Man With a Tail

(aus “Astonishing” Nr. 18, im Oktober 1952 von Atlas Comics veröffentlicht)

Benjy Matznik war ein vernachlässigter Junge, aus dem sich ein kesser Kleinkrimineller entwickelt. Doch Benjy hat ein Geheimnis, kein dunkles jedoch, eher ein kurioses: Ihm ist ein Schwanz gewachsen, den er als Greifarm benutzen kann!

Nicht, was Sie jetzt denken. Lesen Sie, ehe Sie urteilen!

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Ich finde diese kleine Geschichte ziemlich wundervoll.
Schon der Splash ist pure Comedy: „Was gucken Sie denn so? Hab ich Eigelb an der Backe, oder was?
Frech wird auch auf Seite 2 unten der Bulle seiner Dienstwaffe beraubt, während Benjy die Unschuld vom Lande simuliert. Auf Seite 3 ahnt man, dass der Besuch der ‚Freak Show‘ sein Schicksal sein wird. Benjy landet jedoch nicht selber als Freak auf der Bühne, sondern trifft einen verwandten Freak, die rassige Tigrina.
Tigrina ist sicherlich die drolligste aller Katzenfrauen, die uns im Horrorcomic begegnen (jedoch nicht weniger tödlich!).

ManWithTail6 KopieSeite 4 unten setzt drastisch ins Bild: Männer wollen Frauen ihren Schwanz zeigen.

„Man With a Tail“ kombiniert Gangsterstory mit Freakmelodram, Tiermenschen-Horror und sogar witziger Fabel (die Maus werde nicht übermütig in Gegenwart der Katze). Großartig, wie Tigrina dem verblendeten Benjy steckt, dass er kein Kater, sondern nur ein mickriger Mäuserich ist.

Das lockere Artwork stammt vom unterschätzten Larry Woromay. Eigentlich ist es hier zu ‚funny‘, um Horror auszulösen, aber „Man With a Tail“ ist ein Komödie mit Gruselfinale – und in ihrer Abgedrehtheit ihrer Zeit voraus! Sie hat was von spinnertem, drogenbeeinflusstem Underground-Comic (mir schießen gerade Robert Crumbs FRITH THE CAT und Reed Wallers OMAHA THE CAT DANCER von 1976 durch den Kopf).

Wir erleben hier Woromay früheste Horrorgeschichte (von denen er an die 20 Stück bei Atlas gestalten wird). FIFTIES HORROR präsentiert eine grafisch sehr viel reifere Geschichte mit „The Witch of Landor“ unter DIESEM Link.

1969 startet Woromay eine zweite Horror-Karriere, als Zeichner der verrufenen Eerie Publications. Zum Studium seiner dortigen Werke verweise ich Sie an den brillanten (leider nicht mehr aktiven) Blog „The Bloody Pulp“.
Unter DIESEM Link bekommen Sie viele Geschichten auf den Suchbegriff „Woromay“ angezeigt. Achtung, nur jede zweite ist von ihm, da Blogger Mykal immer Doppel-Posts gestaltete. Er beschreibt aber vorab, welche Comics von Woromay sind.