild zeigt, wie die Frau den Mann „entsorgt“ hat: In drei Flaschen sehen wir ein Ohr, einen Finger und ein Auge schwimmen. Trinkerkalauer zum Ausklang: „The Rye was not inside Lou – it was Lou, who was inside the liquor.“ Tärä!

Die Schlussparabel ist eine typische EC-Pointe am Rande des guten Geschmacks. Was verstört und diese Geschichte hässlich macht, ist die Darstellung des Axtmords. Wie die Frau das blutige Instrument schwingt, ist überflüssig und durch keine Ironie mehr auszugleichen.
Somit verdient sich „Bottoms Up“ seinen Einstieg in die Top 20 der grafischen Grausamkeiten.

Das Artwork hat viel von Dick Beck, der aber nie signiert hat. Offene Frage ist weiterhin, ob Becks zahlreiche Horrorgeschichten oft nur von ihm getuscht wurden. Jim Vadeboncoeur, Jr. und ich schließen nicht aus, dass darunter Pencils von Pete Costanza schlummern.

„Bottoms Up“ ist die Schwestergeschichte zu „Chef’s Delight“ aus derselben Reihe, zwei Hefte später erschienen.
Dasselbe Kreativteam (Text/ Zeichnungen) nutzt dasselbe Erzählmuster und dasselbe Ende!
(Statt eines Barkeepers erleben wir das Drama dort mit einem Koch!)

Chef’s Delight