{"id":3572,"date":"2011-04-06T08:33:26","date_gmt":"2011-04-06T06:33:26","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=2"},"modified":"2024-06-17T10:38:53","modified_gmt":"2024-06-17T08:38:53","slug":"beispiel-seite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fifties-horror.de\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Horrorcomics der 1950er Jahre - eine Einf\u00fchrung\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TIM8EnO16cg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Okay, es ist Trash&#8230;<\/h1>\n\n\n\n<p>Meistens. Haupts\u00e4chlich. Nicht immer. Aber in der Regel schon. Die Comics der 50er Jahre strotzen vor Naivit\u00e4t und wissenschaftlicher Ahnungslosigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Da latscht ein Superverbrecher beispielsweise in eine Atomanlage, um das dort lagernde Uran zu stehlen. Nat\u00fcrlich \u201eto rule the world, ha ha ha ha\u201c! Das Uran liegt wie Kohlehaufen in einem Zimmer herum, scheint aber sehr hei\u00df zu sein, denn der B\u00f6sewicht f\u00e4ngt in seiner N\u00e4he Feuer und \u2013 <strong>schmilzt<\/strong>. Nur sein Hut bleibt auf einer pfannkuchenartigen Pf\u00fctze liegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anderes Beispiel: ein einsamer (und wahrscheinlich im Hirnst\u00fcbchen nicht ganz sauberer) Wissenschaftler konstruiert sich einen weiblichen Androiden (\u00e4u\u00dferst sexy), bekommt aber dessen Kuss-St\u00e4rke nicht reguliert. Das Wesen l\u00e4uft Amok und <strong>k\u00fcsst mehrere M\u00e4nner zu Tode<\/strong>. Am Ende nat\u00fcrlich auch seinen Sch\u00f6pfer. What a way to go. Und das alles nur mit K\u00fcssen\u2026<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-82\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"292\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/VoiceOfDeath-300x292.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-82\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/VoiceOfDeath-300x292.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/VoiceOfDeath.jpg 389w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Grauen schleicht sich gerne aus dem Dunkel heran\u2026<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Toll auch die M\u00e4r vom platten Mann. Ein Autofahrer h\u00e4lt am Stra\u00dfenrand an, weil ihm schwindlig ist \u2013 prompt wird er von einem betrunkenen Dampfwalzen-Lenker platt gemacht.<br>\nDer Mann ist <strong>mitnichten tot<\/strong> (die \u00c4rzte r\u00e4tseln), sondern einfach blo\u00df platt wie eine Stulle. Er beschlie\u00dft seine F\u00e4higkeit gewinnbringend einzusetzen und flundert sich des Nachts bei Banken unter der T\u00fcre durch und greift gro\u00dfe Scheine ab.<br>\nSolcherma\u00dfen reich geworden, sucht er eine Frau. Die er findet, will nat\u00fcrlich nur sein Geld und schlimmer noch: ihn vergiften. Das bekommt der Mann rechtzeitig spitz, sch\u00e4umt vor Wut und wirft seine bessere H\u00e4lfte unter (na?) eine Dampfwalze!<br>\nDummerweise ger\u00e4t er mit unter die R\u00e4der und das feine P\u00e4rchen endet als blutiger Klumpatsch im Stra\u00dfendreck.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das ist v\u00f6llig daneben. Und absolut wundervoll.<\/strong> Genau dieser Geist ist es, der diese Comics durchzieht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das B\u00f6se existiert. Aber es tanzt auf einem \u00e4u\u00dferst schmalen Grat der L\u00e4cherlichkeit.<\/h2>\n\n\n\n<p>Man kann diesen Schrecken einfach nicht ernst nehmen. Und aus der R\u00fcckschau denkt man: Das k\u00f6nnen die nicht wirklich so gemeint haben. Oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch totale <strong>Unm\u00f6glichkeiten<\/strong> werden salopp als realistisch in den Raum gestellt. So krankt Reed Crandalls wirklich brillante Horrorgeschichte \u201eThe Corpse Who Came To Dinner\u201c am quatschigen Ende. Der Leichnam, der tagelang das Liebespaar belagert, ist kein Leichnam, sondern nur so geschminkt wie einer?! Und das soll nicht aufgefallen sein? Aaarrgh.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Jagdpartie in der Wildnis wird von einem riesenhaften Drachen angefallen. Was kommt raus? \u201eA pack of gunmen operating a mechanical monster\u201c \u2013 eine Truppe Gangster bewegt einen k\u00fcnstlichen Drachen durch die Gegend, um Zeugen zu verscheuchen. Wie soll das denn funktionieren? Hilfeee!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Statue der Todesg\u00f6ttin Kali ist keine Statue, sondern ein tibetischer M\u00f6nch, der gelernt hat, lange stillzustehen?! Wie bitte?! Wieso hat der M\u00f6nch dann den Kopf eines Vogelmonsters und kann mit einem Happs Menschen zerrei\u00dfen? Auch nur angeschminkt oder was oder wie???<\/p>\n\n\n\n<p>Das sind schon \u00e4rgerliche Dinge. Hier wird der <strong>Leser f\u00fcr dumm verkauft<\/strong>. Diese Stories sind nicht mehr charmant-dumm, sondern dummdreist. Unlogisch. Unrealistisch. Unvorstellbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unglaubw\u00fcrdig. Aber dennoch am\u00fcsant.<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Kitzel an 50er-Comics liegt <strong>nicht<\/strong> unbedingt an den manchmal <strong>herben Inhalten<\/strong> (spontane Morde, S\u00e4ureattacken, Enthauptungen, Zerfleischungen, K\u00f6rperaufl\u00f6sungen), sondern mitunter auch an der oft <strong>ungewollt komischen<\/strong>, erz\u00e4hlerischen Fallh\u00f6he zwischen bombastisch protzender Rahmenerz\u00e4hlung (\u201eThe sun sank slowly like the dying breath of a hanging man and eerie shadows like probing fingers reached for her neck\u2026\u201c) und deeskalierend-banaler Sprechblase (\u201eOh, I\u2026 I\u2019m frightened. Let\u2019s turn back\u201c).<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-full wp-image-972\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"339\" height=\"336\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/SeaGoblins1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-972\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/SeaGoblins1.jpg 339w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/SeaGoblins1-150x150.jpg 150w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/SeaGoblins1-300x297.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">&#8230; oder von hinten &#8230;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Be\u00e4ngstigend ist allerdings, dass eine <strong>zerr\u00fcttete Ehe<\/strong> in den 50er Jahren offenbar <strong>niemals geschieden<\/strong> wurde, sondern ausschlie\u00dflich durch gewaltsame Beseitigung des Ehepartners beendet wird \u2013 gerne auch t\u00f6ten sich Gatte und Gattin gegenseitig.<br>\nJim Trombetta hat in \u201eThe Horror! The Horror!\u201c (Abrams Books, 2010) darauf hingewiesen, dass meistens junge Paare die bevorzugten Opfer von Horrorph\u00e4nomenen sind.<br>\nIch darf hinzuf\u00fcgen: Gerne auch auf Hochzeitsreise oder in der Phase einer Hausstandsgr\u00fcndung.<br>\nHier schwingt unterbewusst eine Bestrafung des Verlusts der sexuellen Unschuld mit, wie er auch in Horrorfilmen zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Geld spielt eine enorme Rolle. F\u00fcr die heute nahezu l\u00e4cherlich wirkende Summe von 10.000 Dollar begehen die Figuren in den Gruselgeschichten jedes nur vorstellbare Verbrechen. In den Nachkriegsjahren scheinen die Menschen sehr monet\u00e4r fixiert zu denken.<br>\nWenn irgendwo ein <strong>Pakt mit dem Teufel<\/strong> geschlossen wird oder ein Geist drei W\u00fcnsche gew\u00e4hrt, sind dies immer die Beseitigung eines Rivalen, die Gunst einer Frau und zuallererst Geld, viel Geld.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen werfen sich M\u00e4nnern bedingunglos an den Hals, wenn diese nur reich genug sind. Standardgrund einer Trennung ist oft das finanzielle Unverm\u00f6gen des Mannes: \u201eIf your money is gone, I have no more time or love to waste on you!\u201c. Sagt die k\u00fchle Blonde, spaziert aus dem Bild und klingt dabei erschreckend nach einer professionellen Dienstleisterin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Manche Geschichten sind einfach auch nur M\u00fcll.<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/Victims-295x300.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u2026 oder frontal!<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Beim Lesen merkt man, dass ein Zeichner und ein Autor verzweifelt <strong>Seiten f\u00fcllen<\/strong> mussten. Die Handlung windet sich und schl\u00e4gt Haken, ohne jedoch voranzukommen: Solche Werke lassen sich kaum nacherz\u00e4hlen, so sinnlos sind sie:<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Gangster betreiben eine Hundezucht, die l\u00e4uft aber nicht gut, daraufhin werden alle Hunde umgebracht, bis auf einen, der zombieartig \u00fcberlebt. Diesen einen trainieren sie zum Zirkushund (\u201eThe Living Dead Trick Dog\u201c), werden aber immer wieder von einer Bande menschlicher Zombies gest\u00f6rt, die den Hund ins Reich der Toten holen wollen, inklusive Verfolgungsjagden mit dem Auto und Vertreibung der Zombies durch zwei Polizisten.<br>\nIm Theater kommt es zum Showdown: nach der Hundevorf\u00fchrung st\u00fcrmen w\u00fctende Zombies die B\u00fchne, befreien die Seele des Hundes. Das Skelett des Tieres zerfleischt noch seinen b\u00f6sen Impresario, Rache ist schlie\u00dflich Bluthund, Blutwurst, am Ende entdecken die Polizisten nur noch geisterhafte Fu\u00dfspuren an der Zimmerdecke. <strong>Seltsam? So steht es geschrieben. Leider.<\/strong> Jedenfalls in \u201eFootprints On The Ceiling\u201c, Unknown World Nr.1, Juni 1952.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Comics aus den 50er Jahren handelt es sich um Erz\u00e4hlungen aus den Jugendtagen der Bildergeschichte \u2013 und tats\u00e4chlich spiegelt sich eine <strong>jugendliche Unschuld<\/strong> in diesen Werken. Wenn Schulkinder Geschichten schreiben, reproduzieren sie dabei bestimmte Muster und Klischees, die sie in ihrer Umgebung vorfinden. \u00c4hnlich klingen manche Storylines dieser fr\u00fchen Comics.<br>\nDa wird nicht differenziert, nicht hinterfragt, da werden keine Graut\u00f6ne skizziert, da zerf\u00e4llt die Welt noch in Gut und B\u00f6se (es muss ja auch schnell gehen, auf 4 bis 8 Seiten l\u00e4sst sich kein Entwicklungsroman bannen).<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bekommt man beispielsweise einen denkenden Roboter gebaut? Roboter auf, Hirn rein, Roboter zu \u2013 fertig! So gesehen und geschehen in den \u201eStrange Tales\u201c Nr. 18 (Mai 1953).<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>frei assoziierende Puzzlespiel mit d\u00fcmmsten Klischees<\/strong> und Genreversatzst\u00fccken gepaart mit hemmungsloser Dreistigkeit gebiert \u2013 frei nach Goya \u2013 eben keine Ungeheuer, sondern popkulturellen Zeitgeist. Was der Jazz in der Musik, was gewisse Formen der Lyrik in der Literatur, was Action Painting in der Malerei, das ist der 50er Jahre Comic in der grafischen Erz\u00e4hlkunst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Konsumprodukt, aber mit lustvoll anarchischem Subtext.<\/h2>\n\n\n\n<p>Und die Cover erst! Diese herrlich plakativen, marktschreierisch bunten Titelbilder, die uns Reizbegriffe aus dem archetypischen Unterbewusstsein zurufen: BEWARE! DARK MYSTERIES! FANTASTIC FEARS! UNSEEN! HORRIFIC! HAUNTED THRILLS! STARTLING TERROR! ADVENTURES INTO THE UNKNOWN!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-86\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"157\" height=\"300\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/ScreamingHouse-157x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/ScreamingHouse-157x300.jpg 157w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/ScreamingHouse.jpg 356w\" sizes=\"(max-width: 157px) 100vw, 157px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alle Horror-Reizworte passen in dieses Bild: \u201cGrrroooaarrr!\u201d, \u201cKill!\u201d, \u201cPlease, Nooo\u2026\u201d, \u201cEeeey!\u201d und nat\u00fcrlich \u201cArrghh!\u201d<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Subtil ist das alles nicht. Es erweckt in uns Erwachsenen die Erinnerung an die kindliche <strong>Angstlust<\/strong>. Wir erz\u00e4hlen uns keine Geistergeschichten mehr im Etagenbett, wir spielen nicht mehr Nachlaufen mit Monstern, wir greifen zu einem Comic, auf dessen Cover die riesenhafte Krallenhand nach der sch\u00f6nen Frau greift.<br>\nNicht, dass wir erwarten w\u00fcrden, etwas \u00fcber sch\u00f6ne Frauen zu erfahren, doch wenn der amoklaufende untote Unhold die Frau verschleppt, dann jedoch im Faustkampf besiegt wird und am Schluss sogar auf dem elektrischen Stuhl landet, sind wir komplett zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob der Horror-Boom am \u201eZeitgeist\u201c gelegen hat? Die fr\u00fchen 50er Jahre in den USA waren gepr\u00e4gt von hysterischem Antikommunismus (speziell McCarthys Hexenjagden), Medienkampagnen gegen den \u201eSchmutz und Schund\u201c sowie der Angst vor dem Atomkrieg.<br>\nIn den Jahren 1946-1953 erscheinen die Comicheftserien \u201eAtomic Bomb\u201c, \u201eAtom-Age Combat\u201c, \u201eWorld War III\u201c, \u201eAtomic War\u201c und \u201eAtomic Attack\u201c. Jedem, der mit Atomkriegsangst aufgewachsen ist, wird bei der Lekt\u00fcre noch bl\u00fcmerant: Die Russen beginnen mit Atomschl\u00e4gen, werden jedoch von den Amerikanern aufgrund ihrer \u00fcberragenden Technik, Erfindungskraft und moralischen \u00dcberlegenheit wieder in ihre Schranken gewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Waren die Horrorcomics subversiv?<\/h2>\n\n\n\n<p>Diese hochtrabende Frage muss ich nach l\u00e4ngerem Nachdenken tats\u00e4chlich mit \u201eJa\u201c beantworten.<br>\nIn ihrer Zeit betrachtet sind sie sogar revolution\u00e4r. 1950 sind die USA die dominierende Supermacht, nach innen wie au\u00dfen moralisch arrogant und penibel reguliert. Comics verletzen s\u00e4mtliche Anstandsgrenzen, die der Jugend von Eltern, Lehrern und Pfarrern vorgeschrieben werden. Nestbeschmutzer.<br>\n<strong>Allein darin sind Comics subversiv.<\/strong> Sie schleusen Bilder und Konzepte in die Gedankenwelt ihrer Leser und er\u00f6ffnen somit neue Horizonte. Sie schaffen Raum f\u00fcr Fantasie. Im konkreten Fall der Pre-Code-Horrorcomics bekennt sich fast eine ganze Generation von US-Filmemachern und -Autoren dazu, von diesen Heftchen beeinflusst worden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wiederholt sei: <strong>Diese Hefte sind keinesfalls Kunstprodukte. Im Gegenteil, es ist Unterhaltung vom Flie\u00dfband \u2013 zum schnellen Konsum.<\/strong> Selbst die kunstverd\u00e4chtigen Macher der EC Comics betonen, ihre Arbeit strikt nur als \u201eJob\u201c verstanden zu haben. Alle Autoren, alle Zeichner haben ganz konkret f\u00fcr den harten Dollar gewerkelt.<br>\nDass dabei (im Ausnahmefall, seien wir ehrlich) memorable Kunst entstanden ist, begr\u00fcndet den Zauber dieser Zeit. Und macht uns Sp\u00e4tgeborenen ein nostalgisches Gef\u00fchl im Magen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-87\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"282\" height=\"300\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/WillItBeYou-282x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-87\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/WillItBeYou-282x300.jpg 282w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2011\/04\/WillItBeYou.jpg 488w\" sizes=\"(max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gern genommene Standard-Drohung am Schluss einer Horrorgeschichte: \u201cWer ist der N\u00e4chste? DU?!\u201d<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Au\u00dferdem l\u00e4sst sich in und an diesen Comics sch\u00f6n studieren.<br>\nWie lang eine Geschichte sein kann, ohne zu langweilen.<br>\nWie knackig sie sein muss, um den Leser am Ball zu halten.<br>\nWie stark ein gutes Artwork eine schwache Geschichte machen kann.<br>\nWie unterhaltsam mitunter schlechtes Artwork ist. Wie die Balance von Bild und Text funktioniert.<br>\nWie \u00e4rgerlich es sein kann, wenn zu viel Text die Geschichte in Redundanz erstickt.<br>\nWie sch\u00f6n es ist, wenn effizient mit Worten umgegangen wird etc. etc. etc.<br>\n<strong>Kurz: Es gibt viel zu entdecken<\/strong> und zu w\u00fcrdigen. Unterhaltsam ist es in jedem Fall.<\/p>\n\n\n\n<p>Also st\u00f6bern wir heute staunend in vergilbten Magazinen und sch\u00fctteln mit wohligem Vergn\u00fcgen den Kopf \u00fcber die Phantasmen einer Generation, die uns (oder besser und zum Gl\u00fcck: unseren Vorfahren) mit Nonchalance und Chuzpe den gr\u00f6\u00dften Quatsch verkauft hat.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sollten Sie, liebe Leser, nach diesen Ausf\u00fchrungen \u201eBlut geleckt\u201c haben (typischer Horrorwitz, Verzeihung), k\u00f6nnen Sie sich wie folgt durch FIFTIES HORROR weiterklicken:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Unter <strong><a href=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3594\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3594\">WISSEN&nbsp;<\/a><\/strong>finden Sie kleine Essays, die zur Vertiefung der Materie dienen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf der <strong><a href=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3671\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3671\">BILDERGALERIE\u00a0<\/a><\/strong>k\u00f6nnen Sie sich an den sch\u00f6nsten und schlechtesten Titelbildern dieser \u00c4ra erfreuen. Circa 50 &#8222;tumbe Bilder&#8220; werden gefolgt von circa 50 &#8222;tollen Bildern&#8220;.<br><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die <strong><a href=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?cat=4\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?cat=4\">LESEWIESE\u00a0<\/a><\/strong>bietet Ihnen einige Dutzend Inhaltsangaben von Beispielgeschichten \u2013 samt Bewertung nach vier Kategorien: Good, Bad, Ugly und Crazy.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf <a href=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3673\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3673\"><strong>EC COMICS<\/strong> <\/a>portr\u00e4tieren wir (in aller Ausf\u00fchrlichkeit) DEN herausragenden Qualit\u00e4tsverlag der 1950er Jahre.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em> Unter der Rubrik <strong><a href=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?cat=2\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fifties-horror.de\/?cat=2\">BLOG&nbsp;<\/a><\/strong>finden Sie Meldungen und aktuelle Entwicklungen zum Thema FIFTIES HORROR. Dies ist zugleich unser G\u00e4steforum und \u201eSchwarzes Brett\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><br><br><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Okay, es ist Trash&#8230; Meistens. Haupts\u00e4chlich. Nicht immer. Aber in der Regel schon. Die Comics der 50er Jahre strotzen vor Naivit\u00e4t und wissenschaftlicher Ahnungslosigkeit. Da latscht ein Superverbrecher beispielsweise in eine Atomanlage, um das dort lagernde Uran zu stehlen. Nat\u00fcrlich \u201eto rule the world, ha ha ha ha\u201c! 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