FICTION HOUSE HORROR

Die 13 Gruselhefte aus dem Verlag Fiction House sind nur eine Fußnote im Pre-Code-Horror und beginnen sogar als abgefeimter Pre-Code-Schwindel.
Denn der Verlag füllt zunächst fünf komplette Hefte mit schamlosen Nachdrucken aus den 40er Jahren. Und die sind zum Teil noch verschnitten und verstümmelt!

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Immer ein Hingucker: Cover von GHOST COMICS

Dazu bedient sich der Verlag aus dem Fundus seiner über 200 Geistergeschichten und okkulten Dramen aus den Anthologie-Heften JUMBO COMICS, RANGERS COMICS und WINGS COMICS.
Fiction House war eine große Nummer schon zu Beginn des Zweiten Weltkriegs und produzierte mit Hilfe des Iger Studios „Wundertüten“-Comics (in etwa mit dem deutschen ZACK! vergleichbar) in hoher Zahl, prall gefüllt mit Spionage, Krieg, Humor und Abenteuer.

Diese seit dem Spätsommer 1942 (!) erscheinenden mystischen Geschichten zählen aus zwei Gründen NICHT zum Horrorkanon:

Erstens sind es nur einzelne „features“ in einem Gesamtpaket (und von den Seitenzahlen her zu wenig, um diese Comics zu Horror-Hybridheften zu stempeln), und zweitens liegt der Akzent nicht auf dem Horror per se, sondern auf der detektivischen Untersuchung übernatürlicher Phänomene oder der Anreicherung einer Kriegshandlung durch das Eingreifern okkulter Mächte.

Mit dem einsetzenden Horrorboom verpackt Fiction House umfrisierte Geschichten neu – und zwar in spektakulär schöne (neu gestaltete) Pin-Up-Cover des Titelmagiers Maurice Whitman.
Fünf Ausgaben lang wirft der Verlag waschechte Mogelpackungen auf den Markt, dann geben sie sich einen Ruck und präsentieren aktuelles Material.

GHOST COMICS und

MONSTER

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Splash-Page von Benulis & Abel

Heißen die beiden Heftserien von Fiction House. Zwei Titel, die sehr naheliegend zum Genre passen, aber nie von anderen Verlagen benutzt wurden.
MONSTER erscheint nur zweimal im Jahre 1953.
Dass niemand weder davor noch danach diesen wirklich sinnfälligen Titel haben wollte, ist mir ein echtes Rätsel.

Die Zeichner, die FICTION HOUSE HORROR dann doch ein frisches Gesicht geben, sind Bill Discount, John Belcastro – vor allem aber das Duo Bill Benulis und Jack Abel.
Die 9 Geschichten aus ihrer Feder sind (zumindest grafisch) so attraktiv, dass sich Fiction Houses Einstieg ins Horrorgeschäft doch noch gelohnt hat.

Wer mehr wissen möchte, ist herzlich eingeladen, meine englische Webseite FICTION HOUSE & STANDARD HORROR zu studieren.
Auf jeden Fall empfehle ich den Blick auf meine Auswahl von Fiction House-Horrorgeschichten (bunt gemischt), die ich ebendort unter dem Menüpunkt „Stories“ präsentiere.

 


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