{"id":4984,"date":"2014-03-25T19:21:03","date_gmt":"2014-03-25T18:21:03","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=4984"},"modified":"2014-03-25T20:05:26","modified_gmt":"2014-03-25T19:05:26","slug":"mad-science-im-horrorcomic","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=4984","title":{"rendered":"&#8222;Mad Science&#8220; im Horrorcomic"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: left\"><b>\u00a0<\/b><strong>(eine feuilletonistische Auslassung)<\/strong><\/h3>\n<ol start=\"1\">\n<li>Begriffskl\u00e4rungen und Grenzziehungen<\/li>\n<li>Typologie und Herkunft der \u201emad scientists\u201c<\/li>\n<li>Sechs Themenfelder der \u201emad science\u201c, unterf\u00fcttert durch Bildbeispiele<\/li>\n<li>Fazit und Ausblick<\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/WeirdMysCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-4985 alignright\" alt=\"WeirdMysCover\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/WeirdMysCover.jpg\" width=\"280\" height=\"419\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/WeirdMysCover.jpg 400w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/WeirdMysCover-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><\/p>\n<ol start=\"1\">\n<li><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Begriffskl\u00e4rungen und Grenzziehungen<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir begrenzen unseren Blick auf die Wissenschaft im Comic auf ihrer pervertierte Auspr\u00e4gung als \u201emad science\u201c (wie sie auch in den Genres Science Fiction- und Superheldencomic zu finden ist) in den fr\u00fchen Horrorcomics, weil wir glauben, dass hier die \u201eb\u00f6se Seite\u201c extrem zu Tage tritt \u2013 und uns somit die hellsten Funken schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Hier geht es nicht nur um Transport- oder Waffentechnologie, sondern um <strong>abstruseste Experimente jeglicher Couleur<\/strong> \u2013 von der Erschaffung k\u00fcnstlichen Lebens bis hin zur Reise in fantastische Dimensionen.<\/p>\n<p>Bei der Recherche stellt sich heraus, dass der Begriff \u201emad science\u201c \u00e4u\u00dferst schwammig ist und assoziativ solche diversen Gebiete wie die Menschenversuche eines Dr. Mengele, die Gimmick- und Gadget-Welt eines James Bond sowie das erfinderische Genie der Superhelden bzw. Superschurken umfasst.<\/p>\n<p>Solcher Wissenschaft verdanken wir Superhelden wie Captain America und Iron Man &#8211; der erstere durch eine Art Zaubertrunk zum Supersoldaten geformt, der andere mittels eines fantastischen Aggregates in seiner Brust (welches sein Herz ersetzt) zu \u00fcbermenschlichen Leistungen f\u00e4hig.<\/p>\n<p>\u201eMad science\u201c kommt zur Bl\u00fcte im\u00a0 Superheldencomic der 40er Jahre und durch diesen deutlich inspiriert im Horrorcomic der 50er Jahre. Comics w\u00e4ren OHNE die \u201emad science\u201c deutlich leerer, die Horrorcomics sogar deutlich blutleerer.<\/p>\n<p>Da mir das Internet keine <strong>Definition des Begriffs \u201emad science\u201c<\/strong> anbieten konnte, m\u00f6chte ich eine eigene erstellen. Sie lautet wie folgt:<\/p>\n<p><b>Unm\u00f6gliche, dennoch von Menschenhand erschaffene Ph\u00e4nomene in zeitgen\u00f6ssischem Umfeld.<\/b><\/p>\n<p>Wir betrachten also in der Gegenwart angesiedelte, nicht realisierbare Sch\u00f6pfungen unter Ausschluss von Naturereignissen. Beispielsweise genetische Experimente, die Kreation von k\u00fcnstlicher Intelligenz und Androiden bzw. Robotern sowie den Aufbruch in fremde Dimensionen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Typologie und Herkunft der \u201emad scientists\u201c<\/strong><\/span><\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die ersten \u201emad scientists\u201c der Literatur d\u00fcrften wohl die vielbem\u00fchten Klassiker sein:<br \/>\nStevensons \u201e<strong>Dr. Jekyll und Mr. Hyde<\/strong>\u201c (1886) sowie Shellys \u201e<strong>Frankenstein<\/strong>\u201c von 1818.<\/p>\n<p>Die fiktionale \u201emad science\u201c ist immer das Spiegelbild der realen \u201egood science\u201c. Alessandro Volta erfindet um 1800 die elektrische Batterie, Luigi Galvani l\u00e4sst die Muskulatur an Froschschenkeln zucken, und sein Neffe Giovanni Aldini \u00fcbertr\u00e4gt diesen Versuch 1803 in London auf den Leichnam des M\u00f6rders George Forster \u2013 auch hier kontrahieren Muskeln, nachdem der Tod eines Menschen bereits eingetreten ist. Die Steilvorlage f\u00fcr Frankenstein!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/forster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4988\" alt=\"forster\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/forster.jpg\" width=\"550\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/forster.jpg 550w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/forster-300x215.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a>\u201eMad science\u201c spiegelt auch den Stand der Wissenschaft. Leichenr\u00e4uberei, elektronische Apparaturen und chemische Formeln stellen lange das Repertoire, bis die verr\u00fcckte Wissenschaft einen Boom nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt \u2013 durch <strong>die Entfesselung des Atoms und die Konstruktion des Transistors<\/strong>. Der k\u00fcnstliche Mensch verf\u00fcgt nun \u00fcber ein Elektronengehirn und kann seriell produziert werden. Nun steht den fantastischsten Ausw\u00fcchsen nichts mehr im Weg.<\/p>\n<p>Die Betreiber der \u201emad science\u201c, die \u201emad scientists\u201c,\u00a0 lassen sich verbl\u00fcffenderweise immer in die beiden Grundkategorien \u201eSchrauber\u201c und \u201eChemikus\u201c einteilen. Dr. Frankenstein verfolgt den mechanistischen Ansatz: Wir basteln uns ein Ger\u00e4t aus Einzelteilen und nehmen es mittels Elektrizit\u00e4t in Betrieb. Dr. Jekyll hingegen wei\u00df aus chemischen Zutaten eine Droge zu mixen, die den menschlichen K\u00f6rper in nie geahnter Weise modifiziert (der Mann h\u00e4tte auch einen guten Barkeeper abgegeben).<\/p>\n<p>Und damit m\u00f6chte Sie einladen, mir auf eine kurze Tour in die Geisterbahn zu folgen. Lassen Sie uns durch einige Comics flanieren, sortiert nach Fachgebieten der verr\u00fcckten Wissenschaft.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Sechs Themenfelder der \u201emad science\u201c,<br \/>\nunterf\u00fcttert durch Bildbeispiele<\/strong><\/span><\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Der postmoderne Prometheus \u2013 Frankenstein wird Designer<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an der Geschichte \u201eThe Body Maker\u201c, 1952)<\/p>\n<p>Dr. Payn hat ein Problem. Er ist h\u00e4sslich wie die Nacht. Deswegen m\u00f6chte er, ein genialer Chirurg und T\u00fcftler, der Nachwelt Sch\u00f6nheit schenken. Ganz im Sinne Frankensteins (auf den er sich explizit beruft, er verf\u00fcgt sogar \u00fcber dessen pers\u00f6nliche Unterlagen!)<strong> konstruiert er aus verschiedenen K\u00f6rperteilen eine Kreatur<\/strong>, die er zum Leben erwecken will.<\/p>\n<p>Payn bedient sich jedoch nicht auf dem \u00f6rtlichen Friedhof, um an Material zu kommen, er sucht sch\u00f6ne junge Frauen heim\u00a0 &#8211; und beraubt sie deren sch\u00f6nster Glieder. Der einen schneidet er die schlanken Beine ab, die andere muss ihre feinen H\u00e4nde lassen, die dritte verliert ihren kompletten Kopf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BodyMaker5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4989\" alt=\"BodyMaker5\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BodyMaker5.jpg\" width=\"800\" height=\"657\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BodyMaker5.jpg 800w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BodyMaker5-300x246.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BodyMaker5-624x512.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>Als Payn glaubt, die perfekte Sch\u00f6nheit beisammen zu haben, entdeckt er am Sch\u00e4del einen schlimmen Makel: dunkle Haarwurzeln! Was bedeutet, dass er eine blondierte Dame erwischt hat. Da er auf echten blonden Haaren besteht, muss Payn nochmal raus und einen blonden Skalp erobern. Das gelingt ihm zwar, jedoch wird er auf der Flucht von der Polizei (die ihm inzwischen auf den Fersen ist) verfolgt.<\/p>\n<p>Groteskerweiser verf\u00e4ngt sich das Blondhaar am herabh\u00e4ngenden Schild eines Theaters, wickelt sich um Payns Hals und erdrosselt den M\u00f6chtegern-Frankenstein. Ironische Schlusspointe (f\u00fcr alle, die genau hinschauen): Im Theater wird das St\u00fcck \u201eThe Perfect Woman\u201c gegeben!<\/p>\n<p>Der Anti-Comics-Kreuzz\u00fcgler Dr. Wertham sah in diesem Comic eine \u201eLustmord-Geschichte\u201c. Ich denke, wir k\u00f6nnen <strong>\u201eThe Body Maker\u201c<\/strong> auch als <strong>schwarzhumorige<\/strong> (wenn auch geschmacklose und sowieso frauenfeindliche) <strong>Persiflage auf Mary Shelleys Klassiker<\/strong> lesen.<\/p>\n<p>Sie finden die komplette Geschichte im Anschluss an meine Ausf\u00fchrungen zu Werthams \u201eSeduction of the Innocent\u201c <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/wissen\/seduction-of-the-innocent\" target=\"_blank\">HIER <\/a>(bitte ans Ende scrollen).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Wir bauen uns eine Traumfrau \u2013 technoide M\u00e4nnerphantasien<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an den Geschichten \u201eDeath Kiss\u201c, 1953, und \u201eThe Beautiful Robot\u201d, 1951)<\/p>\n<p>Haftete \u201eThe Body Maker\u201c noch die grabr\u00e4uberische Aura des 19. Jahrhunderts an (obwohl die Geschichte erkennbar in der damaligen Gegenwart um 1950 herum spielt), so betreten wir mit den n\u00e4chsten Erz\u00e4hlungen erkennbar das Neuland der Hochtechnologie. <strong>Nicht mehr Leichenteile ergeben einen neuen Menschen, sondern die<\/strong> (nicht n\u00e4her gekennzeichneten) <strong>Komponenten des Elektronikbaukastens<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BeautRobo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-4992\" alt=\"BeautRobo\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BeautRobo.jpg\" width=\"350\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BeautRobo.jpg 500w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BeautRobo-150x150.jpg 150w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/BeautRobo-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a>Sowohl Professor Skeezer in \u201eDeath Kiss\u201c wie auch Professor Kingsley in <strong>\u201eThe Beautiful Robot\u201d<\/strong> sind Abziehbilder des Akademikers: Kleine, schm\u00e4chtige, \u00e4ltliche und unsportliche Herren, die nicht beim anderen Geschlecht landen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kingsley wird zum Auftakt sogar explizit von einer kaltherzigen Sch\u00f6nheit verspottet: \u201eKeine Frau mit gesundem Menschenverstand w\u00fcrde ein absto\u00dfendes M\u00e4nnchen wie dich heiraten. Das t\u00e4te h\u00f6chstens ein Robotweib, das es nicht besser w\u00fcsste. Wieso erfindest du dir keins?\u201c.<br \/>\nDiese Ansage kann Kingsley nicht auf sich sitzen lassen, und tats\u00e4chlich hat er vier Bilder sp\u00e4ter bereits eine hochattraktive (dunkelhaarige!) Frau erschaffen (wie, wird nicht verraten), der er wie Professor Higgins in \u201eMy Fair Lady\u201c die Sprache beibringt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend f\u00fchrt er sein Gesch\u00f6pf stolz auf den Verlobungsball seines Assistenten aus.<br \/>\nDort allerdings entwickelt die Androidin angesichts des kernigen Athleten einen fatalen Eigensinn \u2013 und f\u00e4llt k\u00fcssend \u00fcber den Adonis her. Entsetzt ist nicht nur der Professor, sondern auch die blonde Verlobte des Assistenten.<br \/>\nAlle fliehen aufs Dach, wo sie vor dem amoklaufenden, liebestollen Androiden Schutz suchen. Den Menschen kommt zu Hilfe ein Gewitter, aus welchem sich ein Blitz l\u00f6st, der die Kreatur augenblicklich in ihre Einzelteile zur\u00fccksortiert. \u00dcbrig bleibt nur ein Haufen Altmetall.<br \/>\nDie ganze Geschichte ist <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-bad\/the-beautiful-robot\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einsehbar.<\/p>\n<p>Professor Skeezer erschafft sich in <strong>\u201eDeath Kiss\u201c<\/strong> ebenfalls eine dunkelhaarige Sexsirene aus mechanischen Einzelteilen (hier erlaubt man uns einen Blick ins k\u00fcnstliche Gehirn, siehe Abb.). Nicht auszuschlie\u00dfen ist, dass Skeezer sich eine Lustsklavin konstruieren will, denn er hat Probleme mit der Justierung der \u201eKussmuskulatur\u201c. Seine Kunstfrau n\u00e4mlich k\u00fcsst zu wild, sogar so wild, dass es lebensgef\u00e4hrlich wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/DeathKiss3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4993\" alt=\"DeathKiss3\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/DeathKiss3.jpg\" width=\"900\" height=\"635\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/DeathKiss3.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/DeathKiss3-300x211.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/DeathKiss3-624x440.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>Diese teuflische F\u00e4higkeit benutzt Skeezer, um einen Grobian (der ihn beleidigt hatte) um die Ecke zu bringen. \u201eRita\u201c, wie er die Androidin nennt, geht los und erstickt den Konkurrenten mit ihren Todesk\u00fcssen. Bei der R\u00fcckkehr seines Gesch\u00f6pfes aber ist Skeezer unwohl vor so viel Frauenpower und er beschlie\u00dft,\u00a0 sie schnell und brutal mittels S\u00e4ure zu demontieren. Im technischen Todeskampfe jedoch wirft sich Rita auf ihren Sch\u00f6pfer und k\u00fcsst auch ihn zu Tode.<br \/>\nDie komplette Geschichte ist <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-good\/death-kiss\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einsehbar.<br \/>\nUnd die Moral von der Geschicht\u2018: Sch\u00f6ne Frauen baut man nicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Des Biologen Malheur \u2013 der Doktor und das fiese Viech<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an der Geschichte \u201cThe Crawling Horror\u201d, 1952)<\/p>\n<p>Die Zahl der Horrorgeschichten, in denen Biologen mit <strong>Ausgeburten der Fauna<\/strong> ringen, ist Legion: Monsterameisen, Riesenspinnen, Superratten, Wahnsinnsschlangen und Killerskorpione bev\u00f6lkern regelm\u00e4\u00dfig die Seiten dieser alten Comics. Wir m\u00f6chten unseren Blick allerdings auf originellere \u201eLebewesen\u201c werfen, die kleinsten der Kleinen \u2013 die Viren. Zur Erinnerung: Ein Virus ist eine mikroskopisch kleine DNA\/RNA-Einheit, verf\u00fcgt \u00fcber keinen eigenen Stoffwechsel und kann sich auch nicht selbstt\u00e4tig fortbewegen. Im Horrorcomic sieht ein Virus dennoch so aus:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-4994\" alt=\"CrawlStart\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart.jpg\" width=\"378\" height=\"522\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart-217x300.jpg 217w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart-741x1024.jpg 741w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/CrawlStart-624x861.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/a>Man ahnt sogleich: mit so etwas ist nicht zu scherzen. In der Geschichte \u201cThe Crawling Horror\u201d trauert Biologe Dr. Carson um seine Frau Emily. Noch am Grabe schw\u00f6rt er, den heimt\u00fcckischen Virus, an welchem sie starb, zu erforschen und auszumerzen. Dazu bedient er sich eines genialen Tricks.<br \/>\nDa Viren so unhandlich klein und damit schlecht zu beobachten sind, z\u00fcchtet Carson den Killervirus gro\u00df!<\/p>\n<p>Innerhalb zweier Jahre gelingt es ihm (mittels des \u201eWachstumsvitamins B\u201c sowie seiner nicht n\u00e4her bezeichneten \u201eWachstumsformel\u201c), den Virus X ann\u00e4hernd l\u00e4usegro\u00df zu machen, sodass er mit blo\u00dfem Auge sichtbar wird.<br \/>\nDoch w\u00e4hrend Carsons verdienter Nachtruhe wachsen die Biester weiter und versammeln sich \u2013 inzwischen m\u00e4usegro\u00df\u00a0 &#8211; um seine Bettstatt. Ein Gebinde frischer Blumen verwelkt \u201ein Sekundenschnelle\u201c, als sich ein Virus n\u00e4hert. Carson bek\u00e4mpft das virale Rudel mit \u201ePenicillin, Aureomycin, sonstigen Antibiotika\u201c (die er \u00fcber die Angreifer sch\u00fcttet) \u2013 doch selbst S\u00e4ure (zur Hand in jedem Biologenhaushalt) hilft nicht.<\/p>\n<p>Der min\u00fctlich schw\u00e4cher werdende Doktor sieht nur einen Ausweg \u2013 die ganze Bude anz\u00fcnden. Er und seine Monsterviren sterben den Flammentod, doch ein gewaltiges Biest \u00fcberragt bereits an K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe das Haus und entkommt\u00a0 &#8211; um schlie\u00dflich \u201eso riesig zu werden dass es die ganze Welt vernichten kann\u201c.<\/p>\n<p>Tr\u00fcbe Aussichten, sicherlich. Halten wir dennoch einen Moment inne und lassen sich das Lachen setzen. W\u00e4re es nicht in der Tat eine clevere L\u00f6sung, Viren tiergro\u00df zu z\u00fcchten? Dann k\u00f6nnte man sie sehen und sich effektiv vor ihnen sch\u00fctzen. Wussten Sie andererseits, dass jede menschliche Zelle von bis zu 100 Viren besiedelt ist?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Die Kunst der Prostethik \u2013 Alle Teile machen noch kein Ganzes<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an der Geschichte \u201eThe Green Hands of Terror\u201c, 1951)<\/p>\n<p>Solange sich der Mensch medizinisch bet\u00e4tigt, hat er auch Prothesen hergestellt. Falsche Z\u00e4hle, Holzbeine, Gummih\u00e4nde und so weiter. Doch die <strong>Herstellung lebendiger Glieder<\/strong> will ihm bis heute nicht gelingen. Das ist dem Horrorcomic vorbehalten.<\/p>\n<p>Jenk und Slezak, zwei M\u00f6rder auf der Flucht, finden Unterschlupf in einem verfallenen einsamen Haus. Dort lebt ein kauziger Wissenschaftler mit einem geheimen Kellerlaboratorium, der keinen Besuch sch\u00e4tzt. Slezaks vorgehaltene Pistole verschafft ihnen jedoch Gastaufenthalt \u00fcber Nacht. Im Schlaf wird Jenk von einem Paar k\u00f6rperloser Arme angegriffen und gew\u00fcrgt. Sie verfolgen die Geisterarme, die sodann \u00fcber den Wissenschaftler herfallen. Slezaks Sch\u00fcsse vertreiben die grausige Erscheinung vorerst.<br \/>\nDer dankbare Wissenschaftler packt daraufhin aus: Er sei Chemiker und experimentiere mit \u201eErbfaktoren wie Genen und Chromosomen\u201c. Er habe \u201esynthetisches Protoplasma\u201c entwickelt und k\u00f6nne bereits isolierte K\u00f6rperteile herstellen. Einen Kopf, den er gez\u00fcchtet habe, sei jedoch renitent und steuere die Glieder gegen ihn und seine G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Die drei M\u00e4nner treiben die angriffslustigen Arme und Beine in das Kellerverlies des Forschers. Dort zeigt ihnen der Chemiker seine Aufzeichnungen und weiteres Rohmaterial, mit dem sich Millionen verdienen lassen. Darauf nat\u00fcrlich springen die Gangster an. Sie warten ab, bis ein erneuter Angriff der Glieder den Forscher das Leben kostet und dringen ins Labor ein. Als sie die Formel stehlen wollen, m\u00fcssen sie sich dem schwebenden Kopf und seiner Armee der H\u00e4nde und Beine stellen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/GreenHands3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4996\" alt=\"GreenHands3\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/GreenHands3.jpg\" width=\"900\" height=\"842\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/GreenHands3.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/GreenHands3-300x280.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/GreenHands3-624x583.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>Nach wildem Kampf und einer Verfolgungsjagd werden Jenk und Slezak ins Verlies verschleppt. Die beiden m\u00fcssen sich ihrer nackten Haut erwehren und greifen auf ein bew\u00e4hrtes Rezept zur\u00fcck, welches wir in der vorherigen Geschichte schon bei der Arbeit gesehen haben: Sie z\u00fcnden das Haus an, in welchem die kampflustigen K\u00f6rperteile s\u00e4mtlich zugrunde gehen.<\/p>\n<p>Die Story endet mit einer sch\u00f6nen, ironischen Pointe. Die anr\u00fcckende Feuerwehr und Polizei macht Jenk und Slezak dingfest. Die irdische Gerichtsbarkeit wird sie der Todesstrafe \u00fcberf\u00fchren, denn das ganze Haus lag \u201evoller verbrannter K\u00f6rperteile\u201c. Den Beteuerungen Slezaks, es handle sich nur um k\u00fcnstliche Glieder, wird nat\u00fcrlich kein Glauben geschenkt.<br \/>\nDie ganze Geschichte ist <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/just-crazy\/the-green-hands-of-terror\" target=\"_blank\">HIER <\/a>einsehbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Und Morgen die ganze Welt \u2013 Eroberungsvorsprung durch Technik<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an den Geschichten \u201eThe Stolen Brain\u201c und \u201eOperation Massacre\u201d, 1953)<\/p>\n<p>Wagen wir uns nun auf das Feld der <strong>Hirnforschung\u00a0<\/strong> vor. Als \u2013 zugegeben skrupelloser \u2013 Pionier darf hier Dr. Claude Mannox gelten. Um seine Hirnforschung zu finanzieren kommt er auf einen unkonventionellen Gedanken: Er entf\u00fchrt den Wall Street-B\u00f6rsenhai Porter Humphrey, bringt diesen um \u2013 und h\u00e4lt sein k\u00f6rperloses Gehirn in einer \u201eL\u00f6sung aus Kochsalz und Blutplasma\u201c am Leben. Sodann nutzt Mannox die elektronischen Impulse des Gehirns, um mittels einiger ins Gehirn f\u00fchrender Dr\u00e4hte sowie einer damit angeschlossenen Telex-Maschine zu kommunizieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/StolenBrainWissen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4995\" alt=\"StolenBrainWissen\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/StolenBrainWissen.jpg\" width=\"900\" height=\"876\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/StolenBrainWissen.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/StolenBrainWissen-300x292.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/StolenBrainWissen-624x607.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>Dr. Mannox tippt Fragen ein, und Humphreys Hirn antwortet ihm per Fernschreiber. Triumph der Wissenschaft. Leider ist der (un)tote B\u00f6rsenspekulant nicht im Mindesten kooperationsbereit und wird im Lauf der Geschichte daf\u00fcr sorgen, dass der m\u00f6rderische Forscher hinter Gitter wandert. Die vollst\u00e4ndige Story lesen Sie <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/just-crazy\/the-stolen-brain-club-horror\" target=\"_blank\">HIER<\/a>.<\/p>\n<p>Noch weiter ins Fantastische tr\u00e4gt uns die Erz\u00e4hlung <strong>\u201eOperation Massacre\u201d<\/strong>, in der uns k\u00fcnstliche Intelligenz plus Telepathie begegnen. Der brillante Wissenschaftler Dr. Karasz hat eine \u201eGehirnwellen-Antenne\u201c entwickelt, welche seine Gedanken \u00fcbermitteln kann. Empf\u00e4nger seiner Gedankenbefehle sind jedoch nicht seine Mitmenschen, sondern metallische Robot-Diener, die ihm bedingungslos gehorchen.<\/p>\n<p>Dieser Comic konfrontiert uns mit der vollen Packung an \u201emad science\u201c \u2013<strong> telepathisch gelenkte Roboter<\/strong>. Ein Rudel abgerichteter Hunde h\u00e4tte es wahrscheinlich auch getan, aber dieses Heft ist nicht \u201eBessy\u201c, sondern ein Horrorcomic der 50er Jahre.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OpMass2Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4997\" alt=\"OpMass2Detail\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OpMass2Detail.jpg\" width=\"900\" height=\"631\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OpMass2Detail.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OpMass2Detail-300x210.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OpMass2Detail-624x437.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>Die Handlung voran treibt nun Dr. Karasz\u2018 sinistrer Kollege Marko, der die Erfindung stiehlt, \u201edie Frequenz der Antenne\u201c auf seine Gedanken justiert und fortan eine Roboterbande dazu missbraucht, Erpressung, Mord und Raub zu ver\u00fcben. Am Ende kommt Marko ums Leben, weil er einen Marschbefehl gegen anr\u00fcckende Soldaten nicht differenziert genug formuliert. \u201eRoboter\u2026 massakriert alle Menschen in eurem Weg!\u201c \u2013 dummerweise steht Marko genau vor ihnen und wird von Eisenf\u00fc\u00dfen zertreten. Daraufhin stehen die Blechm\u00e4nner still, denn sie empfangen keinen steuernden Gedanken mehr.<\/p>\n<p>Die Geschichte schlie\u00dft mit einer <strong>expliziten Warnung<\/strong>: \u201eSolange der Mensch an B\u00f6ses denkt, darf man ihm nicht solche Macht anvertrauen. So lautet die Lektion. Wahrscheinlich werden die Menschen sie dennoch ignorieren\u201c. <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-ugly\/operation-massacre\" target=\"_blank\">HIER <\/a>nachzulesen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><b>Welten, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat \u2013 H\u00f6llische Parallel-Dimensionen<\/b><br \/>\n(exemplifiziert an den Geschichten \u201ePages of Death\u201c, 1952, und<br \/>\n\u201eOut of Blackness They Come\u201d, 1953)<\/p>\n<p>Mit dieser letzten Rubrik wagen wir endg\u00fcltig den Sprung ins Spekulative. Unter dem Deckm\u00e4ntelchen der Wissenschaft verlassen einige Erz\u00e4hlungen unsere Wirklichkeit und transportieren den Leser in andere Welten. In \u201ePages of Death\u201c tauchen wir in <strong>literarische Fiktion<\/strong> ein. Ersparen Sie mir, Ihnen alle absurden Wendungen der Handlung erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen (die Geschichte k\u00f6nnen Sie <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-bad\/pages-of-death\" target=\"_blank\">HIER <\/a>nachlesen), nur soviel:<\/p>\n<p>Der Chemiker Alvin Penny stellt eine Mixtur her, die ihn in die Welt der B\u00fccher eintauchen l\u00e4sst. Unklar bleibt, woraus die Fl\u00fcssigkeit besteht, sie enth\u00e4lt auf jeden Fall \u201efl\u00fcchtige Salze\u201c. Absolut wahnsinnig ist ihre Wirkung: Der Mensch, der sie zu sich nimmt, l\u00f6st sich k\u00f6rperlich auf und wird in das Buch hinein gewirbelt, das gerade vor ihm liegt.<br \/>\nDieser Dimensionssprung versetzt ihn direkt in die Handlung des Buches! Oder, einmal comic-wissenschaftlich formuliert: \u201cMeiner Theorie zufolge erschafft ein Autor reale Menschen, die in ihrer eigenen Welt existieren. Mein Serum durchbricht die Raum-Zeit-Barriere ebenso wie das Gef\u00e4ngnis meines K\u00f6rpers und versetzt meinen Geist in andere Dimensionen &#8211;\u00a0zum Beispiel in die Welt der Fiktion\u201d. Aaaah, ja.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/PagesOfDeath1Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4998\" alt=\"PagesOfDeath1Detail\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/PagesOfDeath1Detail.jpg\" width=\"800\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/PagesOfDeath1Detail.jpg 800w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/PagesOfDeath1Detail-300x159.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/PagesOfDeath1Detail-624x332.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>Was darin resultiert, dass sich Professor Penny, seine Verlobte Jean sowie der fiese Rivale Roger Horn auf einem transsilvanischen Schloss mit Dracula pr\u00fcgeln. Nach einer Menge Dimensions-Gehopse gibt es ein Happy End f\u00fcr die Verliebten, wenn auch der Wissenschaftler schw\u00f6rt: \u201eIch werde diese Formel stante pede verbrennen!\u201c.<\/p>\n<p>Pseudo-physikalisch geht es zu in <strong>\u201eOut of Blackness They Come\u201d<\/strong>: Wissenschaftler Bill Henson experimentiert mit Lichtquellen \u201everschiedener Farbe und Intensit\u00e4t\u201c. Er erhofft sich, durch \u201eKombination\u201c derselben \u201eeine unendliche Schw\u00e4rze zu schaffen, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat\u201c. Prompt folgt die Demonstration: Henson legt einen Schalter um, buntes Licht ergie\u00dft sich aus Scheinwerfern und vereint sich im Schnittpunkt zu einem tiefen Schwarz \u2013 welches zum Schrecken der Beobachter lebendig wird!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness1Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-4999\" alt=\"OutOfBlackness1Detail\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness1Detail.jpg\" width=\"900\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness1Detail.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness1Detail-300x151.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness1Detail-624x315.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness2Detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-5000\" alt=\"OutOfBlackness2Detail\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness2Detail.jpg\" width=\"900\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness2Detail.jpg 900w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness2Detail-300x146.jpg 300w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/OutOfBlackness2Detail-624x304.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/a>Henson und sein Partner Stroller werden von der formlosen, schwarzen Entit\u00e4t umflossen und in eine d\u00fcstere Paralleldimension entf\u00fchrt \u2013 die H\u00f6lle! Das Dunkle ist das B\u00f6se, wo der Teufel leibhaftig lauert. Die beiden M\u00e4nner k\u00f6nnen dem Satan und seinen d\u00e4monischen Horden allerdings entkommen, indem sie eine Taschenlampe z\u00fccken und damit helles Licht verbreiten.<br \/>\nDies transportiert sie \u201eerstaunlicherweise\u201c (Comiczitat) zur\u00fcck in ihre Alltagswelt. Auch diese Geschichte schlie\u00dft mit der Demolierung aller Apparaturen und der Vernichtung s\u00e4mtlicher Notizen.<br \/>\nIch lade Sie herzlich ein, diesen k\u00f6stlichen Mumpitz in voller L\u00e4nge <a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/lesewiese\/the-bad\/out-of-blackness-they-come\" target=\"_blank\">HIER <\/a>nachzulesen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Fazit und Ausblick<\/strong><\/span><\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir beobachten bei diesen Berichten aus der Wissenschaft eine <strong>Parallelf\u00fchrung zur klassischen Horrortradition: <\/strong>Die Beschw\u00f6rungen der Satanisten und Hexen werden ersetzt durch ebenso beliebig klingende Formeln, die kein Laie versteht, sondern nur Eingeweihte der Schwarzen Kunst bzw. akademischen Wissenschaft. Man beachte den gezielten Einsatz von schwergewichtigen, aber nichtssagenden Floskeln wie \u201efl\u00fcchtige Salze\u201c, \u201echemisches Gleichgewicht\u201c, \u201eRaum-Zeit-Schranke\u201c o.\u00c4.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/Beware4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-5001\" alt=\"Beware4\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/Beware4.jpg\" width=\"280\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/Beware4.jpg 400w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/03\/Beware4-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die <strong>\u201emad science\u201c<\/strong> ist der \u201edunkle Spiegel\u201c unserer Wissenschaft. Sie <strong>zw<\/strong><strong>ingt<\/strong> durch die geschilderte Phantastik des Geschehens <strong>den vorwissenschaftlichen Zwe<\/strong><strong>ifel zur\u00fcck in die Wissenschaft.<\/strong><\/p>\n<p>Sie mahnt uns vor den Gefahren des \u00dcbernat\u00fcrlichen. Denn die M\u00f6glichkeit des Missbrauchs lauert \u00fcberall. Der fatale Irrtum kann systeminh\u00e4rent sein. Und schlie\u00dflich: <strong>Was ist, wenn Wissenschaft zu weit geht?<\/strong><\/p>\n<p>Der Spa\u00df an \u201emad science\u201c besteht darin, dass es sich keineswegs um Wissenschaft handelt, sondern um pure Behauptungen, die komplett aus der Luft gegriffen sind.<\/p>\n<p>Die (Comic-)Literatur erweist sich (hier auf jeden Fall) als ein Spiel zwischen Autor und Leser, das niemand allzu ernst nehmen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><em><b>Verschriftlichung eines Power-Point-Vortrags, gehalten an der Universit\u00e4t Erlangen im<br \/>\nNovember 2013 anl\u00e4sslich der Jahrestagung der \u201eComFor\u201c (Gesellschaft f\u00fcr Comicforschung) \u2013 Thema der Tagung: \u201eComics und Wissenschaft\u201c. <\/b><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0(eine feuilletonistische Auslassung) Begriffskl\u00e4rungen und Grenzziehungen Typologie und Herkunft der \u201emad scientists\u201c Sechs Themenfelder der \u201emad science\u201c, unterf\u00fcttert durch Bildbeispiele Fazit und Ausblick Begriffskl\u00e4rungen und Grenzziehungen Wir begrenzen unseren Blick auf die Wissenschaft im Comic auf ihrer pervertierte Auspr\u00e4gung als \u201emad science\u201c (wie sie auch in den Genres Science Fiction- und Superheldencomic zu finden ist) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":3594,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"page-wissen.php","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4984"}],"collection":[{"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4984"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/4984\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3594"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fifties-horror.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}