{"id":3997,"date":"2013-09-18T08:56:49","date_gmt":"2013-09-18T06:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3997"},"modified":"2013-09-18T08:56:49","modified_gmt":"2013-09-18T06:56:49","slug":"charlton-horror","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=3997","title":{"rendered":"CHARLTON HORROR"},"content":{"rendered":"<p>Der Charlton-Verlag ver\u00f6ffentlichte ca. 31 Horrorhefte. Die Zahl ist deshalb schwammig, da einige Ausgaben mehr in das Genre \u201eCrime Comics\u201c fallen, andererseits manche ihrer Gangsterhefte Tendenzen zum Horror aufweisen. Auslegungssache.<\/p>\n<p>Unbestritten ist, dass ein junges, unerfahrenes <strong>Team von Greenhorns<\/strong> zum Jahresanfang 1952 ein Gruselheft mit dem drolligen Titel THE THING auflegt. Das titelgebende \u201eDing\u201c stakst in den beiden ersten Ausgaben noch als Alien durch die Welt, dann erfolgt dessen Umwidmung zum k\u00f6rperlosen Erz\u00e4hler der Serie.<\/p>\n<div style=\"width: 420px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/charltonbrutality3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" alt=\"charltonbrutality3\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/charltonbrutality3.jpg\" width=\"410\" height=\"288\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">CHARLTON HORROR zelebriert Gewalt und geht dahin, wo&#8217;s weh tut. Rattenhorror von Steve Ditko.<\/p><\/div>\n<p>Das hei\u00dft, viele Geschichten werden begleitet von einem <strong>unsichtbaren Erz\u00e4hler <\/strong> (wie eine Stimme aus dem \u201eOff\u201c) \u2013 das ist einerseits originell, andererseits komplett gaga.<br \/>\nMich pers\u00f6nlich nervt es wahnsinnig, dass Charlton in einigen Geschichten s\u00e4mtliche im Text vorkommenden Wortkombinationen mit \u201ething\u201c (auch in Sprechblasen von Charakteren!) in anderer Typo lettert (\u201eIs there some<em>THING<\/em> you want to tell me, dear?\u201c). Nur um daran zu erinnern, dass wir uns im Heft THE THING befinden. Macht mich rasend.<\/p>\n<p>Die <strong>Sensation ereignet sich mit Heft Nummer 12<\/strong>. Ein weiteres Greenhorn namens<strong> Steve Ditko<\/strong> betritt die Szene und rei\u00dft mit seinen gewagten Zeichnungen alles mit. Er ist zwar nur an 9 Heften beteiligt, kann in dieser halbj\u00e4hrigen Phase jedoch CHARLTON HORROR seinen Stempel aufdr\u00fccken \u2013 und f\u00fcllt diese 9 irren Ausgaben fast alleine.<\/p>\n<p>Zeitgleich erweitert Charlton sein Angebot. Der Fawcett-Verlag hat die Segel gestrichen, und zwei seiner Horrortitel werden vom neu formierten Team um Ditko fortgef\u00fchrt. Drei Serien tragen somit ab 1954 das Signet von Charlton Comics:<\/p>\n<p><strong>THE THING\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>STRANGE SUSPENSE STORIES<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (vormals Fawcett)<\/p>\n<p><strong>THIS MAGAZINE IS HAUNTED<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (vormals Fawcett)<\/p>\n<p>Die Cover-Gestaltung bei Charlton favorisiert meist dicht bev\u00f6lkerte Aktions-Szenen. Manchmal ein wenig wirr, immer \u00e4u\u00dferst bunt, die von Ditko sind die besten (fast unn\u00f6tig zu erw\u00e4hnen).<br \/>\nDie Geschichten im Innenteil sind oft speziell, haben einen eigenen \u201eBiss\u201c. Die Hefte mit Ditko und auch viele danach haben mir in ihrer Machart und Schreibe imponiert; man darf sie getrost zu den<strong> H\u00f6hepunkten des Pre-Code-Horrors<\/strong> rechnen. Sie sind oft grenzverletzend und beunruhigend \u2013 aber nicht auf die billige Art der Trashverlage.<\/p>\n<div style=\"width: 373px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/ThingSPLASH1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"ThingSPLASH1\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/ThingSPLASH1.jpg\" width=\"363\" height=\"534\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\">Splash-Page von Steve Ditko<\/p><\/div>\n<p>CHARLTON HORROR besticht durch eine<strong> rabiate Brutalit\u00e4t<\/strong>. In der Pr\u00e4-Ditko-Phase (die haupts\u00e4chlich von dem klotzigen und kantigem Tintenschwinger Bob Forgione gestaltet wurde) f\u00e4llt dies noch nicht gro\u00df auf; mit Ditko jedoch halten <strong>deftige, grafische Schockbilder<\/strong> Einzug in die Hefte (<em>siehe die Beispielpanels oben<\/em>).<br \/>\nDer Verlag scheint sich dieses \u201eStils\u201c als Erkennungsmerkmal bedient zu haben.<br \/>\nDenn nach dessen Fortgang \u00fcbernehmen neue Kr\u00e4fte wie Dick Ayers und Seymour Moskowitz nahtlos das <strong>Zelebrieren grafischer Grausamkeiten<\/strong>.<\/p>\n<p>Die repr\u00e4sentative Splash-Page kommt nat\u00fcrlich \u2013 wie k\u00f6nnte es anders sein? \u2013 von Steve Ditko. Typisch f\u00fcr ihn die D\u00e4monenfratzen mit den aufgerissen Augen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch lobend hinweisen auf das <strong>Titel-Logo<\/strong> der origin\u00e4ren Charlton-Reihe THE THING.<br \/>\nWie Sie sehen, ist dieser Schriftzug ausgef\u00fcllt mit miniaturesken Horrorszenarien. Der Punkt des Ausrufungszeichens ist sogar ein Auge! H\u00f6chst kreativ und au\u00dfergew\u00f6hnlich. Hab ich zuvor noch nie gesehen.<br \/>\nNachgemacht hat diesen Trick dann niemand anderes als ECs Humorzeitschrift MAD (die ab der Nr. 24 die Buchstaben M-A-D mit lustigen Miniaturen f\u00fcllt). Ach, schaut\u2019s doch selber nach\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/ThingyDetail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"ThingyDetail\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2013\/09\/ThingyDetail.jpg\" width=\"679\" height=\"296\" \/><\/a>Leider verzichtet Charlton ab THE THING Nr. 13 auf diese h\u00fcbsche Idee und l\u00e4sst das Logo in fettem, leerem Wei\u00df erstrahlen. Genau zu dem Zeitpunkt, an welchem sich Steve Ditko im Verlag etabliert. Seltsam, aber bei CHARLTON HORROR ist alles mit dem Namen Ditko verkn\u00fcpft.<\/p>\n<p>Wer mehr wissen m\u00f6chte, ist herzlich eingeladen, meine englische Webseite <a href=\"http:\/\/charm-of-charlton.de\/\" target=\"_blank\">CHARLTON HORROR<\/a> (auch dort abgehandelt werden die Hefte des Verlags FAWCETT) zu studieren. Auf jeden Fall empfehle ich den Blick auf meine Auswahl von Charlton-Horrorgeschichten (bunt gemischt), die ich ebendort unter dem Men\u00fcpunkt \u201eStories\u201c pr\u00e4sentiere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Charlton-Verlag ver\u00f6ffentlichte ca. 31 Horrorhefte. Die Zahl ist deshalb schwammig, da einige Ausgaben mehr in das Genre \u201eCrime Comics\u201c fallen, andererseits manche ihrer Gangsterhefte Tendenzen zum Horror aufweisen. Auslegungssache. Unbestritten ist, dass ein junges, unerfahrenes Team von Greenhorns zum Jahresanfang 1952 ein Gruselheft mit dem drolligen Titel THE THING auflegt. 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