Bottoms Up

(aus “Mysterious Adventures” Nr. 18, im Februar 1954 von Story Comics veröffentlicht)

Triste Trinkergeschichte, in der Prohibitionszeit angesiedelt.

Ein Barkeeper genehmigt sich zu oft selber einen Drink, verliert seinen Job und fristet sein Dasein als Trinker in den eigenen vier Wänden. Seine Frau geht arbeiten, der Mann kümmert sich mehr schlecht als recht um den gemeinsamen Sohn. Am Tag, als dieser eingeschult wird, putzt die Frau in einem Büro die Fußböden. Der Mann verspricht, den Jungen zur Schule zu bringen. Ein Anruf ereilt die Frau auf der Arbeit: Die Polizei teilt ihr mit, ihr Sohn sei auf dem Schulweg überfahren worden und verstorben. Irre vor Wut rast sie nach Hause, entdeckt wie vermutet den faulen Ehemann beim Verzehr einer Kiste frischen Whiskeys, schnappt sich eine Axt, haut sie dem Mann in die Schläfe und zerteilt ihn anschließend.

Das Schlußbild zeigt, wie die Frau den Mann „entsorgt“ hat: in drei Flaschen sehen wir ein Ohr, einen Finger und ein Auge schwimmen. Trinkerkalauer zum Ausklang: „The Rye was not inside Lou – it was Lou, who was inside the liquor.“ Tärä!

Die Schlussparabel ist eine typische EC-Pointe am Rande des guten Geschmacks. Was verstört und diese Geschichte hässlich macht, ist die Darstellung des Axtmords. Wie die Frau das blutige Instrument schwingt, ist überflüssig und durch keine Ironie mehr auszugleichen. Somit verdient sich „Bottoms Up“ seinen Einstieg in die Top 20 der grafischen Grausamkeiten.

Der Zeichner konnte nie zweifelsfrei ermittelt werden. Mein bester Tipp ist Jay Disbrow (der viel für die Reihe MYSTERIOUS ADVENTURES gewerkelt hat). Nachtrag Juli 2012: Ich widerrufe das, wahrscheinlich ist es wirklich Dick Beck, den ich nicht erkannte habe, obwohl er vorher für ACE tätig war. Sein Schaffen in den Mittfünfzigern ist fast nicht dokumentiert. Ich mach mich mal dran, in den nächsten Jahren…

Anmerkung zum Jahresende 2014:

Dieser Beitrag stammt aus den frühen Tagen von FIFTIES HORROR. Damals habe ich noch keine vollständigen Geschichten hochgeladen. Im Zuge einer Auffrischung meiner Webseite werden manche Beiträge in sogenannten „Re-Uploads“ komplettiert, andere werden verlinkt. Diese Geschichte können Sie UNTER DIESEM LINK auf Karswells gigantischem Blog „The Horrors of It All“ einsehen.