{"id":5203,"date":"2014-05-26T16:07:09","date_gmt":"2014-05-26T14:07:09","guid":{"rendered":"http:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=5203"},"modified":"2016-06-24T10:28:09","modified_gmt":"2016-06-24T08:28:09","slug":"horrorcomics-seit-den-50er-jahren","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fifties-horror.de\/?page_id=5203","title":{"rendered":"Horrorcomics seit den 50er Jahren"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Sturm der \u00f6ffentlichen Entr\u00fcstung und der Installation des Comics Code (siehe Schwesterartikel \u201c<a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/wissen\/comics-unter-dem-code\" target=\"_blank\">Comics unter dem Code<\/a>\u201d) gl\u00e4tten sich die Wogen der US-amerikanischen Comicindustrie. Das Flaggschiff \u201cHorror and Suspense\u201d (um mal im Bild zu bleiben) ist mit Mann und Maus untergegangen, und <strong>1955 treiben nur vereinzelte \u00dcberlebende<\/strong> in der ruhigen See.<\/p>\n<p>DC f\u00fchrt HOUSE OF MYSTERY fort (ein Titel, in dem es zuvor schon keine Werw\u00f6lfe, Zombies oder Vampire gegeben hatte) und stellt diesem 1956 noch das Schwesterheft HOUSE OF SECRETS an die Seite.<\/p>\n<p>Die American Comics Group (ACG) adaptiert die Serien ADVENTURES INTO THE UNKNOWN und FORBIDDEN WORLDS an den Code \u2013 und br\u00fcstet sich damit, jetzt noch kreativer und fantastischer zu sein, weil die Restriktionen des Code den Grusel \u201cverfeinerten\u201d.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens DAS Argument aller <strong>Code-Bef\u00fcrworter<\/strong>, welches sie auch jahrzehntelang ins Feld gef\u00fchrt haben. <strong>Das Verbot aller Schockelemente mache Horrorerz\u00e4hlungen spannender!<\/strong> In Einzelf\u00e4llen mag das zutreffen, generell aber stempelt der Code die Comicheftchen zu \u201eKinderkram\u201c ab.<\/p>\n<p>Die Autoren und Zeichner bei Atlas\/Marvel <strong>fressen gleich zentnerweise Kreide<\/strong> und krempeln mehrere ihrer w\u00fcst-witzigen Horrortitel auf links (darunter die \u201elongrunner\u201c STRANGE TALES und JOURNEY INTO MYSTERY). Dazu erweitern sie die Palette um drei zum Verwechseln \u00e4hnliche Titel, die bis 1959 ver\u00f6ffentlicht werden: WORLD OF FANTASY, WORLD OF MYSTERY und WORLD OF SUSPENSE.<\/p>\n<p>Und weil ACG gerade einen superkreativen Lauf hat, erg\u00e4nzen sie ihre Stammserien noch um den \u201eFusionstitel\u201c UNKNOWN WORLDS (gefolgt vom kurzlebigen MIDNIGHT MYSTERY).<\/p>\n<p>Der Charlton-Verlag beh\u00e4lt im viertelj\u00e4hrlichen Rhythmus seine STRANGE SUSPENSE STORIES bei, lanciert 1956 die meist von Steve Ditko gezeichneten MYSTERIES OF UNEXPLORED WORLDS, UNUSUAL TALES sowie die TALES OF THE MYSTERIOUS TRAVELER und versucht 1957 kurzzeitig, die Pre-Code-Serie THIS MAGAZINE IS HAUNTED wiederzubeleben. Zeitgleich legt Prize seine Serie BLACK MAGIC f\u00fcr 17 code-approved-Ausgaben neu auf.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/GhostStories.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5208\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/GhostStories.jpg\" alt=\"GhostStories\" width=\"247\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/GhostStories.jpg 411w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/GhostStories-205x300.jpg 205w\" sizes=\"(max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>So pl\u00e4tschern die sp\u00e4ten 50er Jahre in relativer Friedhofsruhe dahin<\/strong>. Erst 1962 wagt sich ein neuer Spieler aufs Feld: Der Dell-Verlag landet einen Horror-Doppelschlag mit dem extra dicken Einzelheft TALES FROM THE TOMB und der Reihe GHOST STORIES.<br \/>\nDie Erstausgaben kn\u00fcpfen vielversprechend an Pre-Code-Zeiten an, dann aber ist der Grusel-Ofen schon aus. Die GHOST STORIES bringen es immerhin auf eine Laufzeit von zehn Jahren.<br \/>\n<strong>Dell-Comics erscheinen immer ohne Code-Siegel<\/strong>, da sie eine hauseigene \u201eVerpflichtung zu guter Literatur\u201c erf\u00fcllen und bisher nur Kinderhefte zu Fernseh- und Disney-Lizenzen herausgebracht hatten (BUGS BUNNY, LASSIE, TARZAN, WALT DISNEY\u2019S COMICS AND STORIES).<\/p>\n<p>Der noch junge Verlag Gold Key (aus einem Zerw\u00fcrfnis mit Dell hervorgegangen) re\u00fcssiert mit der 1963 gestarteten Serie BORIS KARLOFF TALES OF MYSTERY. Diese milde Gruselware wird es auf fast 100 Hefte bringen (bis 1980) und ist der Comic-Spin-Off der TV-Serie \u201eThriller\u201c, die von Karloff pr\u00e4sentiert wurde. Ihr gr\u00f6\u00dfter Verkaufsschlager ist jedoch die Fernsehlizenz TWILIGHT ZONE (erscheint 20 Jahre lang ab 1961!).<\/p>\n<p><strong>Das Wunder geschieht zum Jahresende 1964: Der Verleger James Warren wirft CREEPY auf den Markt!<\/strong> Dieses Produkt ist zwar ein Comic, jedoch kein Heft, sondern ein schwarz-wei\u00dfes Magazin (wie das popul\u00e4re MAD). Das \u201eteure\u201c Magazinformat (35 Cents) unterliegt kurioserweise nicht dem Code (weil Kinder gew\u00f6hnlich nicht so viel Geld f\u00fcr ein Einzelheft lockermachen).<br \/>\nCREEPY ist ein Horrorheft in der EC-Tradition (und bekommt 1966 ein kerngesundes Schwesterchen, EERIE). Warren hatte den Boden jahrelang mit seinem Filmfoto- und Fanmagazin FAMOUS MONSTERS OF FILMLAND f\u00fcr ein Horror-Revival beackert. Die beiden Magazine fahren reiche Ernte ein \u2013 und geben <strong>Altmeistern des Horrors<\/strong> ein neues Forum. Reed Crandall, Johnny Craig, Frank Frazetta, George Evans, Joe Orlando, Wally Wood und Al Williamson gestalten grafisch eleganten Grusel.<\/p>\n<p>Im Fahrwasser des Warren-Erfolgs nutzt der Billigheimer Myron Fass den Look und das Format, um 1966 sein Magazin WEIRD aufzusetzen. Fass war selber Pre-Code-Horrork\u00fcnstler bei diversen Verlagen und hat sich offenbar die \u201eoriginal art\u201c aus dem Iger Studio gesichert. Die druckt er nun wie wild (und gerne auch mehrfach) nach, wobei er diese allerdings um dunkle Schraffuren und frisch hineingemalte Blutspritzer \u201ebereichert\u201c. Sein Verlag nennt sich \u201eEerie Publications\u201c (nicht mit dem Heft EERIE zu verwechseln!).<\/p>\n<p>In sp\u00e4teren Phasen l\u00e4sst Fass seine<strong> 50er Jahre Iger-Skripte<\/strong> erst von US-amerikanischen, dann von lateinamerikanischen Schnellzeichnern <strong>in neuen Fassungen gestalten<\/strong> (auch hier finden sich mehrere Versionen derselben Geschichte!).<br \/>\nInsgesamt haut Eerie Pubs eine un\u00fcbersichtliche Menge von beliebig klingenden Titeln wie HORROR TALES, WITCHES TALES, TERROR TALES und TALES OF VOODOO raus (Fachleute glauben die Zahl von ver\u00f6ffentlichten Heften auf ca. 300 beziffern zu k\u00f6nnen). Eine Serien\u00fcbersicht auf der Grand Comics Database finden Sie <a href=\"http:\/\/www.comics.org\/publisher\/1813\/\" target=\"_blank\">HIER<\/a>. Die Covergestaltung ist betont rei\u00dferisch und gerne geschmacklos (siehe Abbildung).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/TalesVoodoo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5209\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/TalesVoodoo.jpg\" alt=\"TalesVoodoo\" width=\"273\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/TalesVoodoo.jpg 455w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/TalesVoodoo-227x300.jpg 227w\" sizes=\"(max-width: 273px) 100vw, 273px\" \/><\/a>Auch der <strong>altgediente Trash-Verleger<\/strong> Stanley P. Morse kriecht aus seinem Loch und ergreift die Chance, sein altes Material aus den Pre-Code-Heften von Key und Gillmor unter den Namen SHOCK, STARK TERROR und GHOUL TALES schamlos nachzudrucken. Nach einem Jahr ist er damit 1971 jedoch durch und verschwindet wieder von der Bildfl\u00e4che.<\/p>\n<p>Der Charlton-Verlag beerdigt die ollen STRANGE SUSPENSE STORIES und sattelt auf frische Pferde um: GHOSTLY TALES (seit 1966) und THE MANY GHOSTS OF DR. GRAVES (seit 1967) \u2013 meist sogar mit Artwork von Steve Ditko.<\/p>\n<p><strong>Die B\u00fchne verl\u00e4sst hingegen die American Comics Group (ACG)<\/strong>, die im Jahre 1967 das erste seriell produzierte Horrorheft der Geschichte in den Orkus schickt: ADVENTURES INTO THE UNKNOWN wird ebenso eingestellt wie der j\u00fcngere Schwestertitel FORBIDDEN WORLDS. Nachgetragen sei jedoch noch, dass sie sich mit einem gerade gestarteten, dritten Heft unter dem uns\u00e4glichen Titel GASP! (dt. \u201eKeuch!\u201c) verhoben haben.<\/p>\n<p>1969 erweitert Warren seine CREEPY\/EERIE-Familie um VAMPIRELLA \u2013 und <strong>verm\u00e4hlt so den Horrorcomic erneut mit \u201eGood Girl Art\u201c<\/strong> (au\u00dferirdische Blutsaugerin im Slingshot-Bikini!). Die windigen Major Magazines scheitern allerdings zeitgleich damit, ihr WEB OF HORROR an den Zeitgeist-Zug anzukoppeln. Die drei erschienenen Hefte pr\u00e4sentieren frisches Artwork sp\u00e4terer Stars wie Jeff Jones, Mike Kaluta und Bernie Wrightson.<\/p>\n<p>Erfolgreicher ist der Verlag Gold Key, der ebenfalls 1969 seine DARK SHADOWS\u00a0 an den Kiosk liefert, drei Jahre sp\u00e4ter flankiert von den GRIMM\u2019S GHOST STORIES und den OCCULT FILES OF DR. SPEKTOR.<\/p>\n<p><strong>Bei DC reagiert man<\/strong> mit UNEXPECTED, GHOSTS und WITCHING HOUR \u2013 und macht Horrorveteran Joe Orlando zum Redakteur, der frisches Blut in die \u201eH\u00e4user\u201c-Titel pumpt: Wrightson, Kaluta und Neal Adams finden hier eine neue Heimat. Dazu starten 1972 zwei weitere Serien namens WEIRD MYSTERY TALES und SWAMP THING.<br \/>\nAuch wandelt man f\u00fcr zehn Hefte den Romance Comic \u201eDark Mansion of Forbidden Love\u201c in das Gruselheft FORBIDDEN TALES OF DARK MANSION um. Gleiches widerf\u00e4hrt der Reihe \u201eSinister House of Secret Love\u201c, die sich zu SECRETS OF SINISTER HOUSE\u00a0 transformiert.<br \/>\nDazu gesellen sich zu allem \u00dcberfluss noch die SECRETS OF HAUNTED HOUSE.<\/p>\n<p><em>Und wenn Sie, liebe Leser, an dieser Stelle glauben, alle Titel-Kombinationen mit den Vokabeln \u201edark\u201c, \u201eghost\u201c, \u201esecret\u201c und \u201etales\u201c zu kennen \u2013 weit gefehlt! <strong>Wir laufen uns gerade erst warm!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Auch Charlton l\u00e4sst die Muskeln spielen und ver\u00f6ffentlicht ab 1971 die Zusatz-Titel GHOSTLY HAUNTS, GHOST MANOR, HAUNTED und MIDNIGHT TALES \u2013 immer noch oft genug mit Artwork von Steve Ditko. Mit MONSTER HUNTERS und SCARY TALES schalten sie ab Mitte der 70er Jahre jedoch in den Nachdruckmodus.<\/p>\n<p>Selbst die unverd\u00e4chtigen Archie Comics (Teen-Humor-Giganten seit 1941) steigen 1973 f\u00fcr ein paar Hefte in den Ring: MADHOUSE erscheint sowie die CHILLING ADVENTURES IN SORCERY, rasch umbenannt in RED CIRCLE SORCERY, rasch umbenannt in SORCERY, dann rasch vom Markt genommen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Psyche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5210\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Psyche.jpg\" alt=\"Psyche\" width=\"278\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Psyche.jpg 463w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Psyche-231x300.jpg 231w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a>Als sch\u00e4rfste Konkurrenz der Bestseller von Warren erweist sich ein Greenhorn, das sich wild ins verlegerische Gesch\u00e4ft st\u00fcrzt:<br \/>\nDer egomanische Herausgeber Alan Hewetson gr\u00fcndet den Skywald-Verlag und publiziert ab 1971 die Horrormagazine NIGHTMARE, PSYCHO und SCREAM.<br \/>\nGriffige Titel, stylisher Look und krawallige Geschichten sichern diesen Heften eine Nische irgendwo zwischen Warren und den Eerie Pubs.<\/p>\n<p><strong>Der neue Horror-Boom tr\u00e4gt die Verlage bis in die fr\u00fchen 70er Jahre<\/strong>. Weitere Serien beginnen den Markt langsam, aber todsicher zu s\u00e4ttigen und letztlich zu \u00fcberschwemmen. <strong>Erstaunlich sp\u00e4t sticht Marvel der Horror-Hafer<\/strong>.<br \/>\nDie bisherigen Mystery-Titel (plus TOWER OF SHADOWS, 1969 f\u00fcr 9 Ausgaben aufgelegt) hatten auf Science Fiction, Fantasy sowie auf Superhelden- und Riesenmonster-Duelle gesetzt bzw. umgeschwenkt. Nur bei der Reihe FEAR ist man mehr in Richtung Grusel unterwegs. Hier erscheinen von 1970-75 solche Features wie Man-Thing und Morbius the Living Vampire.<\/p>\n<p>Ab 1972 testet man mit CHAMBER OF CHILLS, BEWARE, CRYPT OF SHADOWS, DEAD OF NIGHT, MONSTERS UNLEASHED, TOMB OF DARKNESS, MARVEL CHILLERS, UNCANNY TALES, VAULT OF EVIL und WEIRD WONDER TALES weitere echte Gruselkonzepte. Trotz sch\u00f6ner neuer Cover geraten diese Serien gr\u00f6\u00dftenteils zu reinen <strong>Nachdruckfabriken f\u00fcr alten Atlas Pre-Code-Horror<\/strong>! Und werden 1975\/76 s\u00e4mtlich wieder eingestellt.<\/p>\n<p>Bei TALES OF THE ZOMBIE (ab 1973), TOMB OF DRACULA (ab 1972), WEREWOLF BY NIGHT (ab 1972), MONSTER OF FRANKENSTEIN (ab 1973), MAN-THING (1974\/75) und SON OF SATAN (1975) hingegen gibt man sich M\u00fche und pr\u00e4sentiert zeitgem\u00e4\u00dfes und zeitgen\u00f6ssisches Artwork von Alfred Alcala, Gene Colan und Mike Ploog.<\/p>\n<p>Marvel w\u00e4re nicht Marvel, wenn sie zudem nicht noch eigene schwarz-wei\u00dfe Magazine auf den Markt gedr\u00fcckt h\u00e4tten. Was sie leider tun (zum Beispiel 1973 mit DRACULA LIVES! und 1979 erneut mit einem 68-Seiten TOMB OF DRACULA-Magazin zum Preis von inzwischen 1,25 Dollar) \u2013 und <strong>damit die Horrorblase um 1980 herum zum Platzen bringen<\/strong>.<\/p>\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber sei noch erw\u00e4hnt, dass sich die Marvel-Abspaltung Atlas\/Seabord im Jahre 1975 als Verlag versucht, aber nur einen Sommer tanzt. Die wenigen Produkte hei\u00dfen DEVILINA, FRIGHT, TALES OF EVIL und WEIRD TALES OF THE MACABRE.<\/p>\n<p><strong>Seit Ende der 60er Jahre l\u00e4sst sich ein stetig wachsender \u201eOverkill an Horror\u201c beobachten, der seine Leserschaft ersch\u00f6pft.<\/strong> Unter Umst\u00e4nden geht auch ein Generationenwechsel vonstatten (\u00e4hnlich dem Comicheft-Goldrausch von 1939 bis 1954).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Beware.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5211\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Beware.jpg\" alt=\"Beware\" width=\"242\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Beware.jpg 403w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Beware-201x300.jpg 201w\" sizes=\"(max-width: 242px) 100vw, 242px\" \/><\/a>Beim Dell-Verlag hat man die GHOST STORIES schon 1973 eingemottet, <strong>Skywald ist 1975 die Puste ausgegangen<\/strong>. Zu Staub zerfallen sind auch schon Marvels MONSTER OF FRANKENSTEIN und Protagonist Simon Garth aus den TALES OF THE ZOMBIE.<br \/>\nL\u00e4ngere Puste beweist Stan Lees WEREWOLF BY NIGHT (1977).\u00a0 Das Geflatter aus der TOMB OF DRACULA ert\u00f6nt immerhin bis 1979.<\/p>\n<p>Die Eerie Pubs schleppen sich mit <strong>peinlichen Nachdrucken ihrer Nachdrucke<\/strong> bis ins Jahr 1977.\u00a0 Nach einem Relaunch der Produktreihen erscheinen einige weitere Reprints (jetzt umbenannt in WEIRD VAMPIRE TALES, TERRORS OF DRACULA &#8211; plus das Flaggschiff WEIRD) bis ins Jahr 1981.<\/p>\n<p><strong>DC d\u00fcnnt das Angebot aus<\/strong>: SWAMP THING sowie die WEIRD MYSTERY TALES enden nach nur jeweils 24 Ausgaben zum Jahresbeginn 1976.<br \/>\n1978 nageln sie die T\u00fcren im HOUSE OF SECRETS zu und stornieren die WITCHING HOUR. Ein neues Heft namens DOORWAY TO NIGHTMARE (pr\u00e4sentiert von Madame Xanadu) h\u00e4lt kein volles Jahr durch. UNEXPECTED, SECRETS OF HAUNTED HOUSE und GHOSTS tragen sich bis 1982, das DC-Flaggschiff HOUSE OF MYSTERY ist sogar noch bis 1983 unterwegs.<\/p>\n<p>Gold Key rettet die BORIS KARLOFF TALES OF MYSTERY noch bis ins Jahr 1980 und die TWILIGHT ZONE sowie die GRIMM\u2019S GHOST STORIES bis 1982. Die OCCULT FILES OF DR. SPEKTOR lagen bis 1977 zur gef\u00e4lligen Ansicht aus, die DARK SHADOWS\u00a0 verblassten endg\u00fcltig schon im Jahre 1976.<\/p>\n<p>Einzig <strong>James Warren, der Pionier der zweiten Horrorwelle, ist \u201elast man standing\u201c<\/strong>:<br \/>\nEERIE und CREEPY laufen bis 1983, VAMPIRELLA sogar bis 1988.<\/p>\n<p>Nur bei Charlton ist man \u00e4hnlich hartn\u00e4ckig: THE MANY GHOSTS OF DR. GRAVES spuken bis ins Jahr 1982, die GHOSTLY TALES bis 1984. Auch die j\u00fcngeren Geschwister GHOST MANOR, HAUNTED und SCARY TALES halten solange durch!<\/p>\n<p><strong>Was gibt es Neues in den 80er Jahren?<\/strong><\/p>\n<p>DC verschafft \u201eDracula\u201c-Zeichner Gene Colan 1982 ein neues Forum mit 14 Ausgaben von NIGHT FORCE und beweist ein goldenes H\u00e4ndchen mit dem<strong> Comeback des Swamp Thing<\/strong> im Heft SAGA OF THE SWAMP THING, diesmal geschrieben vom <strong>Autorengott Alan Moore<\/strong>. Von 1982-85 l\u00e4uft die Serie und <strong>bereitet den Boden f\u00fcr<\/strong> <strong>\u201eSophisticated Suspense\u201c<\/strong>. Ich m\u00f6chte es \u201ePsycho-Horror der h\u00e4rteren Gangart\u201c nennen.<br \/>\nIn dieselbe Kerbe schlagen sie ab 1988 mit der Serie HELLBLAZER, gewisserma\u00dfen ein Spin-Off der Swamp Thing-Saga. Protagonist John Constantine ist mit D\u00e4monen auf Du und Du. Nach sensationellen 300 Ausgaben wurde die Reihe im Jahre 2013 (vorerst?) beendet.<\/p>\n<p>Der Konkurrenz bei Marvel gelingt das Revival einer alten Nebenfigur. Dr. Morbius ist ein Wissenschaftler, der kein Vampir ist, sondern sich vampirischer Superkr\u00e4fte\u00a0 bedienen kann. Deshalb lautet der tautologisch anmutende Titel dieser Serie: MORBIUS THE LIVING VAMPIRE.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Twisted.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5212 alignleft\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Twisted.jpg\" alt=\"Twisted\" width=\"234\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Twisted.jpg 390w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Twisted-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 234px) 100vw, 234px\" \/><\/a>Neue Verlage aus dem jungen Independent-Bereich treten auf den Plan<\/strong>. Pacific und Eclipse teilen sich die Herausgabe des Heftes TWISTED TALES (1982-86).<br \/>\nDie Geschichten im Innenteil verstehen sich als bewusste und erkl\u00e4rte <strong>Hommage an die EC Comics der 50er Jahre<\/strong>!<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt besinnt man sich r\u00fcck auf den Pre-Code-Horror. Der Zeichner Michael T. Gilbert ver\u00f6ffentlicht in seinen MR. MONSTER\u2019S SUPER DUPER SPECIALS Wiederentdeckungen aus der wilden Zeit des Grusels. Andere Nachdrucke tragen ironische Titel wie FIFTIES TERROR oder gleich SEDUCTION OF THE INNOCENT.<\/p>\n<p>Die Mittachtziger geb\u00e4ren <strong>unz\u00e4hlige provokante Kleinverlags-Projekte<\/strong> mit meist kurzer Laufzeit, genannt seien die TALES OF TERROR (\u201eThe illustrated horror magazine for mature readers\u201c), GORE SHRIEK (\u201eWarning: Contains disturbing material and is not intended for children\u201c), BLOOD OF DRACULA (unter dem Signet \u201eApple Comics\u201c), MR. MONSTER (Michael T. Gilberts Spa\u00df-Hommage an D\u00e4monenj\u00e4gerei) und DEATH RATTLE (neuer Horror von Kitchen Sink Press).<\/p>\n<p>Fernseh-Grusel-Moderatorin Elvira steht bei DC Modell f\u00fcr 11 Ausgaben von ELVIRA\u2019S HOUSE OF MYSTERY. Immerhin versucht der Traditionsverlag am Ball zu bleiben!<\/p>\n<p>Der Horrorfilmer Clive Barker <strong>lizensiert<\/strong> Ende der 80er seine <strong>B\u00fccher und Filme f\u00fcr die<br \/>\nComicverwertung<\/strong> mit den Titeln TAPPING THE VEIN sowie CLIVE BARKER\u2019S HELLRAISER und CLIVE BARKER\u2019S NIGHT BREED. Auch Freddy Krueger findet sich in zwei Heften wieder, die nat\u00fcrlich NIGHTMARE ON ELM STREET hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein neuer DRACULA entschl\u00fcpft kurzzeitig der Druckerpresse von Malibu Comics, in unguter Gesellschaft eines ebenfalls wiederbelebten FRANKENSTEIN-Monsters (und \u2013 wer h\u00e4tte es gedacht \u2013 auch eines Wolfmenschen, in WEREWOLF AT LARGE). Die Verwurstungsexperten bei Malibu lassen mit SCARLET IN GASLIGHT sogar Sherlock Holmes gegen Vampire antreten. Weitere billig gezeichnete Malibu-Schocker nennen sich DEMON HUNTER, EVIL ERNIE, FRIGHT, FROM THE DARKNESS, GHOULS, INFERNO, KID CANNIBAL, LOVECRAFT IN FULL COLOR, NECROSCOPE, PARANOIA, RIPPER oder TORMENT. <strong>Die waren sich offenbar f\u00fcr nichts zu schade<\/strong> \u2013 und haben in acht Jahren \u00fcber 2.000 Hefte hergestellt! Brrrrr, DAS gruselt mich.<\/p>\n<p>MONSTERS ATTACK! hei\u00dft 1989 ein ambitionierter Versuch, die Warren-Magazine zu kopieren. Trotz bew\u00e4hrter Gruselk\u00fcnstler wie John Severin, Gray Morrow, Pat Boyette, Steve Ditko, Gene Colan und Alex Toth f\u00e4llt die Klappe nach nur f\u00fcnf Heften.<\/p>\n<p>Zeitgleich schockiert TABOO (aus dem Verlag Spiderbaby) seine Leserschaft mit verst\u00f6renden Geschichten aus der Feder von Stephen Bissette, Eddie Campbell, Charles Vess, Jean Giraud, Charles Burns und S. Clay Wilson. Das fette Jahrbuch-artige Heft mit weit \u00fcber 100 Seiten ist teilweise von Alan Moore, Neil Gaiman und Clive Barker geskriptet und kostet bis zu 15 Dollar.<\/p>\n<p><strong>All diese Publikationen erscheinen selbstredend im Magazinformat<\/strong>, nicht am Kiosk und vorbei am Comics Code. Comicl\u00e4den und Versandh\u00e4ndler bedienen (wie auch heute noch) eine Stammkundschaft von Fans und Liebhabern, die Preise pro Heft liegen f\u00fcr gew\u00f6hnlich bei 2 bis 3 Dollar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Deadworld.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5213\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Deadworld.jpg\" alt=\"Deadworld\" width=\"239\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Deadworld.jpg 398w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Deadworld-199x300.jpg 199w\" sizes=\"(max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/a>Wie wir sehen geh\u00f6ren Blutsauger, Teufel und Wolfswesen nach wie vor zum Standard-Repertoire der Horrorcomics (Hexen weniger), werden jedoch langsam ausgebootet durch die <strong>Neuinterpretation des Zombies<\/strong>.<br \/>\nWar der Zombie bislang ein willenloser Sklave oder Einzelk\u00e4mpfer, tritt er nun als bedrohliche Horde auf \u2013 wie es George Romero in seinen Filmen inszeniert hat.<\/p>\n<p>1986 legt Arrow Comics den <strong>ersten, \u201emodernen\u201c Zombie-Comic<\/strong> auf: DEADWORLD.<br \/>\nIn einer postapokalyptischen Welt macht eine Figur namens \u201eKing Zombie\u201c mit seinen gef\u00fcgigen Untoten Jagd auf eine Gruppe \u00fcberlebender Menschen.<br \/>\n1989 geht die Serie an den Verlag Caliber \u00fcber, l\u00e4uft dort bis 1995 \u2013 und wird 2005 von Image wiederentdeckt (im Zuge des<strong> Zombie-Booms<\/strong>, siehe folgenden Absatz). Bis heute erscheinen Fortf\u00fchrungen in Miniserien.<\/p>\n<p>THE WALKING DEAD (ebenfalls von den ber\u00fcchtigten Malibu Comics) hei\u00dft schon 1989 eine vierteilige Reihe, \u00fcber die mir weiter nichts bekannt ist. Erst 2003 setzen Image Comics ihren <strong>gleichnamigen Mega-Seller<\/strong> THE WALKING DEAD auf, der bis heute fortbesteht und bereits <strong>als Fernseherfolg umgesetzt wird<\/strong>. Weitere Horrorserien von Image sind BEDLAM, DEATH JR., GHOSTED, OCCULT CRIME TASKFORCE, XXXOMBIES und das popul\u00e4re \u201ePin-Up meets Horror\u201c-Heft HACK\/SLASH.<\/p>\n<p>Im neuen Jahrtausend beschr\u00e4nkt sich das Horrorgenre im Comic dankenswerterweise auf <strong>Qualit\u00e4tsprojekte<\/strong>, die man nicht endlos melken will \u00a0\u2013 quer durch alle Verlage. DCs Tochterverlag Vertigo brachte unter anderen die Serien LUCIFER, MADAME XANADU, iZOMBIE, ein neues HOUSE OF MYSTERY und AMERICAN VAMPIRE auf den Markt.<\/p>\n<p>Bei Marvel kehrte der Vampirgrusel wieder &#8211; in BLADE und STOKER\u2019S DRACULA. Dazu gesellte sich weiterer literarischer Grusel mit EDGAR ALLAN POE\u2019S HAUNT OF HORROR (von Richard Corben illustriert), der Zombie-artige Anti-Held Schreck in TERROR, INC. \u00a0sowie Horror-Crossover mit der LEGION OF MONSTERS. Ein kreativer Spa\u00df auch die <strong>Darstellung eines Paralleluniversums, in dem alle Helden zu Untoten geworden sind<\/strong>: MARVEL ZOMBIES.<\/p>\n<p>Seit Ende der 90er Jahre trumpft auch der Verlag Dark Horse mit Comiclizenzen wie PREDATOR, BUFFY THE VAMPIRE SLAYER und ANGEL auf, \u00fcberrascht hingegen mit den Eigenprodukten HELLBOY und THE GOON. An Miniserien seien erw\u00e4hnt: DAMN NATION, THE EVIL DEAD, FRAY, HOUSE OF NIGHT und ZOMBIE WORLD.<\/p>\n<p>Auch die Kreativen beim amerikanischen IDW-Verlag schufen mit 30 DAYS OF NIGHT eine neue, besonders blutige Vampirsaga. Des Weiteren testeten sie Gruselkonzepte in ihrem Anthologieheft DOOMED. Die Untoten treten zum Endkampf an in ZOMBIES VS. ROBOTS.<\/p>\n<p>Ein neuer Verlag namens Boom!Studios hat sich in den letzten zehn Jahren mit der Herausgabe von<strong> \u201eLovecraftiana\u201c<\/strong> wie den CTHULHU TALES, NECRONOMICON und FALL OF CTHULHU hervorgetan. Sie haben aber auch ZOMBIE TALES im Angebot\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Hack.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5215\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Hack.jpg\" alt=\"Hack\" width=\"233\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Hack.jpg 388w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/Hack-194x300.jpg 194w\" sizes=\"(max-width: 233px) 100vw, 233px\" \/><\/a>Als letztes sei der Kleinverlag SlaveLabor genannt, der seit 2002 Grusel im Funny-Look anbietet: NIGHTMARES &amp; FAIRY TALES.<\/p>\n<p>Die <strong>Blogger-Kultur des Internets f\u00fchrt ab 2005 zur globalen Verbreitung alter Comics<\/strong>. Es dauert jedoch bis 2011, dass eine erneute Nachdrucklawine losgetreten wird. Mehrere Verlage interessieren sich f\u00fcr die wilden Heftchen der 50er Jahre \u2013 und nutzen die kosteng\u00fcnstige Praxis, Scans aus dem World Wide Web in Buch- und Heftform zu pressen.<br \/>\nEC erlebt sein viertes oder f\u00fcnftes Comeback, komplette Serien anderer Pre-Code-Verlage laufen vom Band, und das Zweimonatsheft HAUNTED HORROR vermittelt einem das Gef\u00fchl einer <strong>klassischen Horror-Wundert\u00fcte<\/strong>, gef\u00fcllt mit Entdeckungen aus den Pioniertagen.<\/p>\n<p>Aktuellster und wohl auch originellster Trend ist humoriger Splatter-Horror mit alten Ikonen: AFTERLIFE WITH ARCHIE \u2013 die Archie Comics sind wieder da, nicht totzukriegen wie ein z\u00e4her Zombie! Fehlte nur noch DAGOBERT DUCK \u2013 WERWOLF BEI NACHT oder BRING MIR DAS BLUT VON FIX &amp; FOXI&#8230;<\/p>\n<h3><span style=\"text-decoration: underline\">HORROR IM REST DER WELT<\/span><\/h3>\n<p>Nachdrucke des US-Materials finden sich nat\u00fcrlich weltweit. Selbst Pre-Code-Kamellen tauchen in L\u00e4ndern wie Spanien, Australien und Mexico auf. Unser Blick will sich jedoch auf \u201eoriginal art\u201c lenken, also landesspezifische Produktionen.<\/p>\n<p>Im katholischen <strong>Italien<\/strong> hei\u00dfen Comics \u201eFumetti\u201c, und man darf sich wundern (oder eben nicht), dass sich gerade hier in den 70er Jahren eine Subkultur der <strong>\u201eFumetti neri\u201c<\/strong> entwickelt. Diese \u201eschwarzen Comics\u201c sind Billigprodukte vom Flie\u00dfband, zu Tausenden in Form von d\u00fcnnen Taschenb\u00fcchern auf den Markt geworfen.<br \/>\nDie Handlung von B\u00fcchlein wie LUCIFERA, TERROR, JACULA oder SATANIK verl\u00e4sst sich oft auf drastische (und explizite) Sex- und Gewaltdarstellungen. Pin-Up-K\u00fcnstler wie Milo Manara begannen hier ihre Karriere; auch Exploitation- und Giallo-Filmer wie Tinto Brass und Lucio Fulci nahmen dankbar Einfl\u00fcsse auf.<br \/>\n<strong>Die \u201eFumetti neri\u201c wurden lebhaft exportiert<\/strong> und begierig vom niederl\u00e4ndischen Markt aufgesogen. Es existieren auch \u00dcbersetzungen ins Franz\u00f6sische, Portugiesische, Spanische und Deutsche (der hiesige Freibeuter-Verlag hatte jedoch soviel \u00c4rger mit der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Schriften, dass nur eine Handvoll Hefte herauskamen).<\/p>\n<p>So unglaublich es klingt, mir f\u00e4llt <strong>kein Horrorcomic aus dem<\/strong> <strong>frankobelgischen Raum<\/strong> ein!<br \/>\nDie Heimstatt und Hochburg der europ\u00e4ischen Comickultur scheint v\u00f6llig uninteressiert an Spannungsliteratur, welche \u00fcber Detektivgeschichten hinausgeht. Die Franzosen haben offensichtlich andere Dinge im Kopf\u2026<br \/>\nNachtr\u00e4ge tr\u00f6pfeln herein: Hulets Horroralbum &#8222;L&#8217;etat Morbide&#8220; aus den Sp\u00e4tachtzigern, und eine 20-b\u00e4ndige Frankenstein-Taschenbuchserie um 1970 herum (betitelt HALLUCINATIONS).<\/p>\n<p>In <strong>England<\/strong> hat man tonnenweise US-Zeug nachgedruckt, ist in Sachen Eigenproduktionen<br \/>\nallerdings mehr vom Genre der Science Fiction angetan (EAGLE, 2000 AD, JUDGE DREDD, WARRIOR, DEADLINE, TOXIC). Auch hier ist mir kein eigenst\u00e4ndiges Horrorheft bekannt.<br \/>\nKenner melden mir, dass in 2000 AD und WARRIOR auch<strong> viele Horror-Features<\/strong> enthalten sind. 1984 versuchte sich das Heft SCREAM! (&#8222;Not for the Nervous!&#8220;) an purem Grusel, auch der <strong>M\u00e4dchen-Comic<\/strong> MISTY sei \u00fcberraschend horrorlastig gewesen (sieht in der Tat \u00e4u\u00dferst skurril aus, studieren Sie mal die Inhaltsliste unter <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Misty_%28comics%29\" target=\"_blank\">diesem Wikipedia-Link<\/a>).<br \/>\nZu erw\u00e4hnen ist weiter das Magazin HOUSE OF HAMMER, das sich auch mit Comics den Gruselfilmen aus den Hammer-Studios widmete.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/menschenblut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5216\" src=\"http:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/menschenblut.jpg\" alt=\"menschenblut\" width=\"257\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/menschenblut.jpg 429w, https:\/\/fifties-horror.de\/filecollection\/2014\/05\/menschenblut-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/><\/a>In <strong>Deutschland<\/strong> hat sich daf\u00fcr (fast im Verborgenen) eine kleine, aber feine Horrorkultur etabliert. Ich rede hier nicht von den hunderten Gruselheften, die US-Horror nachgedruckt haben (vornehmlich der Bildschriftenverlag \u201ebsv\u201c bzw. sein Nachfolger Williams) und auch nicht von den eher seichten GESPENSTER-GESCHICHTEN aus dem Bastei-Verlag, die meist mit Flie\u00dfbandcomics aus Spanien und S\u00fcdamerika gef\u00fcllt waren.<br \/>\nAllerdings hat die deutsche Zeichnerlegende <strong>Hansrudi W\u00e4scher<\/strong> hier <strong>50 Geschichten<\/strong> in den 80er Jahren beigesteuert (wie mir nachtr\u00e4glich ein Piccolo-V\u00f6gelchen zwitschert)&#8230;<\/p>\n<p>Von 1982-85 erscheint der Underground-Comic MENSCHENBLUT, unter gleichem Titel wieder aufgenommen in den Jahren 1994-2001.<br \/>\nLeider hab ich nie in ein Heft reinschauen k\u00f6nnen, aber es handelt sich offenbar um origin\u00e4r deutsche Horrorware.<\/p>\n<p>DIE TOTEN schildern eine deutsche Zombie-Apokalypse und beleuchten an magischen Orten wie Stuttgart, Hanau oder K\u00f6ln (zwinker) den \u00dcberlebenskampf von Sch\u00fclern, Beamten und Kleinfamilien.<\/p>\n<p>Seit 2004 ver\u00f6ffentlicht der Weissblech-Verlag seine Reihe HORROR SCHOCKER, die deutsche Gruselkurzgeschichten mit einem \u201etwist\u201c serviert &#8211; <strong>ganz in der Tradition der EC-Comics aus den 50er Jahren\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Auch der Romantruhe-Verlag bietet in seiner Reihe GEISTER-SCHOCKER deutschen Erstver\u00f6ffentlichungen ein Forum (neben hochwertigem Artwork der 70\/80er Jahre aus Spanien). Noch dazu wartet das plastikverpackte DinA-4-Heft mit einem Gruselh\u00f6rspiel auf CD als Beilage auf!<\/p>\n<p>2013 erschien bei Carlsen die Gesamtausgabe von <strong>BERLINOIR<\/strong>, verfasst von Tobias O. Meissner und illustriert von Reinhard Kleist. In drei Alben erleben wir den Kampf um ein zeitlich nicht verortbares Parallel-Berlin, das von Vampiren regiert wird. Der actionreiche Horrorspuk ist zugleich Totalitarismus-Parabel und punktet mit intelligenten Dialogen und \u00fcberzeugendem Handlungsbogen. Auch wenn ich Kleists schiefen Zeichenstil nicht mag, so kann der Mann doch mit Farbe und Komposition umgehen und zieht einen gekonnt hinein in die Welt des &#8222;schwarzen Berlin&#8220;. Ein wuchtiges Werk mit enormem Schauwert.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt sei noch der Mangaka <b>David F\u00fcleki<\/b> mit seiner Heftreihe <b>\u201e78 Tage auf der Stra\u00dfe des Hasses\u201c<\/b>. Die seit 2014 in drei Taschenb\u00fcchern bei Tokyopop erschienenen Schwarzwei\u00df-Werke brillieren mit irrlichternd wildem Unfug um zwei \u201eLausebengel\u201c, die auf einer mysteri\u00f6sen Insel zu Splatter-Duellen mit Zombies und grotesken Kriegern eingeladen werden.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline\"><strong>Aufforderung:<\/strong><\/span><br \/>\n<em>Bitte melden Sie sich, liebe Leser, wenn Ihnen <strong>Nachtr\u00e4ge <\/strong>ein-<strong> oder Wissensl\u00fccken<\/strong> auffallen!<br \/>\nBei meiner Betrachtung des US-amerikanischen Markts habe ich jetzt nicht ALLE Hefte und Serien erw\u00e4hnt. Das ist so schon erschlagend genug\u2026<\/em><br \/>\n<em>Aber liebend gern trage ich Daten nach \u2013 allerdings bin ich auf der Suche nach <strong>origin\u00e4ren Horrorwerken<\/strong>, gerade im europ\u00e4ischen Raum. Nachdrucke zwecklos!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Sturm der \u00f6ffentlichen Entr\u00fcstung und der Installation des Comics Code (siehe Schwesterartikel \u201cComics unter dem Code\u201d) gl\u00e4tten sich die Wogen der US-amerikanischen Comicindustrie. Das Flaggschiff \u201cHorror and Suspense\u201d (um mal im Bild zu bleiben) ist mit Mann und Maus untergegangen, und 1955 treiben nur vereinzelte \u00dcberlebende in der ruhigen See. 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