The Fatal Chord!

(aus “Mister Mystery” Nr. 6, im Juli 1952 von Key Publications veröffentlicht)

Musikerschicksal, wie wir es bislang noch nicht kannten.
Eine grausame Mutter traktiert ihren Sohn mit abstrusen Aufforderungen zum Orgelspiel:
„Leg‘ mehr Gefühl hinein. Mehr Gefühl! Mehr Schrecken, mehr Hass! Ich will den Tod spüren – und den Teufel!“
Prompt zehn Jahre später ist der Sohn imstande, den Tasten einen tödlichen Akkord zu entlocken. Und – wummsdich! – kippt die Mutti aus den Latschen. Was stellt der junge Edgar nun mit seinem Genie an? Betört Weiber und beseitigt alle, die ihm im Weg stehen! Was denn sonst?!

Dass dabei nicht alles so läuft wie geplant, zeigt Ihnen eine weitere FIFTIES HORROR – Weltpremiere, abfotografiert aus einem bislang ungezeigten Heft.

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Der Herr mit dem Zylinder, der diese Geschichte durchgehend begleitet, ist die verlags- und hefteigene Erzählerfigur „Mister Mystery“, ungewöhnlich präsent auf diesen sieben Seiten. Am Ende will er witzig sein (so wie die Konkurrenz-Hosts bei EC, z.B. der „Crypt Keeper“), aber bei Key Publications haben sie das (meiner Meinung nach) nie so recht hinbekommen: „Edgar war fortan dem Wahnsinn verfallen, sozusagen zum Teufel gegangen, hehe.“ Soso, jaja, und?

Hinweisen möchte ich noch auf Seite 5, wo wir Zeuge einer heftigen Liebesszene werden. Edgar fällt leidenschaftlich über Abigail her und scheint sie auf die Brüste zu küssen. Anschließend liefern sie sich einen „dirty talk“ auf dem Kanapee, der es nicht nur für seine Zeit ganz schön krachen lässt.
Er: „Ich werde dich erniedrigen, bis du um Gnade winselst.“ – Sie: „Tu ich nicht. Du flößt mir keine Angst mehr ein.“
Der Ausbruch ihrer Sexualität hat das Paar dermaßen elektrisiert, dass es kurz darauf einen Mordplan schmiedet!
Solche Darstellungen und Dialoge waren mit der Verhängung des „Comics Code“ ab 1955 nicht mehr möglich. Und das ist doch nun wirklich jammerschade.